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Mein Traum - Filmkritiken
Mein Traum - Filmkritiken
Mein Traum oder die Einsamkeit ist nie allein - Selbstfindung Extrem
Filmkritik von Michael Welsing (Sneakfilm.de)
"Das Team um Regisseur Roland Reber (Das Zimmer, )The Dark Side of Our Inner Space hat einen neuen Film fertiggestellt: MEIN TRAUM oder DIE EINSAMKEIT IST NIE ALLEIN. Ich hatte die Möglichkeit mir den Film als Pressekopie schon weit vor dem Kinostart anzusehen und nun möchte ich darüber berichten.
[STORY]
Der MANN (Wolfgang Seidenberg) läuft vor seinem Leben davon. Von der Ehefrau mit der Geliebten erwischt, von der Geliebten genauso wenig verstanden wie von der Frau und mit der Gesamtsituation unzufrieden wagt der die Flucht nach vorn. Auf einem stillgelegten Fabrikgelände trifft der MANN auf GODOT (Mira Gittner). Sie hat es sich in einem alten Wohnmobil nett gemacht und wühlt im wahrsten Sinne des Wortes in der Scheiße anderer Menschen. Sie durchforstet die Abwasserkanäle und Müllhalden nach Zeichen menschlicher Existenz, nach verlorenen und weggeworfenen Habseligkeiten.
Gemeinsam mit GODOT ergründet der MANN, was der Sinn des Lebens ist. Dabei lässt er sein eigenes Leben Revue passieren und erlebt seine Eigenarten und Fehler in bizarren Traumsequenzen.
[MEINE MEINUNG]
MEIN TRAUM oder DIE EINSAMKEIT IST NIE ALLEIN trägt ganz eindeutig die Handschrift von Regisseur Roland Reber. Und das ist auch gut so. Genau wie seine anderen Werke bewegt sich auch MEIN TRAUM oder DIE EINSAMKEIT IST NIE ALLEIN auf einer sehr philosophischen Ebene und liefert dem Publikum Kino zum mitdenken. Wer nur am reinen Filmkonsum interessiert ist, ist bei diesem Film falsch.
Wer sich allerdings auf einen tiefgründigen Film einlassen kann, wird bestens unterhalten. Wolfgang Seidenberg (Marienhof) passt hervorragend in die Rolle des MANNes auf der Suche nach sich selbst und findet in der erneut erstklassig spielenden Mira Gittner (Pentamagica) die ideale Partnerin. Doch auch in den Nebenrollen ist der neueste Reber- Film gut besetzt. Als FRAU überzeugt Marina Anna Eich (Zwang, The Passion of Life)24/7 genauso, wie Sabrina Brencher als GELIEBTE, Barbara Schmidt als MUTTER, Torsten Münchow (Schattenspiel, Superbrain) als VATER oder Wolfram Kunkel (Der Zigeunerschimmel, Der zerbrochene Krug) als GROSSVATER. Auch Andreas Heinzel (Der König von St. Pauli, Bobby) als FREUND des MANNes darf man nicht vergessen, genauso wenig wie Antonio Exacoustos als "1-Euro Penner” und TALKMASTER.
Schaut man nur auf die Bezeichnung Nebenrolle, könnte man meinen, dass die hier aufgezählten Darsteller eigentlich keinen großen Einfluss auf den Erfolg des Film beziehungsweise auf das Gelingen der Story hätten. Es ist allerdings gerade das Gegenteil der Fall. Es sind gerade diese kleinen Rollen, die Menschen im Leben des MANNes, die den Film erst so richtig faszinierend machen. All diese Charaktere treten nämlich in den verschiedenen Traumsequenzen auf.
Die Traumsequenzen sind somit der rote Faden des Films. Dabei werden diese von Reber allerdings nicht unbedingt so inszeniert wie man sich das typischerweise vorstellt, in dem der Mann einfach einschläft und träumt. Der Selbstfindungsprozess des Mannes gestaltet sich so zum Beispiel in TV-Sendungen, Computerspielern oder Stummfilmen. Diese Vielzahl an Inszenierungen machen den Film wirklich zu etwas besonderem.
[FAZIT]
MEIN TRAUM oder DIE EINSAMKEIT IST NIE ALLEIN ist ein tiefgründiges Meisterwerk für ein Publikum, das auch beim passiven Medium Film seinen Kopf benutzen möchte. Wer die Suche des Mannes nach seiner selbst gesehen hat, wird sein eigenes Leben vermutlich auch mit anderen Augen sehen und so manches Handeln noch einmal überdenken."
Filmkritik von Belinda Grimm (Filmreporter.de)
"Der MANN (Wolfgang Seidenberg) flieht vor seinem bisherigen Leben, vor all den Zwängen, denen er täglich ausgeliefert ist und landet auf einem einsamen Fabrikgelände. Dort trifft er auf GODOT (Mira Gittner), einer jungen Frau mit der Weisheit einer alten Dame. Sie lebt vom Müll, den andere hinterlassen. Auf ihre eigene geheimnisvolle Weise bringt sie ihn dazu, die richtigen Fragen zu stellen, in sich hinein zu horchen. Sie scheint immer ein bisschen mehr zu wissen, als der MANN, dem es auf der Flucht vor der prägenden Umgebung endlich gelingt, sich selbst zu suchen. Von einem inneren Motor angetrieben, begibt er sich auf eine Reise durch seine Vergangenheit und offenbart seiner Zuhörerin, sowie den Zuschauern in facettenhaltigen Bildern sein bisheriges Leben. Er spricht von all den Menschen, die ihn nicht so nehmen wie er ist und ständig versuchen, ihn zu ändern. Menschen, von denen er sich trotz allem nicht lösen kann. Bis zu dieser Nacht. Zum Film: Roland Reber schickt die Zuschauer auf eine kreative Exkursion in die Abgründe der Seele, ohne sie an die Hand zu nehmen. Stattdessen konfrontiert er mit düsteren Bildern, die weniger befreiend als verstörend wirken. Es handelt sich um eine Reise ohne Anfang und Ende. Der von Wolfgang Seidenberg personifizierte MANN ist einfach da, den Kopf voller Altlasten, die er nicht ablegen kann, und verabschiedet sich am Ende genauso unvermittelt. Es gibt kein Ziel und keine Befreiung. Das einzig Stetige ist GODOT (Mira Gittner), eine mysteriöse junge Frau, die im Müll nach Zeichen sucht. Sie scheint das Leben zu begreifen, denn sie hat verstanden, dass es nichts zu verstehen gibt. Um das zu verdeutlichen, bedient sich Reber der unterschiedlichsten darstellerischen Elemente. MEIN TRAUM oder DIE EINSAMKEIT IST NIE ALLEIN ist sicher kein Film für die breite Masse, dafür aber für alle, die sich im Kino nicht fallen-, sondern herausfordern lassen wollen."



