Szeneberichte
In Nomine ...
Communitas Saturni & GAG
Communitas Saturni & GAG

1993 wird in Kaiserslautern die Communitas Saturni gegründet. Diese Loge erhielt von „Meister Immanuel" (Mitglied der FS seit Oktober 1955, Orient Berlin) ein „Logenpatent", unterhält Tochterlogen und bezeichnet sich deshalb als Großloge. Mit Brief vom 23.06.1999 (gesiegelt als "Großmeister der Fraternitas Saturni") schreibt Immanuel auf Seite 3 über die Gründung der Communitas Saturni und Loge G.A.G.:

SELBSTDARSTELLUNG Quelle: http://www.communitas-saturni.de/Eigendarstellung/body_eigendarstellung.html
Historie
Die Communitas Saturni ist eine thelemitische Gemeinschaft ausgewählter Mitglieder, die sich entschlossen haben, den Weg Saturns zu gehen. Als okkulte Freimaurer-Loge arbeitet die Communitas Saturni am geistigen Tempelbau der Menschheit, indem die Mitglieder sich und andere geistig und magisch zu veredeln suchen, um dadurch einen allgemeinen Menschheitsbund herbei zu führen, den sie im Kleinen bereits darstellt. Denn wenn wir uns weiterentwickeln verändern wir auch die menschliche Gesellschaft. Dabei berufen wir uns auf Gregor A. Gregorius, dem Begründer der neuzeitlichen Saturn-Logen.
Gregor A. Gregorius war Generalsekretär der “Großen Pansophischen Loge” von Meister Recnartus in Berlin, bevor er im Jahre 1928 die Fraternitas Saturni gründete. Deren Grundstein wurde auf dem Konzilium von Weida in Thüringen gelegt, das im Jahre 1925 von Meister Recnartus einberufen worden war, um die Führung der von ihm geleiteten Gruppen festzulegen. Auch die Kontrolle der deutschen Abteilung des Ordo Templi Orientis (OTO) war nach dem Tode von OHO (Outer Head Of Order) Theodor Reuß an Meister Recnartus gefallen, obwohl Reuß Aleister Crowley zu seinem Nachfolger ernannt hatte. Wohl da zu diesem Zeitpunkt die Lehren Crowleys in Deutschland keine allgemeine Anerkennung fanden, leistete der deutsche OTO massiven Widerstand gegen die Ernennung Crowleys zum neuen OHO. Nach der Konferenz in Weida fiel die Kontrolle des deutschen OTO Aleister Crowley zu, was zur Spaltung und im Jahre 1926 zur rituellen Schließung der Berliner Pansophia führte. Diejenigen, die Aleister Crowley als Therion anerkannten, traten dem OTO bei, die restlichen gründeten unter Schirmherrschaft von Gregor A. Gregorius im Jahre 1928 eine neue saturnische Loge - die Fraternitas Saturni.
Bereits kurz nach Hitlers Machtübernahme 1933 fiel auch die Fraternitas der Zensur des Nationalsozialismus zum Opfer und wurde verboten wie viele andere Parteien, Vereine oder sonstige als suspekt erachtete Organisationen in dieser Zeit. Erst in den fünfziger Jahren fanden einige der älteren Mitglieder wieder zusammen um ihre Arbeit fort zu führen. Es folgte eine Zeit des Wachstums und großer Aktivität für den Orden, was allerdings bereits Anfang der sechziger Jahre von internen Schwierigkeiten überschattet wurde. Hauptsächlich nach Gregorius' Tod 1964 kam es immer wieder zu Streitereien innerhalb der Gemeinschaft, was zum Austritt vieler hochgradiger Mitglieder führte und auch zu Abspaltungen in kleinere Arbeitskreise. Aus diesem Umfeld entstanden zahlreiche neue Gruppierungen, u.a. auch der Ordo Saturni, eine der wenigen Logen, die wie die Fraternitas bis heute existiert.
Die Geschichte der Communitas Saturni beginnt nun im Jahre 1993, gegründet in Kaiserslautern durch Großmeister Immanuel, der das Großlogen-Patent an die Loge übertragen hat. Die Communitas Saturni arbeitet in der Tradition und mit den Originalritualen von Gregor A. Gregorius und nach dem freimaurerischen Grade-System des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus. Die Namengebung Communitas (= Gemeinschaft) statt Fraternitas (= Bruderschaft) ist beabsichtigt, da die Communitas Saturni außerhalb der Polaritäten arbeitet und sowohl männliche als auch weibliche Mitglieder aufnimmt.
Nachdem sich der Großmeister im Alter von 72 Jahren von der aktiven Arbeit der Communitas Saturni zurückgezogen hat, wurden im April 1995 die neuen Logenräume in Mannheim eingeweiht. Im Jahre 1998 konnte dann der erste Orient in Wiesbaden eröffnet werden.
[...]
Mitgliedschaft in der Communitas Saturni
Derzeit finden die Logentreffen in der Mutterloge in Mannheim statt. Außer dem monatlichen Saturnritual, mit dem wir uns mit den kosmischen Kräften in Verbindung setzen, finden auch Treffen zu praktischen Arbeiten im Bereich Magie und Mystik statt. Inhaltliche Themen sind die verschiedensten Sachgebiete der okkulten Systeme.
Jedes Mitglied ist verpflichtet, an seiner inneren Vervollkommnung zu arbeiten und seine Erfahrungen in die Gemeinschaft einzubringen, so daß die Geschwister auf diesem Wissen aufbauen können. So entsteht ein reger Informationsaustausch, und jeder erhält für sich weitere Anregungen und Winke für die Weiterentwicklung auf dem Weg des Saturn. Da sich die Communitas Saturni als hermetische Loge versteht, ist über die Privatangelegenheiten der Mitglieder, erörterte Lehren und die Ordensrituale gegenüber Nichtmitgliedern striktes Stillschweigen zu bewahren. Obwohl bereits über die meisten Geheimlogen Bücher veröffentlicht worden sind, ist die Tradition der Geheimhaltung immer noch sinnvoll, da der Schlüssel zu einer Erfahrung in der sukzessiven Anwendung liegt und z.B. ein Ritual nur schrittweise und durch die entsprechende Initiation in seinem Aufbau verstanden werden kann, gemäß dem Leitsatz “der Weg ist das Ziel”.
Wer sich für die Mitgliedschaft in der CS interessiert, muß das 18. Lebensjahr vollendet haben und wird zunächst für ein Jahr auf Probe in die Gemeinschaft integriert. Dies ist für beide Seiten von Vorteil, da sowohl der angehende Neophyt als auch die Gemeinschaft genügend Zeit haben herauszufinden, ob eine Vollaufnahme wirklich in Betracht kommt. Außerdem soll das Probejahr dem Anwärter dienen, seine Verpflichtungen gegenüber Saturn zu prüfen genauso wie seine Bereitschaft zur Mitarbeit in der Gemeinschaft. Dabei ist persönlicher Kontakt und die regelmäßige Teilnahme an den monatlichen Logentreffen unbedingt wünschenswert.

Die "Loge G.A.G. der FS Kaiserslautern" scheint ein Abkömmling der "Communitas Saturni" zu sein, in der sich spirituelle "Größen" wie "Aragon" (M.S.), "Legatus" (C.T.) und "Agrippa" (F.T.) u.a. ein Stelldichein gaben. Von dieser Loge hat man nicht viel gehört, lediglich ein paar verstreute Dokumente deuten auf eine rituelle Tätigkeit hin.
Diese Loge, die wohl auch aus der "Meisterschmiede" des Immanuel zu stammen scheint, zeichnet sich durch eine besonders eigenartige Struktur aus.
Im einem Schreiben des "Magister Selectus Sapientae .°.Aragon.°." vom 26.01.1999 wird Immanuel als "ausgetretener Großmeister und Lehrer" bezeichnet. Der Vorschlag des "Magister Templarius" Wilhelm, sich doch geschlossen den OS von Seth Horus anzuschließen, wird abgelehnt, da dieser GM Alkoholiker sei und sein Eigenheim aus Logenmitteln finanziert haben soll. Es steht an, zu bezweifeln, daß die bescheidenen Einkünfte aus einer Saturnloge ausreichen, ein Eigenheim zu finanzieren. Immerhin handelt es sich dabei um Kleinstgrüppchen.
Aragon befindet den OS für unterdurchschnittlich qualifiziert und ist so freundlich, den GM der FS aus dem Logeninfluxus "in Frieden" zu entlassen.
Interessant ist, daß zur selben Zeit der (ehemalige) GM der Loge GAG seinen Anwalt beauftragt, gegen Aragon vorzugehen, dem er vorwirft, in der Wohnung von Immanuel reichlich Ungeziefer ausgebracht zu haben.
Am 03.04.1999 feiert die "Loge und Grossloge der FS Gregor A. Gregorius" zuhause bei "Großmeister Aragon" das "Groß- und Meister- Festritual".
Anwesend ist hier auch der "1.Aufseher Br. .°.Agrippa.°.", der vielen in der Esoterikszene als "Vikar von Wiesbaden" bekannte Federico T., der sich auch schon gern mal als "thelemitischer Papst" zu erkennen gibt und neuerdings nach einer in der Freikatholischen Kirche gescheiterten Bischofskarriere als "episcopus vagans" herumgeistert. Der "Bischof" soll vom "Großmeister Aragon" zum Saturnmeister ernannt worden sein, womit Agrippa gern hausieren geht.
Zu neunt feiert man ein Ritual, frühststükt abends cylonesisch und lauscht ergriffen den weisen Worten des Br. .°.Agrippa.°., letzthin gedenkt man der Arbeit des Meisters Immanuel, der zu dieser Zeit Verfahren wegen der Verseuchung seines Tempels mit Ungeziefer gegen Aragon führt und diesen beschuldigt, am Abend des 20.02.1999 einen Mordanschlag auf ihn verübt zu haben. Ferner wirft Immanuel Aragon und Agrippa den Diebstahl von Logeneigentum vor.
Entgegen den Worten des "Großmeisters Immanuel" (Übergang von CS in GAG) scheint es nun doch zwei Logen zu geben (wobei der Satz "Drei sind eine Loge" hier zu berücksichtigen ist). Zumindest deuten Schriftsätze des "Großlogensekretärs" Legatus darauf hin. am 24.03.2000 schreibt er am "Meister Hermes" und an die "Communitas Saturni e.V." - wobei ein eingetragener Verein "Communitas Saturni" beim Registergericht L2 des AG Mannheim nicht feststellbar ist.
Hintergrund: Im Jahr 2000 versuchen die Klein- und Kleinstlogen in einem "Netzerk für magische Kommunikation" eine Plattform zu errichten, um sich etablierten Logen in der Gewichtung gleichzustellen. Dieses Netzwerk gibt eine Publikation heraus, in der eine Gruppe Werbung schaltet, die sich "In Nomine Satanas" nennt. Diese Werbung wird Anfang 2000 wohl gekänzelt.
Herausgeber des Magazins "NW" und "Großlogensekretär der GAG" in Personalunion fühlen sich berufen, gegen die vermeindliche Verleugnung des Meister Hermes vorzugehen. So schreibt Legatus also am 23.04.200 zunächst an Hermes und bläst sich juristisch enorm auf, er versucht, Meister Hermes zu bluffen und durch seine ihm eigene pseudojuristische Sprache ion die Enge zu treiben. Er wirft Hermes vor:
"[...] hast Du anläßlich des Logentreffens im Kreise von Mstr..:Thot:., Mstr .:Aragon:.,Mstr..:Arn:. und Mstr. .:Agrippa:. behauptet, der INS habe [...] nicht meht inseriert, weil im NW für 'Sexrituale mit 15-jährigen Mädchen' geworben worden sei."
Es folgt eine Reihe von juristisch fragwürdigen Drohungen gegen Hermes mit der Aufforderung, seine Aussage zurückzunehmen. Saturnbrüderliche "Verständigung" eben. In dieser Szene ist man immer schnell mit der Jurisprudenz bei der Hand, das kennt man ja.
Dann wechselt Legatus schnell die Funktion und wird zum "Großlogensekretär", verfasst ein zweites Schreiben, mit dem er eine Abschrift des ersten an den " eingetragenen Verein" Communitas Saturni sendet. Legatus ist Beamter, da geht sowas seinen Gang und wird entsprechend ausformuliert. Deutsche Verwaltungsgründlichkeit eben. Bei den Kollegen von der CS, die aller Wahrscheinlichkeit nach personalidentisch mit einigen der GAG sind, läßt Legatus dann ordentlich Dampf ab. Er unterstellt persönliche Animositäten als Motivation und versucht, Hermes dadurch zu diskreditieren.
Die ganze Vorgehensweise mutet angesichts der Tatsache, daß es sich da um eben ein halbes Dutzend Akteure geht, schon etwas skurril an und wächst sich nach und nach zu einer "Saturnian Soap Opera" aus. Mittlerweile existiert dieses "Netzwerk" nicht mehr, und aus den neuerlichen Scherben dieser Zweckgemeinschaft sind weitere Splittergruppen entstanden, wie z.B. der "OTS" und andere Kleinstgruppen. Letztlich muß man FS und OS -trotz aller Spaltungen, Irritationen und Verwerfungen- wohl die bislang beste Konsistenz im saturnischen Kult zusprechen.
Faksimlies der hier zitierten Dokumente:

Ein Schreiben des "GM Immanuel" vom 23.06.1999 mit seinem "magischen Lebenslauf".
Auf Seite 3 erwähnt er CS und GAG.
Alle hier gezeigten Dokumente liegen als Faksimile vor und sind i.S.v. anonymisierten Volltextzitaten zur Demonstration historischer Abläufe zu verstehen.










