Szeneberichte
Das Peter-Robert-König-Phänomen Reloaded!
Teil 7: Oops, he did it again! König, das Internet und sein "Homunculi"
Teil 7: Oops, he did it again! König, das Internet und sein "Homunculi"
Das Peter-Robert-König-Phänomen Reloaded!
Teil 7: Oops, he did it again! König, das Internet und sein "Homunculi"
Mit einem Gespräch mit Axel. M. Gruner
Am 17. Februar 2010 erschien Peter-Robert Königs neuestes Buch, diesmal widmet er sich wieder dem Thema Saturnlogen [26]. Glücklicherweise musste ich auch dieses Buch nicht käuflich erwerben, es wurde der AHA-Redaktion von einem Leser geschenkt, dem an dieser Stelle noch einmal herzlich gedankt sei. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es mir anderenfalls tatsächlich gekauft hätte, sicher ist nur, wo es landen wird, nämlich in der "Kammer des Schreckens", jener finsteren Ecke meiner Bücherregale, in der schon Ron Hubbard, Karten-Kalle, Ursula Caberta und die anderen König-Bücher einstauben.
In diesem Kapitel möchte ich mich einem anderen Aspekt widmen. In seinen beiden letzten Büchern, also in "Satan - Jünger, Jäger und Justiz" und in "Homunculi", befasst sich Peter-Robert König einerseits recht ausführlich bzw. ausschließlich mit Ereignissen und personellen Konstellationen in esoterisch-okkulten und/oder thelemitischen Logen und Gruppen, die nicht als O.T.O.-Ableger oder im näheren Umfeld des O.T.O. agieren. Natürlich gibt es ideelle und personelle Überschneidungen, aber die von König zitierten Zeugen und beschriebenen Personen handeln selbstständig und selbstverantwortlich. Andererseits befasst sich König - von der Wiederverwertung der obligatorischen Altherrenschwänke abgesehen offensichtlich um Aktualität bemüht - ausführlich mit Ereignissen der jüngeren und jüngsten Zeit seit Mitte der 1990er Jahre bis heute. Allerdings ergeben sich da vier Probleme.
Erstens ist die Quellenlage deutlich dürftiger als zu Jantschiks, Heikaus' oder Hembergers besten Zeiten. Nicht, dass weniger geschrieben worden wäre, es wird König offensichtlich weniger zugetragen.
Zweitens ist das, was Peter-Robert König an Material aus dieser Zeit zugetragen wurde, von geringerer Aussagekraft und Qualität als das ältere Material und so finden sich in diesem schmalen Quellenfundus allerhand Dokumente eher zweifelhaften Gehalts und fragwürdiger Herkunft. Ich denke da an Dokumente, die Maikowski in die Welt entließ, oder an diverse "Dokumente", die König offenkundig aus der Hand des unvermeidlichen Herrn T. empfing. Das einzige interessante Material, das König aus jüngerer und jüngster Zeit zur Verfügung steht, ist für ihn offensichtlich nur bedingt verwertbar. Es handelt sich hierbei um einen, von Thoth verfassten, neunseitigen Text mit der Beschreibung dessen, was er für damals, Mitte Februar 2006, für eine gelungene, magische Arbeit hielt, eine private Mail erklärender Natur an ein Logenmitglied und 276 Seiten E-Mails aus jener Zeit und den folgenden zwei Jahren. Peter-Robert König verhält sich entsprechend und widmet sich in seinem "Homunculi" anhand weniger Auszüge aus dem Material auf gerade einmal vier Seiten (ebd. Seiten 115ff.) diesen Ereignissen. Nach meiner Sicht der Dinge ist das Material gar nicht verwertbar, da es - rechtlich gesehen - außerordentlich zweifelhafter Herkunft ist, es handelt sich um private E-Mails und solche aus dem internen Mailverteiler der Fraternitas Saturni.
Drittens scheint die um 2000 einsetzende Diversifizierung der Szene Peter-Robert König echte Probleme hinsichtlich der Zuordnung der Konstellationen und Ereignisse zu bereiten. Die Verlagerung zahlreicher, insbesondere natürlich kommunikativer und publizistischer Aktivitäten ins Netz brachte Verkehrsformen hervor, die nicht wirklich zu Königs Erfahrungen in der Verwertung des ihm zugesteckten Zettelkrams passen, zumal Peter-Robert König nicht unbedingt das ist, was ich netzaffin nennen würde - dass sich einer im Netz tummelt heißt noch nicht, dass er wirklich weiß, was er da tut. [27]
Viertens vertraut Peter-Robert König offensichtlich nur solchem Material, das ihm unter Umständen von Dritten zugetragen wurde, die zumindest ein wenig konspirativen Charakters sind oder wenigstens den Eindruck der Konspiration erwecken. Deshalb präferiert König ganz eindeutig Material, das von seinen Verfassern als nichtöffentlich, intern oder gar geheim deklariert wurde - ungeachtet, wie blödsinnig der Inhalt auch sein mag, und das ist er oft. König bevorzugt Material, das ihm von gewesenen oder seienden Mitglieder der Logen und Orden, von vermeintlichen oder tatsächlichen Insidern oder von sich getäuscht Fühlenden und von - warum auch immer - Enttäuschten zugetragen oder hinterbracht wurde. Peter-Robert König liebt Material, das ihm von selbsternannten oder tatsächlichen Meistern und Großmeistern als quasi "Einweihung" in tiefste "Geheimnisse" des Okkulten zusammengeschrieben wurde.
Alles, was frei verfügbar war und ist, was also keinerlei konspirative Note im oben geschilderten Sinn hat, nimmt Peter-Robert König offensichtlich nicht wahr. Es passt wohl nicht in sein Verständnis esoterischer, im weiteren Sinne spiritueller Betätigung und deshalb erscheinen solche frei verfügbaren Dokumente de facto nicht in seiner Darstellung, von wenigen Ausnahmen ausgesehen, wie zum Beispiel die ersten fünf Ausgaben des "SaturnArbeiter", von dem es fünfzehn Ausgaben zuzüglich der neun Ausgaben des Nachfolgemagazins "Occulta" gab. Die andere Seite dieser Neigung zum Konspirativen des Herrn König. Ganz offensichtlich kann er Material, das von den Szeneakteuren frei und ohne Geheimniskrämerei der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird, nicht trauen.
Allerdings hindert ihn das nicht, dennoch Bewertungen zu Ereignissen und Protagonisten des Teils der Szene abzugeben, der - in Gruppen organisiert oder auch nicht - neben den Logen und Orden agiert. Schon in "Satan - Jünger, Jäger und Justiz", noch mehr aber im "Homunculi" fällt auf, dass Peter-Robert König, wenn er sich um - nun ja - Erkenntnisse hinsichtlich der jungen, netzaffinen Szene seit Ende der 1990er Jahre bemüht, sich in etwas versucht, was man als Extrapolation bezeichnen könnte. [28] Freilich will auch das gekonnt sein und so ohne relevantes Material und im Besitz der doch eher gewagten, aber immerhin konspirativen Erkenntnisse aus der Hand fragwürdiger Zeitzeugen gerät der Versuch des Herrn König, aus der solcherart dürftigen Quellenlage irgendwie Brauchbares zu extrapolieren regelmäßig zu etwas, das in etwa die Qualität von Karl-Friedrich Freys Divinationskünsten hat, Spökenkiekerei halt. Ich jedenfalls weigere mich, dem den Begriff Spekulation zu gönnen, denn den Peter-Robert König hat die ehrwürdige, philosophische Tradition der Spekulation wirklich nicht verdient. [29] Dass die Ergebnisse sich nicht wirklich mit seinem Anspruch auf wissenschaftliches Arbeiten vereinbaren lassen, stört König nicht sonderlich. Dabei wäre es besser gewesen, König hätte sich hier und da an Ludwig Wittgensteins Erkenntnis gehalten, die der im Vorwort zu seinem "Tractatus logico-philosophicus" so formuliert: "Was sich überhaupt sagen lässt, lässt sich klar sagen; und wovon man nicht reden kann, darüber muss man schweigen." [30]
Ich hielt das Buch keine fünf Minuten in der Hand, da fiel mir der erste Fehler auf. Er findet sich auf Seite 100 in der Fußnote 470, dort schreibt Peter-Robert König: "Der eine Rest des NW um [Cara-Lashtal - Red.] gründete das Netzwerk Occulta. Aus einem anderen Rest um die Spanier-Tolli-Fraktion herum entstand das Concilium Gena, aus dem dritten Restteil entstand KultUrGeister [...] Dem Netzwerk Occulta war kein langes Leben beschieden, dem Concilium Gena ein noch kürzeres". Dieses Beispiel verdeutlicht sehr anschaulich, was ich als viertes Problem des Peter-Robert König meine. Alles, was das Netzwerk Occulta ausmachte und was es wollte und tat, war frei im Netz verfügbar. Das sogenannte "Concilium Gena" - obwohl es öffentlich agieren wollte - war von Anfang an vom Hauch der Konspiration umweht, um es etwas blumiger zu formulieren. Das begann schon mit der Zerlegung des "Netzwerks für magische Kommunikation", die König in der oben genannten Fußnote erwähnt, das ging über die Ansprache der zur Teilnahme auserkorenen Gruppen inklusive Kontaktaufnahme in weltanschauungsbeauftragte Richtung weiter, setzte sich über die Ausladung schon eingeladener Gruppen fort und schloss mit dem Ende dieser seltsamen Veranstaltung. Deshalb gibt es da auch Zettelkram ganz nach dem Geschmack des Herrn König, der zum Beispiel in Gestalt einer Teilnehmerliste der Gründungsveranstaltung auf den Seiten 381ff. im "Homunculi" nachzulesen ist.
Nun zum Netzwerk Occulta. Kurios ist, dass Peter-Robert König schon den Einstieg in das Thema gründlich verpasst und auf Seite 378 des "Homunculi" eine Einladung zu einem Treffen des "Netzwerks für magische Kommunikation" präsentiert, das so nie stattgefunden hat. Das Schreiben wurde am 29.09.2001 verfasst und Legatus und Almansur luden zu einem Treffen am 27.10.2001 in Düsseldorf ein. Doch dazu kam es nicht, denn die erwähnten Zerlegungsbemühungen ließen die Lage eskalieren und das Treffen wurde in dieser Form und an diesem Ort abgesagt. Stattdessen fand anderenorts, aber zum selben Zeitpunkt ein Treffen statt, auf dem zwei Tagesordnungspunkte standen - die Auflösung des "Netzwerks für magische Kommunikation" und die Gründung des "Netzwerks für spirituelle Entwicklung Occulta".
Hier die Kurzfassung der Vorgeschichte - Anfang 2000 hatte ich die Idee für ein esoterisches Portal, in welchem sich unter einem Dach unter verschiedenen, thematischen Schwerpunkten als solche selbstständig agierende Webseiten präsentieren. Ich mietete einen, für damalige Verhältnisse großen Webspace an, buchte verschiedene Domains und nannte das Ganze nach der gleichnamigen Hauptdomain Occulta.net. Im Mai 2000 kam ich in der noch jungen Netzcommunity "New Aeon City" mit Cara-Lashtal ins Gespräch und ich regte an, dass sich die saturnische Diaspora, wie sich die Gruppe nicht logengebundener Saturnis selbst definierte, mit einem eigenen Themenportal in Occulta.net einbringt. Zugleich bot ich an, die SaturnArbeiter-Publikation netztauglich zu gestalten, was dann mit der 13. Ausgabe vom Juni 2001 auch geschah. Um dieselbe Zeit zog die saturnische Diaspora mit sechs Netzseiten und ebenso vielen Foren in ihr neues Saturnportal unter dem Dach von Occulta.net ein. Mit der vierzehnten Ausgabe des SaturnArbeiters vom August 2001, die zugleich die letzte, auf Papier versandte war, wurde ich als quasi Netzbeauftragter Mitglied im Redaktionsteam, die fünfzehnte und letzte Ausgabe des Magazins unter dem Namen SaturnArbeiter vom Oktober 2001 wurde erstmals ausschließlich als PDF-Datei herausgegeben. Wenige Tage vorher wurde das Netzwerk Occulta gegründet.
Das Netzwerk Occulta war die logische Konsequenz aus der Gründung von Occulta.net, nämlich als Möglichkeit realweltlicher Begegnung und nicht netzbasierten Austauschs in Ergänzung bzw. als nicht-virtuelles Pendant zu Occulta.net. Die Idee trug ich schon eine Weile mit mir herum und die Selbstzerlegung des "Netzwerks für magische Kommunikation" bot die Gelegenheit, in den Resten einer schon bestehenden Struktur eine neue zu etablieren. Die Gespräche mit Cara-Lashtal und Legatus ergaben, dass die Idee von Seiten des Saturn-Portals und einer Fraktion des sich gerade auflösenden "Netzwerks für magische Kommunikation" Zustimmung fand und weil der Zustand im Netzwerk nicht mehr tragbar war, wurde das auf den 07.10.2001 anberaumte Treffen in Düsseldorf, von dem Peter-Robert König glaubt, es habe tatsächlich stattgefunden, kurzerhand abgesagt und stattdessen zur selben Zeit anderenorts ein Treffen zur Auflösung des "Netzwerks für magische Kommunikation" und zur Gründung des Netzwerks Occulta durchgeführt. Zur Auflösung waren einige Vertreter des "Netzwerks für magische Kommunikation" angereist, darunter auch Aragon, Agrippa und ein gewisser Lupus. Letzterer erschien allerdings uneingeladen und wurde von der Hausherrin in einem Auftritt, der heute noch, wenn sich seiner erinnert wird, für Heiterkeitsausbrüche und Lachtränen sorgt, sofort vor die Tür gesetzt. Die beiden anderen Herren wurde nach vollbrachter Tat mehr oder minder nachdrücklich verabschiedet, im Fall des Herrn T. war wegen seines berüchtigten - nun ja - Beharrungsvermögens etwas mehr Nachdruck nötig. Die anderen Vertreter des nunmehr ehemaligen "Netzwerks für magische Kommunikation" und die Berliner Delegation, zu der auch ich gehörte, gründete danach das Netzwerk Occulta. Die Namensfindung zog sich im Nachgang noch über diverse E-Mails hin. Mir wäre "Netzwerk für spirituelle Entwicklung" zwar lieber gewesen, was einen gewissen Abstand zu Occulta.net signalisieren sollte, Legatus schlug statt des etwas sperrigen Namens, womit er Recht hatte, am 05.11.2001 kurz und bündig Netzwerk Occulta vor, was dann allgemeine Zustimmung fand. Am 24.11.2001 fand in Berlin die konstituierende Mitgliederversammlung des Netzwerks Occulta statt, gefolgt vom ersten Netzwerktreffen am 16.02.2002, ebenfalls in Berlin. Alle diesbezüglichen Dokumente wie Satzung, Gründungs- und Versammlungsprotokolle und die dazugehörenden Debatten inklusive zweier handfester Auseinandersetzungen über Weg und Ziel waren im Netz frei verfügbar. Ich habe zur Ergänzung meiner Darstellung das Gründungsprotokoll des Netzwerks Occulta und die Struktur von Occulta.net für den interessierten Leser dokumentiert. [31]
Das alles ist Geschichte und so gesehen nur bedingt von Interesse, hiermit wurde es halt einmal in kompakter Form aus der Sicht eines Beteiligten niedergeschrieben. Allerdings ergaben sich aus den geschilderten Ereignissen Entwicklungslinien, die bis in die heutige Zeit führen.
Das Netzwerk Occulta, in dem die Berliner von Anfang an deutlich überrepräsentiert waren, wandelte sich im Sommer 2002 zum Stammtisch des Netzwerks Occulta, der an jedem ersten Samstag im Monat stattfand und auf dem sich in den besten Zeiten bis zu 50 Menschen trafen. Der organisierte auch den ersten Thelema-Konvent in Berlin am 01. und 02.11.2003, zu dem sich mehr als 100 zahlende Gäste einfanden. Die mitorganisierende TS hatte leider aus Feigheit vor wem auch immer mit der Absage eines Vortrages ihres Chefs ihren einzigen, interessanten Beitrag gestrichen und war nun für Catering und Turnübungen zuständig, was sie nicht davon abhielt, bald die Idee und den Titel für sich zu reklamieren. Beides hatte freilich keinerlei Berechtigung und entsprechend kläglich und schlussendlich erbärmlich scheiterten ihre Versuche einer Zweit- und Drittauflage dieser Veranstaltung unter ihrer Regie in Stuttgart und Berlin.
Sei's drum - im Jahr 2004 wurde aus dem Stammtisch des Netzwerks Occulta der Mentopia-Stammtisch, einige bisherige Teilnehmer blieben weg, andere kamen dazu, insgesamt pendelte sich die Teilnehmerzahl auf fünfzehn bis zwanzig, mitunter fünfundzwanzig Personen ein. Das war mir auch recht, denn das Konzept war jetzt ein anderes - die Stammtische waren nun themenorientiert. So gab es eine Veranstaltung zum Thema Orgonomie nach Wilhelm Reich (September 2004), eine zum Thema Holarchie unter besonderer Berücksichtigung der Werke von Arthur Koestler und Ken Wilber (Oktober 2004), eine zum Thema Empathie (November 2004) und eine zum Thema Kognition mit Einführung in das Werk Howard Gardners (März 2005). Wir besuchten zum Beispiel die Ausstellung "Schrift - Bilder - Denken. Walter Benjamin und die Kunst der Gegenwart" im Haus am Waldsee und veranstalteten einen sehr schönen Stammtisch dazu (Januar 2005), auf dem Walter Benjamin gewidmete Gedichte von Hannah Arendt, Bertold Brecht und Volker Braun vorgetragen wurden, im Anschluss referierte ich über Benjamins Aufsatz "Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit". Wir besuchten die RAF-Ausstellung "Zur Vorstellung des Terrors" im Kunst-Werke Berlin e.V. und thematisierten die Ausstellung und die dort reflektierte Geschichte der RAF auf einem Stammtisch (April 2005), meine Rezension zur Ausstellung ist bis heute im Netz nachlesbar. [32] Der letzte Mentopia Stammtisch fand in kleiner Runde zum Zwecke seiner Auflösung in meiner damaligen Wohnung statt. Im Januar 2006 gab es einen erneuten Anlauf, diesmal unter anderer Leitung und Flagge, nämlich Urban Magic. Ich nahm nur zweimal an der Neuauflage teil und das eher halbherzig, was daraus wurde, weiß ich nicht.
Auch das war öffentlich dokumentiert und mit wenigen Mausklicks verfügbar, bei Peter-Robert König wird es mit keinem Wort erwähnt. Daran, dass er sich vielleicht auf den Pfaden seiner Recherchen im Netz verlaufen und uns nicht gefunden hatte, liegt es nicht, schließlich wurde er gesichtet und hat auch Spuren in der ihm im Netz eigenen Diktion hinterlassen. [33] Doch das dringt offensichtlich nicht in Peter-Robert Königs Wahrnehmung vor, was möglicherweise auch daran liegen mag, dass er mit den oben angeführten Themen nicht allzu viel anfangen kann. In jedem Fall jedoch passt es nicht in sein Bild vom esoterisch-okkult interessierten Menschen und es passt nicht zu seiner Intention, nämlich diese in einer Weise darzustellen, die nur die Schlussfolgerung zulässt, es handele sich bei denen durch die Bank und per se um Psychopathen.
Schließlich sei noch, um das Thema zu Ende zu bringen, erwähnt, dass sich Occulta.net als größte, deutschsprachige Esoterikcommunity in der Technologie des Web 1.0 mit dem fast vollständigen Umzug der angeschlossenen Seiten nach New Aeon City dort fortsetzte, aus dem die Web 2.0-Community My Event Horizon entstand. Aus der wiederum ging Ende 2009 Agape-Thelema.de hervor, eine Site, die Content-Portal und Community in einem mit klarer, thematischer Orientierung ist.
Um an dieser Stelle etwaige Missverständnisse zu vermeiden - es ist nicht so, dass ich König seine selektive Wahrnehmung übelnähme. Nein, sie ist mir vielmehr sehr recht, denn ich gehöre nicht zu denen, welche die Aufmerksamkeit des Peter-Robert König schätzen oder gar wünschen. Gar nicht recht ist mir, dass Herr König sich trotz seiner Unkenntnis der Ereignisse gehalten sieht, selbige zu kommentieren. Im Ergebnis sind selbst seine noch so kurzen Kommentare zu den oben dargestellten Sachverhalten und Ereignissen sachlich falsch. Diesen zu widersprechen ist das Anliegen dieser doch etwas länger geratenen Plauderei. Doch vielleicht sollte ich dem Herrn König irgendwie auch danken, schließlich war dieser Exkurs eine - zugegebenermaßen öfter mal auch sentimentale - Rückschau auf eine sehr schöne und lustige Zeit. Ich muss gestehen, dass ich anlässlich der Recherche in meinem Archiv doch das eine oder andere Tränchen der Rührung im Augenwinkel zerquetscht habe, insbesondere angesichts der schönen Ideen und Ideale, die sich dann leider doch als Illusionen erwiesen, mit denen ich und viele andere Protagonisten jener Ereignisse antraten.
Auf Seite 105 bringt Peter-Robert König in Fußnote 495 den Schwellenbund ins Gespräch, in dem er Personen gesichtet haben will, die nie etwas mit der Gruppe zu tun hatten. Weil Peter-Robert König auch Axel M. Gruner dazurechnet, dachte ich mir, ich frage einfach nach - und siehe - es fanden sich noch etliche andere Sachverhalte, die sich als durchaus erörterungsbedürftig erwiesen.
Die etwas andere Buchrezension - ein Gespräch mit Axel M. Gruner
Neidthard Kupfer: Axel, ich freue mich, dass du dich zu dieser etwas anderen Art einer Buchrezension bereit findest, denn der eine oder andere Aspekt sollte, wie wir oben lesen können, korrigiert werden.
Axel M. Gruner: Ja, das denke ich auch, aber ich kann und möchte hier auch nicht über Leute reden, deren Beweggründe - wenn sie denn welche haben - mir unbekannt sind. In dem Buch betreffen mich persönlich die Seiten 92 bis 122, und hier werde ich natürlich nur etwas dazu sagen, a) wo ich dabei gewesen bin oder b) was in der Zeit liegt, in der ich gleichfalls aktiv war.
Neidthard Kupfer: Versteht sich, wenn sich alle der vermeintlichen, selbsternannten oder tatsächlichen Zeitzeugen an diese sinnvolle Regel gehalten hätten, könnten wir uns jetzt über ein gewinnbringenderes Thema unterhalten, anstatt dem Herrn König die Hausaufgaben hinterherzutragen. Sei's drum - wie stellen sich dir die Ereignisse dar, die Peter-Robert König auf den Seiten 100 und 101 nebst Fußnoten zu beschreiben versucht?
Axel M. Gruner: Auf jeden Fall anders. Es ist auch tatsächlich nur der Versuch einer Beschreibung, da Herr König hier anscheinend - sicher unabsichtlich (?) - dem teilweise doch sehr korrumpierten Material folgt, das ihm von seinen "Informanten" zugespielt wurde. Als ich zur Großloge "Gregor A. Gregorius" (GAG) kam, bestanden zwar immer noch freundschaftliche, aber reservierte Beziehungen zur Communitas Saturni (CS) und auch dem Kreis um Cara-Lashtal, diese lösten sich aber bald auf - unter anderem auch, weil einige dieser Herrschaften meinten, sie könnten oder dürften die Neumitglieder der GAG instruieren oder hätten gar Weisungsbefugnis ihnen gegenüber. Ich empfand dies als haarsträubend. Vor allem, weil der Großmeister (GM) Aragon (sicherlich aus diplomatischen Gründen) dieses nur vorsichtig unterbinden konnte. Die von mir damals gestellte Frage nach der Souveränität der GAG, wenn so viele andere Grüppchen mit reinreden dürften, wurde im Nachhinein von Herren T. so verdreht, dass ich den GM absetzen wollte. Concilium GENA entstand erst, nachdem der Kontakt zur Gruppe um Cara-Lashtal auf Null gefahren war, zu der Zeit hatte jedoch Herr T. mehr als nur gute persönliche Kontakte zur CS. Diese waren irgendwann so "gut", dass er mehrfach gefragt wurde, in welcher Loge er eigentlich aktiv sei, und sie waren auch einer der Gründe für seine späteren Probleme und letztendlichen Ausschluss.
Ich habe übrigens Legatus nie kennen gelernt, auch die Aufzeichnungen und Gedankenspiele der damaligen Zeit wurden archiviert und sorgsam vor den Neumitgliedern der GAG verborgen. Ihr Wiederauftauchen sorgte dann in der inzwischen fusionierten Fraternitas Saturni (FS) für gelinde Verwunderung.
Neidthard Kupfer: Auf den Seiten 102 und folgende berichtet Peter-Robert König von den personellen und daraus folgend organisatorischen Konstellationen um das Jahr 2001 herum, wovon ich einige Aspekte anders wahrgenommen habe. Kannst du mir dazu etwas erzählen?
Axel M. Gruner: Auch ich habe es anders wahrgenommen, und aus einiger zeitlicher Distanz sicherlich auch kritischer. Herr T. wurde mir wahrscheinlich Ende 2000 von unserem gemeinsamen Bekannten Rafael Magis vorgestellt. Herr T. war zwischenzeitlich als freier Schriftsteller oder ähnliches in Hamburg aufgeschlagen, suchte aber weiterhin nach Kontakten in esoterischen Kreisen. Von einer Ortsloge war damals noch keine Rede. Er hatte eher die Idee, eine Gesellschaft aufzuziehen, die nicht nur esoterischen sondern auch wirtschaftlichen und sozialen Zwecken dienen sollte. Nennen wollte er sie Pansophische Gesellschaft. Rafael Magis wies ihn deswegen daraufhin, dass es bereits eine (zu dieser Zeit inaktive) Pansophische Gesellschaft (s.u.) in Hamburg gab, und er sich deswegen freundlicherweise einmal mit mir in Verbindung setzen sollte, wenn er in Sachen Magie etwas in Hamburg machen wollte.
Herr T. ist nun weiß Gott kein Magier, nicht einmal ein Thelemit. Zu dieser Zeit schlief er immer gerne mit einer Bibel unter seinem Kopfkissen. Rafael Magis und ich fanden aber andere esoterisch und magisch Interessierte, so dass wir einen kleinen, rührigen Kreis vorzuweisen hatten, der gerne in die GAG aufgenommen wurde. Rafael Magis und ich wurden der Neophytengrad, Gradus Mercurii und Gradus Solis aufgrund unserer Meistergrade im Ordo Templi Orientis (O.T.O.) beschleunigt vergeben. Dies gefiel z.B. Hermes gar nicht - was ihn eigentlich gar nichts anzugehen hatte - und so durften wir den Gradus Solis dann noch einmal komplett und rituell in Kaiserslautern nachholen. Aber das ist schon okay, ich finde man kann gar nicht oft genug sterben. Beim Eintritt in die FS haben übrigens alle Mitglieder der GAG die gleichen Prüfungen abgelegt wie alle anderen Mitglieder, um eine Bevorzugung oder Übervorteilung auszuschließen. Dies schloss auch die rituelle Aufnahme in die betreffenden Grade ein.
Die Pansophische Gesellschaft wurde tatsächlich gegründet und hatte nicht nur Mitglieder aus dem esoterischen Bereich. Die Idee, auch Wissenschaft, Wirtschaft und Soziales einzubinden, erschien damals eigentlich ganz gut, nur stellte sich bald heraus, dass es keine saubere Trennung zwischen den einzelnen Körperschaften gab und Herren T.s Ziele nicht unbedingt deckungsgleich waren mit denen aller anderen. Die Grenzen wurden sagen wir mal immer "unsauberer" und "verschwommener", Mitglieder fühlten sich ausgenutzt und betrogen, so dass nach und nach alle Gründungsmitglieder aus der PG austraten, da sie sich mit den Zielen von Herren T. nicht identifizieren konnten. Das ist alles hinlänglich im Netz dokumentiert.
Zu dieser Zeit musste ich auch meine Arbeit im RAUR abbrechen (den Namen Pansophische Gesellschaft für die unteren Grade des RAUR hatten wir inzwischen abgelegt). Zum einen ging es mir damals miserabel und ich wurde punkto PG sagen wir mal reizbarer, außerdem flossen über die sich inzwischen gesponnenen Verbindungen zu anderen Gruppierungen immer fremdartigeres Gedankengut in die Logenarbeit ein. Zu diesem Zeitpunkt legte ich den Namen Knumis (der Töpfer), den ich auch als GM des RAUR führte, endgültig ab.
Ich bin NICHT aus der PG ausgetreten, um Meister vom Stuhl (MvSt) der GAG in Hamburg zu werden. Der MvSt Agrippa wurde wegen der Verquickung von PG und GAG untragbar, vor allem auch wegen seinen regen Publizierungen unter verschiedenen Nicknames im Internet. Er wurde schließlich abgesetzt, und ich zum MvSt gewählt. Er war damals schon kurz davor, ausgeschlossen zu werden. Es ist nicht verwunderlich, dass er kurze Zeit später Hamburg verlassen musste und dann u.a. bei den "Hexen von Udenheim" wohnte - in diese Zeit fällt anscheinend auch sein wieder erstarkendes Interesse an der katholischen "Lebensart".
Neidthard Kupfer: Grundgütiger! Über die ist ja derzeit [März 2010 - Red.] allerhand aus den Medien zu erfahren. Auf Seite 103 bezieht sich Peter-Robert König auf eine, am 29.05.2004 auf Arte ausgestrahlte Dokumentation "Magic Things - Think Magic" [34] aus dem Jahr 2002 unter Beteiligung der GAG, die ich - vermutlich glücklicherweise - nicht gesehen habe, zumal ich schon ein gutes Jahr vorher die Videoaufzeichnung einer Sendung namens "Die Hexen von Udenheim" [35] nur in höchster Not knapp überstand. Was hat es denn mit der GAG und dem "magischen" Fernsehfilmchen auf sich?
Axel M. Gruner: Sage nichts Schlechtes gegen die "Hexen von Udenheim", Neidthard! Du glaubst gar nicht, wie viel Freude dieser Film in esoterischen Kreisen schon hervorgerufen hat. Die Herren, die sich da im Fernsehen rund um Herrn T. tummelten, wurden für ihre Darstellung nicht aus den Reihen der GAG geholt, sondern vor allem aus den Reihen der CS. Bedauerlicherweise gab es zu dieser Zeit tatsächlich Doppelmitgliedschaften, die logischerweise spätestens zu diesem Zeitpunkt getrennt wurden. Herr T. kam seinem unehrenhaften Ausschluss aus der GAG um genau drei Minuten mit einer "Deckung" zuvor. Ob er seitdem Mitglied in irgendeiner anderen Gruppierung ist oder geblieben ist, entzieht sich meiner Kenntnis, aber in der FS war er nie, und im Nachhinein gibt es auch einige, die sagen, dass solange er der Dunstkreis der GAG bildete, die spätere Fusion niemals durchgeführt worden wäre.
Neidthard Kupfer: Auf derselben Seite bringt Peter-Robert König in der Fußnote 482 auf Seite 103 diverse Gruppen ins Gespräch, und zwar einige in Verbindung mit deinem Namen. Wie waren denn die Konstellationen wirklich?
Axel M. Gruner: Die Pansophische Gesellschaft (PG) war der Titel der untersten Triade des Gesellschaft von Himmel und Erde im Reformierten Alten und Universellen Ritus (RAUR), das was bei den Maurern die Blauen Logen sind. Im RAUR speisten sich das Brauchtum und die Ritualistik der unteren Grade vor allem aus dem Druidentum und anderem, weswegen diese Grade auch die Grünen Logen genannt wurden. In späteren Zeiten vereinfachten wir den komplexen Namen des Ordens einfach in RAUR. Dies war zwar eigentlich nur die Art und Weise der Arbeit, die Lehrart, wenn man so will, aber einfacher zu handhaben.
Mit dem O.T.O. oder anderem hatte das nichts zu tun, so oft und so gerne das Herr König auch behaupten mag. Auch besteht meinerseits keine Antipathie gegen den O.T.O. per se oder seine Mitglieder. Der RAUR wurde sogar noch während meiner Mitgliedschaft im O.T.O. gegründet, da gab es auch keine Probleme. In der damaligen Zeit war "magische Arbeit" insgesamt noch ein bisschen lockerer und offener. Gründer waren außer Mizrael und mir auch noch ein dritter Herr, und die Gründung erfolgte auch nicht als Reaktion auf irgendwie geartete miesen Erfahrungen, die ich und der dritte Herr auch nicht teilen könnten. Alles Bullshit.
Neidthard Kupfer: Auf den Seiten 103 und 104 nennt Peter-Robert König einige Titel, die er mal Ritualen, mal Arbeiten zuordnet, wobei das "puplicus" in einem der Titel mich die Quelle seiner Recherche ahnen lässt. Könntest du das ein wenig sortieren?
Axel M. Gruner: Herr König zitiert hier die Titel einiger Artikel aus der Logenpublikation der GAG, den von mir redaktionell betreuten "Saturn Runen", die später übrigens von der FS weitergeführt wurden.
Wenn Herr König ein "Rituale verbo puplicus" veröffentlicht, so stammt dies aus den Aufzeichnungen von Herren T., der drolligerweise trotz seiner Zeit als "Zeremonienmeister im Vatikan" teilweise auf dem Kriegsfuß mit der lateinischen Sprache steht, wie z.B. seine gern zitierte Idee einer "Fraternitas Catena Aurensis" ja auch nahe liegt.
Auf Seite 104 geht Herrn König auch ein bisschen die Chronologie durcheinander. Die zitierte Stellungnahme der FS, die vom Großkanzler verfasst wurde, stammt aus dem Jahre 2006, ein paar Jährchen, nachdem die Fusion der Rest-GAG und der FS erfolgte.
Neidthard Kupfer: Der Hinweis auf die Diktion der Zuträger des Peter-Robert König ist interessant. In der Tat kann man am konkreten Beispiel im "Satan - Jünger, Jäger und Justiz" und im "Homunculi" deutlich erkennen, was ihm der T. zugetragen hat, der ja nicht nur mit der lateinischen Sprache auf Kriegsfuß steht, sondern mit jeder anderen auch, die er glaubt, sprechen und schreiben zu können. Auf Seite 104 erzählt uns Peter-Robert König, in der GAG hätte man zum Zwecke höherer Erkenntnis auch mal auf doch ziemlich weltliche Lektüre zurückgegriffen. Was war da los?
Axel M. Gruner: Nichts war da los. Herr König verweist ja selbst auf "Folklore und Klatsch" als Teile seiner Arbeit. Warum also nicht mal in einem Klatschblatt nachblättern? Nur waren es damals Rafael Magis und Herr T., die blätterten. Es ging auch nicht um korrekte Umgangsformen, sondern um "Social Skills". Andere Mitglieder der Loge fanden dies nicht unbedingt so relevant, aber auch nicht so ein einschneidendes Erlebnis. Zum Beispiel all diejenigen, die in einer festen Beziehung standen oder verheiratet waren.
Neidthard Kupfer: Das leuchtet ein, gleichwohl ist es natürlich und grundsätzlich löblich, hin und wieder auch Presseerzeugnisse eher profanen Zuschnitts zu studieren, wenn auch im Fall des Herrn T. selbst die Lektüre von Gesellschaftsmagazinen olfaktorisch und in puncto Satisfaktionsfähigkeit nicht mehr viel ausrichten konnte. Allerdings war der Herr T. ja auch mehr für seinen, wenn man es so nennen will, Eifer im Dienste welches Herrn auch immer bekannt. Ich nahm an, er sei ausgeschlossen worden, auf Seite 105 schreibt Peter-Robert König aber von einem Austritt des T.
Axel M. Gruner: Zu Herrn T.s Mitarbeit siehe oben - wie gesagt kam er seinem Ausschluss um genau drei Minuten zuvor. Die E-Mail von 2007 ist vollkommen korrekt.
Neidthard Kupfer: Ebenfalls auf Seite 105 bringt Peter-Robert König in Fußnote 495 den Schwellenbund ins Gespräch, der in Berlin ansässig war, sich Königs Recherche zufolge mit Kampfkunst beschäftigt haben soll und in dem auch du, Rafael Magis und der unvermeidliche Herr T. tätig gewesen sein sollen. Nun ja, wenn dem so gewesen wäre, hätte der Schwellenbund den wahrscheinlich ersten Fernkurs zum Studium der Kampfkunst erfunden. Es gab in der Tat in Berlin eine Gruppe namens Schwellenbund und einige ihrer Mitglieder befassten sich unter anderem auch mit Kampfkunst - allerdings nicht im Schwellenbund, sondern in für diesen Zweck besser ausgestatteten und organisierten Einrichtungen. Nur wurden weder du noch die anderen Herren dort je gesichtet. Der Schwellenbund war Teil des eingangs von mir beschriebenen Netzwerks Occulta und ich kannte resp. kenne die seinerzeit tatsächlich Beteiligten persönlich.
Axel M. Gruner: Tja, … wem glauben? Der Herr König verortet mich in deinem Netzwerk, muss ich jetzt noch Mitgliedsgebühren nachreichen? Das hättest du mir aber auch früher sagen können, bis zur erstmaligen Lektüre von Herren Königs Homunkulus war mir das nämlich gar nicht bewusst.
Neidthard Kupfer: Na ja, es war nicht mein Netzwerk, das Portal Occulta.net lag auf einer Website, die ich hostete und administrierte, und das Netzwerk Occulta war meine Idee. Der Schwellenbund war als Mitglied ein Teil von beidem. Aber die Nachzahlung von Mitgliedsgebühren, natürlich zuzüglich der Zinsen und Säumniszuschläge, ist eine gute Idee. Ich mache dann mal eine Rechnung fertig. :-)
Wenn man Peter-Robert Königs Darstellung auf Seite 107 glauben schenkt, kann man in der FS unter Umständen sehr schnell Meister werden. Also ich hätte da gerade einen schicken Bilderrahmen frei und vielleicht könnte ich, so en passant quasi, …
Axel M. Gruner: In der FS wurde nie jemand "hastig" zu Meistern gemacht. Selbst die Meister der GAG mussten alle relevanten Prüfungen und Aufnahmen (erneut) ablegen. Wenn du einen leeren Bilderrahmen hast, kann ich dir da gerne einen großen grünen Smiley reinmalen, oder du investierst so 100 Tacken und kaufst dir die gleiche windschiefe "Urkunde", mit der auch Herr König sich seit einiger Zeit schmückt. Die kriegst du aber nicht in der FS, da müsstest du dann doch deinen Widerwillen überwinden und noch an anderer übel beleumundeter Stelle nachfragen.
Neidthard Kupfer: Hmm, das ist jetzt aber schade. Aber solange der angeblich echte und nur dort originale Stempel der Fratermitas drauf ist - wer kann das in zehn Jahren noch prüfen? Doch ich bezweifle, dass der derzeitige Besitzer des Stempels mir nach meiner Kurzrezension seines Lebenswerks [36] den noch auf ein Papier drückt. Auf Seite 108 schreibt Peter-Robert König über Aragons Ausschluss aus der FS. Das klingt, als hätte GM Thoth den im Alleingang vollzogen. War das so?
Axel M. Gruner: Herr König selbst druckt die Rüge an Aragon ab und ihm sollte klar sein, dass es hier nicht der "Logenobere" ist, der gegenzeichnet, sondern der gesamte Großbeamtenrat, es also keine individuelle Äußerung war, sondern eine amtliche.
Es gab auch keine "Mechanismen", von wem auch immer. Hier wird falsch aus dem alten Aufnahmeritual der FS zitiert, und aus den symbolischen Strafen des Textes, wie man sie ähnlich auch bei den Freimaurern findet, eine heiße Verschwörungsnummer komponiert. Das ist ungefähr das Niveau von Dan Brown.
Neidthard Kupfer: Ich protestiere energisch! Was immer man von Dan Brown halten mag - den Vergleich mit Peter-Robert König hat er nun wirklich nicht verdient. Browns Bücher sind spannend und unterhaltsam geschrieben und seine Stories sind in sich schlüssig. Nichts davon trifft auf Peter-Robert Königs - nun ja - Schaffen zu. Mit seinen Büchern ist es eher umgekehrt, daran ist all das spannend und gelegentlich von hohem Unterhaltungswert, was nicht von ihm ist, also die Texte und Dokumente, die von anderen Personen verfasst wurden. Apropos schlüssig - was hat es denn mit den Regeln und Gesetzen auf sich, von denen Peter-Robert König auf Seite 118 erzählt?
Axel M. Gruner: Das ist eigentlich offensichtlich, wenn man genauer hinschaut. (Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.) Allerdings weisen die auf dieser Seite erzählten Geschichten ziemlich deutlich auf den "Informanten" hin, dem Herr König - sicherlich unabsichtlich - aufgesessen ist. Der Inhalt des Artikels ist schlicht eine Ermahnung zur Einhaltung der Arkandisziplin, also auch der Privatsphäre der Mitglieder der Loge. Dies ist nicht ungewöhnlich, sondern sinnvoll: Es ist selbstverständlich, dass eine Diskussion von internen und vertraulichen Inhalten mit Außenstehenden ein Vertrauensbruch ist, der nicht gerne gesehen wird. Heutzutage würde man so etwas eine Datenschutzvereinbarung nennen (vor allem im Bereich des IT wie man weiß sehr wichtig).
Und es geht hier um ausgeschlossene Mitglieder, nicht bloß um solche, die einfach ausgetreten sind. Aus der Loge Fraternitas Saturni wird man nur ausgeschlossen bei kriminellem oder Ansehen und Wohl der Loge oder ihrer Mitglieder schädigendem, man könnte auch sagen "antisozialem" Verhalten.
Natürlich kann die Loge niemandem den Umgang mit anderen Menschen verbieten, tut sie auch nicht. Mit vielen ehemaligen Mitgliedern bestehen weiterhin Kontakte oder freundschaftliche Bindungen. Den alten Herren Englert in so eine schwachsinnige Diskussion einzubinden, ist schon mehr als eigenartig. Es gibt nur eine Person, die in identischer Wortwahl den Inhalt des Artikels trotz mehrfachem Hinweis so gründlich missverstand und sich deswegen künstlich aufregte. Wenn so etwas direkt neben Mails und anderem widerrechtlich veröffentlichten privatem Material steht, kann man sich des Verdachtes nicht erwehren, dass der Artikel in seiner Kürze vielleicht latent missverständlich formuliert wurde, ihm die Ereignisse der letzten Zeit jedoch (leider) Recht gegeben haben.
Neidthard Kupfer: Damit wären wir mit diesem Kapitel durch, doch bevor wir zum Ende kommen, sei mir noch eine Anmerkung bzw. ein Einwand gestattet. Du verweist an zwei Stellen darauf, dass Peter-Robert König "unabsichtlich" Fehlinformationen aufgesessen wäre. Ich halte es - insbesondere angesichts der Tatsache, dass Peter-Robert König für seine Bücher eine wissenschaftliche Herangehensweise reklamiert und sich immer wieder mehr oder weniger explizit als Wissenschaftler darstellt - für wenig wahrscheinlich, dass jemand unabsichtlich eine oder mehrere Personen zweifelhaften Rufs kontaktiert oder gar trifft, um von ihnen unabsichtlich Material von ebenso zweifelhafter Qualität zu empfangen resp. zu kaufen, das er dann unabsichtlich in gleich zwei Büchern verarbeitet und, basierend auf dem solcherart unabsichtlich erworbenen Material, unabsichtlich fragwürdige Schilderungen und Bewertungen der seinerzeitigen Ereignisse abgibt. Darüber hinaus ist vollkommen irrelevant, in welcher Absicht er zu seinen Einschätzungen kommt, für die Bewertung von Peter-Robert Königs Darstellungen ist nur relevant, dass er sie so abgegeben hat, wie wir sie hier diskutiert haben. Mit anderen Worten - relevant ist ausschließlich sein Tun und seine Verantwortung für selbiges, seine - wie auch immer gearteten - Absichten sind von keinerlei Interesse, allemal unter dem Aspekt der von ihm selbst deklarierten Wissenschaftlichkeit. Das als Nachtrag, ich danke dir für das informative und aufschlussreiche Gespräch.



