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Die Fraternitas Saturni
Die Fraternitas Saturni

Die Fraternitas Saturni ist eine quasi-maurerische Organisation, die sich dem saturnischen Prinzip verschrieben hat. Im Verlaufe ihrer bewegten Geschichte tauchten immer wieder verschiedene Gerüchte auf, die in ziemlich kruden und abstrusen Vorwürfen gipfelten. Es soll hier versucht werden, anhand historischer Dokumente und erreichbarer Quellen ein möglichst objektives Bild von der Saturnbruderschaft zu zeichnen.
SELBSTDARSTELLUNG - Quelle: http://www.fraternitas.de/historie/01.htm
Die Fraternitas Saturni ist seit ihrer Gründung im Jahre 1928 durch Eugen Grosche - bekannter unter seinem Logennamen Gregor A. Gregorius - eine der berühmtesten magischen Logen Deutschlands.
Von vielen Kennern der Szene wurde sie für geraume Zeit für nicht mehr existent gehalten, da sie für etliche Jahre nicht öffentlich in Erscheinung trat, bis sie 1994 mit der Schrift "Die Fraternitas Saturni heute" ein Lebenszeichen setzte. Tatsächlich ist sie nicht nur sehr lebendig, sondern hat sich auch über den Okkultismus der Gründerjahre und der Nachkriegszeit weit hinaus entwickelt. Sie entspricht heute weit mehr jenem ehrgeizigen Ideal einer magischen Bruderschaft, das ihre Väter bei der Gründung wohl erträumt hatten und das aber letztlich immer wieder an persönlichen Interessen und kleinlichen Streitereien zerschellte.
Das Bild der Fraternitas Saturni in der Öffentlichkeit ist extrem gespalten. Während einige in ihr die einzige wirklich arbeitende magische Loge in Deutschland sehen, wird sie von anderen als Satanistenbund angeprangert und in den Medien auf übelste Weise verleumdet. Das ist seit ihrer Gründung so - nicht zuletzt inspiriert durch Schriften von Gregorius selbst - und hat sich auch nur insofern geändert, als inzwischen die Fülle des nicht authentischen Materials über die Loge erheblich zugenommen hat, wie auch die Aggressivität und die Möglichkeiten der Medien. Doch Lügen werden nicht dadurch wahr, dass man sie immer wieder wiederholt, wohl aber wird es immer schwerer, ihnen entgegen zu treten.
Tatsache ist, dass es derzeit für Freunde wie Gegner schwer ist, sich ein auch nur annähernd realistisches Bild der Loge zu machen, und dies, obgleich die Fraternitas Saturni ganz sicher kein Geheimbund ist, wie so oft behauptet wird. Immerhin stand sie von Anfang an im Lichte der Öffentlichkeit, gab Publikationen wie die Blätter für angewandte okkulte Lebenskunst heraus und warb um Mitglieder. Ziele und Ideen der Fraternitas Saturni waren daher stets der Öffentlichkeit zugänglich.
Dennoch, als 1994 das Interview von Frater V. D. mit G. M. Thot erschien, war fast ein Vierteljahrhundert vergangen, in dem die Loge nichts mehr veröffentlicht hatte. Ein Vierteljahrhundert, das keineswegs als Blüte der Loge zu bezeichnen ist, in dem vielmehr Auseinandersetzung und Spaltung wesentlicher Teil von Wandlung und Entwicklung waren und die Existenz der Loge immer wieder aufs Spiel setzten. Nach außen Schweigen, im Innern Bereinigung und Kristallisation des Saturnwegs. Es ist verständlich, dass sich die Fraternitas Saturni in dieser Phase den zahlreichen Gerüchten und Legenden, die zunehmend über sie in Umlauf kamen, nicht entgegen stellen wollte und konnte. Man war mit existentielleren Problemen beschäftigt und gar nicht in der Lage, die hierzu erforderliche Zeit, das Geld und die Energie aufzubringen
Während man zunächst wohl eher belustigt war über die Dinge, die da in Umlauf kamen, einige sich vielleicht auch in dem verruchten Image gefielen, das da entstand, sah man später diese Entwicklung doch mit einer gewissen Sorge, ohne jedoch bereit oder in der Lage zu sein, daran etwas zu ändern. Unbestreitbar gab es hier nämlich auch eine gewisse Rückkopplung. Der zweifelhafte Ruf der Loge zog natürlich sehr schnell jene Personen geradezu an, die sich in solcher Pose gefielen und deren Ziele und Vorstellungen von Magie schon mit der damaligen, ganz zu schweigen der heutigen Fraternitas Saturni, so gut wie nichts verband. Da man bei der Aufnahme nicht immer selektiv genug vorgegangen war, waren Probleme unvermeidbar. Richtungsstreitigkeiten, Spaltung und Orientierungslosigkeit prägten daher die Logengeschichte der späten sechziger und siebziger Jahre, in deren Verlauf aber reichlich Ballast abgeworfen werden konnte. Wesentlich in diesem Zusammenhang ist vor allem die Abspaltung des Ordo Saturni, bei der auch eine Anzahl "Meister" die Fraternitas Saturni verließ und damit den Weg für einen Neubeginn frei machte.
Natürlich wusste anfangs der achtziger Jahre noch niemand so genau, wohin sich die Fraternitas Saturni entwickeln sollte. Klar war, dass man den Alte-Männer-Okkultismus der fünfziger Jahre endlich und endgültig hinter sich lassen wollte. Überdies war es nach all den Reibungsverlusten höchste Zeit, sich an die Durchsetzung der saturnischen Ideale Brüderlichkeit, Nüchternheit und Effizienz zu machen und Saturnmagie neu zu definieren. Nachdem man die Ewiggestrigen - schmerzhaft zwar aber immerhin nahezu vollständig - losgeworden war, unterwarf man von nun an alle Bewerbungen strengen Maßstäben und führte die einjährige Probezeit ein. Hierdurch wurde im Verlaufe eines Jahrzehnts die personelle Grundlage für tiefgreifende Veränderungen geschaffen, auf die wir später noch näher eingehen werden.
Als dann anfangs der neunziger Jahre die Vorwürfe gegen die Fraternitas Saturni in den Medien zunahmen, trafen sie eine Loge, die nichts mit den dort gezeichneten Phantasiegebilden gemein hatte. Die meisten der erstaunten Mitglieder, die sich da plötzlich mit albernen Satanismus-Klischees konfrontiert sahen, kannten noch nicht einmal jene Wirren der sechziger Jahre, die zum Erscheinen des überwiegend nicht authentischen Materials geführt hatten. Wieder verzichtete man auf gerichtliche Schritte und Stellungnahmen. Man dementierte nichts.
In der Folge steht man heute Anfeindung und Verleumdung gegenüber, die ihre Ursache in Fehlinformation und vor allem merkantilen Interessen haben. Zumindest ersterem kann man begegnen, - letzteres regiert die Welt.
Die Fraternitas Saturni entstand in Deutschland aus der 1925 in Anschluss an die sogenannte Weida-Konferenz aufgelösten Berliner Pansophischen Loge (Collegium Pansophicum), in der Gregorius seit 1924 Logensekretär war, der Meister vom Stuhl dieser Loge war Albin Grau. Wie der 1903 gegründete Ordo Templi Orientis orientiert sich die Fraternitas Saturni an Aleister Crowleys Liber AL vel Legis. Ihre Tradition entstand nach freimaurerischem Vorbild und ihre Bräuche sind davon geprägt, was auch durch die propagierten Wertvorstellungen von Freiheit, Toleranz und Brüderlichkeit, sowie das 33-gradige Einweihungssystem deutlich wird. Die Zielsetzung der Fraternitas Saturni liegt in der Förderung der Menschheit durch Weiterentwicklung des Individuums. Dabei finden zusätzlich Methoden Verwendung, die über die Naturwissenschaft hinausgehen und die man als westlichen Okkultismus oder Magie bezeichnet. Der Orden ist an keine Konfession oder Religion gebunden. Die Fraternitas Saturni erweiterte das von Crowley propagierte Gesetz des neuen Äons (Thelema, das Gesetz für das Horus Zeitalter) des Liber Al vel Legis: „Tue, was du willst, ist das Gesetz. Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen“ um den Zusatz „mitleidlose Liebe!“. Die Saturnmagie der Fraternitas Saturni soll sich erheblich von anderen magischen Traditionen unterscheiden. Nach Aussagen der Fraternitas Saturni sei sie kein überliefertes System der traditionellen Magie, gehorche nicht dem Prinzip des Solaren, sondern arbeite mit dem „dunklen Licht“ des Demiurgen Saturn. Großloge wird an jedem dritten Samstag des Monats abgehalten, Ostersamstag wird in einer feierlichen Osterloge der Gründung der Fraternitas Saturni durch Gregorius gedacht. Erkennungszeichen für Mitglieder ist ein Ring aus Silber mit einem spitzwinkligen Dreieck, das von vier sich auf der Rückseite vereinenden Bändern umfasst wird. In dem Dreieck befindet sich das Saturnsymbol mit am unteren Bogen eingefasstem Edelstein oder Halbedelstein, der den Logengrad darstellt. In Presse und Okkultistenszenen tauchen gelegentlich reißerische Berichte über Praktiken auf, deren vermeintliche Durchführung mit der sittlichen Moral nicht vereinbar seien, insbesondere in Bezug auf sexualmagische Riten oder angebliche blutige Tieropfer. Diese Berichte werden von der Fraternitas Saturni dementiert. Nach dem Tod von Gregorius am 5. Januar 1964 stürzte die Bruderschaft in eine Phase der Orientierungslosigkeit. Über die Jahre trennten sich immer wieder Gruppen von Meistern vom Rest der Fraternitas Saturni. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Fraternitas_Saturni
Anfang der 1960er Jahre wurde das Einweihungssystem auf 33 Grade erweitert. Die Grade orientieren sich am Rahmen der Grade des „Alten und Angenommenen Schottischen Ritus“ der Freimaurerei, erhielten jedoch andere Namen und eigene Inhalte. Dadurch entstand ein ausdifferenziertes und komplexes Gebilde, in dem nur bestimmte Schlüsselgrade erarbeitet werden, um in die tieferen Ebenen der Loge zu gelangen. Zu diesen Graden gehören der 4° (Frater/Soror), der 8° (Gradus Mercurii) und der 12° (Gradus Solis). Mit den übrigen Graden sind unterschiedliche Betätigungsfelder verbunden, die zu bearbeiten den Mitgliedern der Fraternitas Saturni frei stehen.
| Altes und neues Gradsystem im Vergleich | |||
|---|---|---|---|
| Pronaos | |||
| Alter Grad | Bezeichnung | Neuer Grad | Bezeichnung |
| 0° | Novize | 0° | Neophyt |
| 1° | Neophyt | 1° | Scholasticus Voluntatis |
| 2° | Scholasticus Verbi | ||
| 3° | Scholasticus Vitae | ||
| Frater oder Soror | 4° | Frater oder Soror | |
| 5° | Servus Juris | ||
| 6° | Servus Templi | ||
| 7° | Servus Ritus | ||
| 2° | Gradus Mercurii | 8° | Gradus Mercurii |
| 9° | Servus Pentaculi | ||
| 10° | Servus Tabernaculi | ||
| 11° | Servus Mysterii | ||
| Rosenkreuzer-Grade | |||
| 3° | Gradus Solis | 12° | Gradus Solis |
| 13° | Servus Selectus Imaginationis | ||
| 14° | Servus Selectus Magicus | ||
| 15° | Servus Selectus Elementorum | ||
| 16° | Sacerdos Aiones | ||
| 17° | Sacerdos Maximus | ||
| 4° | Gradus Pentalphae | 18° | Magus Pentalphae |
| 5° | Gradus Sigilii Salomonis | 19° | Magus Sigilii Salomonis |
| 6° | Magus Heptagrammatos | 20° | Magus Heptagrammatos |
| Souveränes Sanktuarium der Gnosis | |||
| 21° | Magister Selectus Sapientiae | ||
| 22° | Magister perfectum Potestatum | ||
| 23° | Magister Magnificus Pneumaticos | ||
| 7° | Templarius | 24° | Princeps Arcani |
| 8° | Gnosticus | 25° | Magister Gnosticus |
| 9° | Magister Aquarii | 26° | Magister Aquarii |
| Hochwürden | |||
| 27° | Groß-Komtur | ||
| 28° | Groß-Kanzler | ||
| 29° | Groß-Inspekteur | ||
| Hochwürdengrade | |||
| 30° | Magister Maximus Cados | ||
| 31° | Magister Templarius | ||
| 32° | Princeps Illustris Tabernaculi | ||
| Meister vom Stuhl / Großmeister | 33° | Gradus Ordinis Templi Orientis Saturni | |
Seit 1954 wurde der Gradus Mercurii durch zwei schriftliche Arbeiten zu Themen der Geheimwissenschaft und eine mündliche Prüfung erworben. Eine weitere Bedingung für diesen Grad war rege Kommunikation mit der Logenleitung.
Der Gradus Solis markierte den eigentlichen Eintritt in die Loge nach mindestens sechs Jahren im Vorhof. Die Inhaber mussten sich dazu verpflichten, alle für die Loge interessanten Bücher und Dokumente testamentarisch an die Fraternitas Saturni zu vererben. Ebenso den Logenschmuck, Ritualgegenstände und die Roben der Loge, sollte es nicht der Wunsch des Gradinhabers sein, mit diesen beigesetzt zu werden. Zudem erforderte dieser Grad umfassendes Wissen der Geheimwissenschaft und bereits geleistete Lehrtätigkeit innerhalb der Loge. Der Gradus Solis ermächtigte zudem zur Leitung eines Ortsorients der Loge.
Ein Grad der Fraternitas Saturni, der das Bild der FS in der Öffentlichkeit maßgeblich prägt, ist der 18° (Gradus Pentalphae = „Grad des Pentagramms"). Das Aufgabengebiet des 18° befasst sich mit den Arbeiten des Pfades zur Linken Hand, mit Tantra und Anleihen aus der Crowleyschen Sexualmagie, welche weiter verändert wurden (z. B. rituelle Liebesstellungen nach den jeweils augenblicklichen Planetenkonstellationen). Gregorius, der auch Schüler Heinrich Tränkers war, des damaligen OTO-Oberhauptes und Gründer des Collegium Pansophicum, fasste die Geheimnisse des Ordo Templi Orientis im Gradus Pentalphae zusammen. Da zu diesem Grad eine große Menge gefälschter Dokumente veröffentlicht wurde („Hemberger-Material"), sind genaue Angaben über die Inhalte dieses Grades schwer zu verifizieren.
Dem Grad des Gradus Ordinis Templi Orientis Saturni entsprechen die Initialen dieses Titels, GOTOS, die auch den Egregor der Fraternitas Saturni bezeichnen.
Beamtenschaft - Neben den verschiedenen Graden, welche als Ausdruck der Verbindung zur Loge und des geistigen Fortschritts verstanden werden, kennt die Fraternitas Saturni sechs Beamtenpositionen. Diese unterstützen den Meister vom Stuhl und seine beiden Aufseher in der Organisation der Loge. Die Beamtenschaft der Loge unterteilt sich in die innere Beamtenschaft und die äußere Beamtenschaft. Erstere umfasst den Archivar, den Schatzmeister und den Sekretär. Die äußere Beamtenschaft besteht aus dem Zeremonienmeister, dem Pförtner und dem Hauswart.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Fraternitas_Saturni

Gregor A. Gregorius (*1888 in Leipzig; † 1964 in Berlin) hieß mit bürgerlichem Namen Eugen Grosche und war ein deutscher Buchhändler, Schriftsteller und Okkultist. Gregor A. Gregorius war Gründer der Fraternitas Saturni.
Eugen Grosche wurde in eine ärmliche Familie geboren und konnte deswegen die Realschule nicht abschließen. Nach dem Schulabbruch zog er nach Berlin und wurde dort Buchhändler und Herausgeber mehrerer Fachzeitschriften. Nach dem 1. Weltkrieg, bei dem er als Sanitätsoffizier gedient hatte, wurde er Kulturkommissar der USPD. 1920, nach dem Kapp-Putsch, wurde Eugen Grosche verhaftet, aber bei der Gerichtsverhandlung freigesprochen.
Heinrich Tränker, der damalige Sekretär der Theosophischen Gesellschaft Berlin, beauftragte Eugen Grosche unter dem Pseudonym Gregor A. Gregorius in Berlin die Pansophische Loge zu gründen. 1924 wurde Gregor A. Gregorius durch Tränker in den 5. Grad des Ordo Templi Orientis initiiert, und von Aleister Crowley in diesem Rang bestätigt. Als sich Aleister Crowley im Jahre 1925 zum Weltheiland ausrufen ließ, kam es zur Spaltung der Pansophischen Gesellschaft und Gregor A. Gregorius gründete 1926 die Fraternitas Saturni, die erste thelemische Organisation, die von Crowley und dem Ordo Templi Orientis unabhängig war.
Während der Weltwirtschaftskrise musste Gregorius seine Buchhandlung aufgeben. Seine Bibliothek wurde von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und Gregorius musste 1936 in die Schweiz fliehen. Im Jahre 1938 zog er nach Italien, von wo er 1940 nach Deutschland deportiert wurde und ein Jahr in politischer Schutzhaft gefangen gehalten wurde. Durch Beziehung zu einem Mitglied des Sicherheitsdienstes kam er auf freiem Fuss, durfte aber nicht publizieren. Nach dem 2. Weltkrieg wurde er in der Sowjetischen Besatzungszone zum Stadtrat für Kultur-, Schul- und Museumswesen und gezwungen der KPD beizutretten. Aufgrund seiner esoterischen Ansicht wurde er unter Druck gesetzt und floh im Jahre 1950 nach Westberlin, wo er wieder eine Buchhandlung eröffnete. Dort baute er die Fraternitas Saturni wieder auf und wurde Herausgeber der öffentlich erhältichen Monatszeitschrift Blätter für angewandte okkulte Lebenskunst, welche zu einer der umfangreichsten okkulten Zeitschrift wurde, und der Fraternitas Saturni viele Neumitglieder zuführte. Im Jahre 1960 veröffentlichte Gregorius den Roman Exorial, der heute unter Sammlern sehr gesucht ist.
Gregor A. Gregorius blieb bis zu seinem Tod im Jahre 1964 Leiter der Fraternitas Saturni
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Eugen_Grosche

Albin Grau
(* 22. Dezember 1884 in Berlin; † 1971) war ein deutscher Filmproduzent, Grafiker und Autor.
Albin Grau studierte an der Kunstakademie Dresden. Seit Anfang der zwanziger war er als Gestalter von Filmplakaten tätig. So machte er für die Grete Ly-Filmproduktion zwei Jahre lang die Plakate und die Werbung. 1920 erster Kontakt mit Friedrich Wilhelm Murnau. Er war für die Werbung von Der Gang in die Nacht verantwortlich. Im Jahre 1921 produzierte er den Stummfilmklassiker Nosferatu. Im Jahre 1923 der nächste Klassiker deutscher Stummfilmkunst: Schatten. Hier ist er für die Idee, die Bauten und die Kostüme verantwortlich gewesen. In den zwanziger Jahren war er als Meister Pacitius Leiter der Berliner Loge der Pansophia. Bis Anfang der dreißiger Jahre brachte er die Zeitschrift Saturn Gnosis heraus.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Albin_Grau
Pansophische Gesellschaft
Die Pansophische Gesellschaft (auch Pansophische Societät) konstituierte sich 1921 in Berlin. Anfangs war sie ein Studienkreis von esoterisch außergewöhnlich interessierten Personen. Der sich regelmäßig treffende Studienkreis wurde von Heinrich Tränker (Meister Recnartus) geleitet, der sich dem Rosenkreuzertum verpflichtet fühlte, aber auch ein Hochgradeingeweihter des Ordo Templi Orientis (O.T.O.) war. Später wurde der Studienkreis in eine Loge ungewandelt, die an die Gedanken der Pansophie anknüpfen sollte. Tränker hatte Eugen Grosche, der von ihm die Initiationsweihe bekam und den Logennamen Gregor A. Gregorius angenommen hat, beauftragt die Pansophische Loge zu gründen, in der Eugen Grosche Logensekretär wurde. Meister vom Stuhl wurde Albin Grau (Meister Pacitius).
Die Logenarbeit konzentrierte sich unter anderem auf Gnosis, antike Mysterien Griechenlands, Babylons und Ägyptens, Probleme der Philosophie und der Religionswissenschaft, Kabbala und Kosmosophie. Aus den Aufzeichnungen der Loge geht jedoch auch hervor, dass die im O.T.O. entwickelte sexuelle Mystik und Magie auch durch Tränker in die Pansophie weitergeführt wurde.
Zur Spaltung der Pansophischen Loge (nicht zu deren Auflösung) kam es 1925 nach einem vorangegangenem Treffen von Gruppen und Personen bei der Weida-Konferenz. Aus einem Teil der Mitglieder bildete sich bis 1928 unter der Führung von Eugen Grosche die Fraternitas Saturni, die sich tiefergehend an den Lehren Aleister Crowleys orientierte, und die von Tränker aus dem O.T.O. überlieferte Sexualmagie zu einem wichtigen Bestandteil ihrer Lehre machte.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Pansophische_Gesellschaft
Die Geschichte der FS ist brüchig und keineswegs lückenlos, wie die FS von heute gern verbreitet. 1933 wurde die FS vom Reichshauptamt verboten. Grosche ging 1936 ins Exil. Die Loge wurde 1947 reaktiviert und Grosche führte sie bis zu seinem Tod. Nach dem Tod von Eugen Grosche ("Gregor A. Gregorius") am 5. Januar 1964 übernahm Roxane das Ruder.
Auf der Homepage der FS sind die Informationen über die nach-Grosche-Zeit spärlich. Wir lesen dort:
"[...] Nach Gregorius Tod wurde Roxane, die bis dahin das Amt des Großinspekteurs bekleidetet hatte, auf der Osterloge 1964 zur Großmeisterin gewählt und inthronisiert. Man war bester Absicht, die Arbeit in Gregorius Sinne weiterzuführen, doch kaum war der Meister tot, da zeigten sich die ersten Auflösungserscheinungen. Eine Frankfurter Sektion hatte noch zu Gregorius Lebzeiten ihren Orient als Fraternitas Saturni beim dortigen Amtsgericht eintragen lassen, und beanspruchte nun die alleinige Nachfolge. [...] Auf der Osterloge 1966 wurde Daniel zum Großmeister der Fraternitas Saturni gewählt. Im nachhinein erscheint er als schillernde Persönlichkeit. [...] Es folgte eine Reihe von Großmeistern, von denen die meisten sich redlich und mit wechselndem Erfolg darum bemühten, Forschung und Arbeit in der Loge weiterzubringen. Wir haben bereits erwähnt, dass diese Arbeit zeitweilig durch Meinungsverschiedenheiten und Querelen beeinträchtigt wurde. [...]"
Dazu äußert sich Immanuel in einer Anlage zum Rundschreiben vom 20.04.2000, in dem er seinen Rücktritt ankündigt, wie folgt:
"[...]
Nach dem Ende des 2.Weltkrieges kehrte GREGORIUS nach Deutschland zurück und gründete 1947 in Berlin die "LOGE FRATERNITAS SATURNI" neu. GREGORIUS wurde der 1. Grossmeister der FS.
[...]
Im Januar 1964 starb der Grossmeister GREGORIUS plötzlich und unerwartet. Nach dem Tode von GREGORIUS kam es zu einer Spaltung der LOGE FRATERNITAS SATURNI. Die westdeutschen Meister wählten 1964 den Meister und Ritter IMMANUEL zum Grossmeister der LOGE FRATERNITAS SATURNI. Die ostdeutschen Meister wählten 1964 Schwester Meister ROXANE (12°) zum Grossmeister der LOGE FRATERNITAS SATURNI. Als Grossmeister ROXANE 3 Monate später verstorben war, folgte ihr der bisherige Geselle im 8° DANIEL als Grossmeister der LOGE FRATERNITAS SATURNI.
Im Jahre 1965 verliehen die Meister der LOGE FRATERNITAS SATURNI dem Grossmeister Immanuel den 33. Grad.
Im Jahre 1969 schlossen sich die beiden Teile der LOGE FRATERNITAS SATURNI in Mainz-Gustavsburg zur VEREINIGTEN GROSSLOGE FRATERNITAS SATURNI zusammen. Zum neuen Grossmeister der LOGE FRATRNITAS SATURNI wurde nun der bisherige Geselle (8°) JANANDA gewählt. Dieser Großmeister legte ein Jahr später 1970 sein Amt nieder.
Zum neuen Grossmeister wurde nun der MEISTER ANDREY gewählt. Grossmeister Andrey trat nach 2 Jahren aus Gesundheitsgründen als Grossmeister zurück. Sein Nachfolger wurde der bisherige Grosslogensekretär MEISTER DRAKON. Grossmeister Drakon trat im Jahre 1983 von seinem Amt aus Gesundheitsgründen zurück.
[...]"
Großmeister Andrey schreibt dazu in einem Rundbrief vom 20.04.1971:
"[...]
An Ostern des Jahres 1969 trafen sich zwei bis dahin sich unfreundlich gesinnte Orden, die aber denselben namen trugen und in der Vergangenheit eine Einheit bildeten, um sich in brüderlichem Geiste zu vereinigen.
Das war die Geburtsstunde der Vereinigten Grossloge FRATERNITAS SATURNI. Den geistigen Vätern der neuen Grossloge war bewusst, dass die so entstandene Organisation, um die Basis für eine neue Entwicklung zu schaffen, alle während der Spaltung trennenden Auswüchse beseitigen musste.
[...]"
Somit bleibt festzuhalten, daß die FS bis 1970 drei Gründungsdaten hatte: 1928, 1947 und 1969.
Aus den hier vorliegenden Dten läßt sich folgende Liste der Großmeister 1928-1983 ablesen:
1928-1964: Gegorius -verstorben
1964: Roxane - verstorben
1964-1969 (?): Immanuel -Rücktritt 1969 wegen Reunionierung
1964-1969 (?): Daniel -Rücktritt 1969 wegen Reunionierung
1969-1970: Jananda - Rücktritt 1969
1970-1972: Andrey - Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen
?-1978: Horus - Rücktritt
1978-1982: Drakon - Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen
Ende 1979 fungiert der Vorsitzende der Ortsloge in Bersenbrück, Herr Dieter H. ("Honorius") noch als Sekretär der Großloge. Am 07.07.1979 schreibt er an die Bruderschaft und verkündet stolz die Errichtung eines "weltlichen Saturn-Klosters" und "Zentrale der Großloge" (Siehe Abbildung rechts; zum Vergrößern auf das Bild klicken). Doch es kriselt zu diesem Zeitpunkt bereits mächtig in der Bruderschaft. Dem Großmeister Drakon paßt es scheinbar gar nicht, daß Honorius dort etwas auf die Beine stellt.
Im November dann platzt die Bombe. Drakon erklärt nach dem Herbsttreffen in Ankum, daß er sich gezwungen sähe, Honorius aller Ämter zu entheben. Er setzt Hamupe an dessen Stelle ein. Der Ortsorient Bersenbrück wird für "suspendiert" erklärt.
Drakon wirft Honorius vor, dieser habe Spendengelder eigenmächtig eingezogen und nicht an die Loge übergeben (Schreiben des Großmeisters vom 05.11.1979).
Nach eingem Hickhack dann geht Honorius nach vorn. Er erklärt am 12.01.1980 unter dem Briefkopf der Fraternitas Saturni die Lösung des Ortsorients Bersenbrück von der Großloge Fraternitas Saturni. Er wählt die Bezeichung "Groß-Orient Bersenbrück der Fraternitas Saturni". Honorius wirft GM Drakon vor:
"Allzu deutlich ist das Vorhaben zu erkennen, aus der Bruderschaft einen drakonischen Verein zu machen, in dem Vereinsmeierei, Titelsucht und rechthaberisches Benehmen wahre Triumphe feiern, ohne andere Magie als 'die eines guten Tropfens und eventuell auch eines guten Bratens'."
Hierzu ist anzumerken, daß dem GM Drakon der zuweilen exzessive Genuß von Alkohol immer wiederkehrend nachgesagt wird. Siehe hierzu Seite 2 eines Schreibens vom 15.03.1981 (Siehe Abbildung links; zum Vergrößern auf das Bild klicken) aus dem deutlich wird, daß Honorius nicht der einzige war, der Drakon das Versagen als GM vorgeworfen hat.
In dem Schreiben vom 12.01.1980 wirbt Honorius bei den FS Mitgliedern für einen Übertritt zum späteren Ordo Saturni. Das Schreiben wird in der Zentrale der FS wie eine Kriegserklärung aufgenommen. Am 22.01.1980 gibt der GM durch den Sektretär der Großloge bekannt, daß Honorius mit Datum vom 12.01.1980 aus der Loge ausgeschlossen sei. Es hagelt in dem GM-Schreiben Vorwürfe gegen Honorius ("Blasphemie", "Zurückbehaltung von Logeneigentum", "Verrat", "Dissidenten"). Der GM droht jedem, der mit Honorius kooperiert, den sofortigen Ausschluß aus der Loge an. Der GM kündigt ein "außerordentliches Konzilium" für den 09.02.1980 an und warnt eindringlich vor "weiteren Kontakten mit Herrn H.", die fraglos als "logenschädlich" zu betrachten seien.
Am 29.01.1980 erfolgt postwendend Honorius' Antwort, und der ist -wie es scheint- stinksauer. Er tritt den Vorwürfen des GM entgegen und erklärt, er habe kein Logenmaterial veruntreut. Er führt aus, daß er erst mit Datum vom 17.01.1980 ordnungsgemäß als Sekretär der Loge abgesetzt worden sei, und daß er mit Datum 24.01.1980 ordentlich mit der Loge abgerechnet habe. Gleichzeitig greift Honorius auch wieder gehörig in die "Schweinekiste" und zerrt Anwürfe gegen Drakon heraus, dergestalt, daß er stets und ständig Logenmitglieder beschimpfen würde. Honorius greift indirekt an, indem er verkündet, "daß sich bereits mehr als 20% der Brüder und Schwestern für die Mitarbeit im Groß-Orient Bersenbrück entschieden haben", und er lädt nochmals zur Mitarbeit ein.
Diese Attacke sitzt. Auf dem "außerordentlichen Konzilium", dem die Meister Drakon, Wilhelm, Orpheus, Gudrun, Merlin, Diana und Hamupe als stimmberechtigte Mitglieder sowie die Geschwister Roland und Irene als Zuschauer angehören, wird beschlossen, das von Honorius entworfene und Ostern 1979 von der Bruderschaft verabschiedete Logengesetz zu verwerfen, den Ortsorient Bersenbrück für aufgelöst zu erklären, Honorius mit sofortigerWirkung aus der FS auszuschließen und gegen ihn gerichtliche Schritte einzuleiten (Siehe Protokoll vom 09.02.1980).
Mit Datum vom 22.02.1980 legt der GM noch eins drauf (Rundschreiben 2/1980). Er erläutert seinen Mitgliedern die Beschlüsse des "außerordentlichen Konziliums" der 7 Meister und wettert erneut gegen Honorius, der es wage, seine "Pamphlete" auf der FS-eigenen Schreibmaschine zu verfassen. Es wird deutlich betont, daß eine Kooperation der Logenmitglieder mit Honorius den Ausschluß aus der FS zur Folge habe. Der GM bemerkt, daß jemand Herrn H. den Inhalt des letzten Rundschreibens des GM zugänglich gemacht habe und droht im Wiederholungsfalle "unerbittliche Ahndung" an.
Es folgt eine gerichtliche Auseinandersetzung, in deren Verlauf Honorius auferlegt wird, Unterlagen der FS herauszugeben (sicher auch die "logeneigene Schreibmaschine") und fortan den Namen "Fraternitas Saturni" nicht mehr zu benutzen. Honorius gründet daraufhin den "Ordo Saturni" und wettert nun auf seiner Homepage munter weiter gegen die FS. Honorius (inzwischen "Seth Horus") behauptet, sämtliche Hochgradmeister aus Gregorius' Zeiten hätten die FS verlassen und der OS besitze nun als einzige Saturnbruderschaft die Sukzession von Eugen Grosche. Die FS bestreitet dies auf ihrer Homepage.
Der Rücktritt des GM Drakon 1982 war von heftigen logeninternen Auseinandersetzungen begleitet, die nicht zuletzt in der Person des GM selbst begründet liegen. Bereits 1980 hatte Honorius dem GM vorgeworfen, er sei nicht würdig, das Amt des GM auszuüben und er versuche, die FS zu "ent-thelematisieren". Und hinter den Kulissen gärt es seit dem weiter.
Im März 1981 erhält der Logensekretär Hamupe einen ziemlich entrüsteten Brief der Schwester Irina-Abraxia, in welchen sie sich zunächst über die Preisgestaltung der Osterloge aufregt, dann jedoch zu den wesentlichen Punkten kommt. Sie formuliert in ihrem Schreiben vom 15.03.1981:
"[...] Ich hätte wirklich konstruktive Vorschläge, die Loge wieder aus der Talsohle herauszuziehen. So, wie sie jetzt dahinvegtiert, kann es nicht bleiben. Auch die Treffen müssen anders verlaufen, wenn sie Erfolg bringen sollen. Hier herrscht ein Chaos, keine richtige Organisation, auch nicht bei den Konzilen. Es ist alles, entschuldige bitte, so laienhaft, so ungekonnt, so husch, husch. [...] Alle frischen und aktiven Anregungen werden durch die momentane Spitze blockiert, es geht ohnehin nichts weiter. [...]"
Im nächsten Absatz dann wird sie zusehends konkreter, was allerdings den Unmut der Schwester Gudrun erregt (siehe Abbildung links: Entgegnung von Gudrun; zum Vergrößern auf das Bild klicken). Irina Abraxa schreibt weiter:
"Als Mensch habe ich Drakon ganz gern, aber sein jetziger zustand ist gelinde gesagt unzumutbar. In Baden-Baden habe ich mich sehr über ihn geärgert. Eine Unterhaltung irgend einer Art ist mit ihm nicht mehr möglich. Wahrscheinlich ist sein Gehirn bereits irreparabel geschädigt, er wirkt teilweise wie ein Idiot. Dies meine ich nicht als Beleidigung, sondern als sachliche Feststellung.Reden kann man mit ihm nicht mehr, er versteht nichts mehr. Ich habe keine Lust, mich mit einem gehirngeschädigten Trinker zu unterhalten, denn meine Nerven halten diese Strapazen nicht aus. Soll er wirklich noch länger Großmeister bleiben? [...] Wenn also wieder keine Veränderung eintritt, keine Umgestaltung der Logenleitung Drakon, Giovanni, Wilhelm werde ich keinerlei Vorschläge irgendwelcher verwalterischer, technischer und organisatorischer Art mehr machen. [...]"
Angesichts der offensichtlichen Unruhe in der Gruppe geht Drakon in die Offensive. Mit Datum 01.03.1982 beruft er für den 09.04.1982 ein Konzil ein und stellt die "Vertrauensfrage":
"Aus dem Kreis der Meister werden zunehmend Stiommen laut, die sich überaus kritisch mit meiner Amtsführung auseinandersetzen. Ich bin sachlicher Kritik jederzeit zugänglich, sehe jetzt allerdings den Zeitpunkt gekommen, durch eine geheime Abstimmung im Osterkonzilium 1982 eine Klärung darüber herbeizuführen, ob meine 'Politik' von der Mehrheit der Meister getragen wird oder ob zum Wohle unserer Bruderschaft personelle Veränderungen in der Logenleitung erorderlich sind, wobei ich auch persönliche Konsequenzen nicht ausschließe."
Am 09.04.1982 scheint die Logenwelt noch in Ordnung. Insgesamt 16 Geschwister erscheinen zum Ostertreffen. Von den 8 angereisten Meistern stimmen im Meisterkonzilium 6 für Drakon bei 1 Enthaltung (wahrscheinlich Drakon selbst) und 1 Gegenstimme (die aller Wahrscheinlichkeit nach von Meister Merlin stammen dürfte). Die transatlantische Sektion (Orient Toronto) wird abgesprengt, der Orient aufgelöst und der Meister vom Stuhl (Meister Set-Orion) aus der FS ausgeschlossen wegen "Verweigerung der Mitarbeit" (siehe Rundschreiben v. 24.04.1982). 6 Mitglieder dieser Ortsloge werden werden nicht eingelöster Beitragsverpflichtungen aus der Loge ausgeschlossen. Meister Hamupe zieht seinen Antrag auf Bestellung eines neuen Großinspekteurs zurück und der GM bekommt den 26° von Großinspekteur Wilhelm verliehen. Im Rundschreiben dazu (datiert auf den 24.04.1982) tauchen die Grabenkämpfe hinter den Reihen nur in einem Halbsatz auf, man ist bemüht, einen ordentlichen "Hausfrieden" zu kommunizieren:
"Während anfangs leider gewisse Umstände bei einigen Schww. und Brr. für Irritationen und Unruhe sorgten, klang das Ostertreffen doch in brüderlicher Harmonie aus."
Diese "gewissen Umstände" sind anhand des vorliegenden Materials nicht näher verifizierbar, aber es ist anzunehmen, daß es sich dabei um die im Folgenden geschilderten Begebenheiten handelt. GM Drakon, der sich durch die Abstimmung auf dem Osterkonzilium bestärkt fühlt, gibt jetzt richtig Gas und knöpft sich Hamupe und Merlin vor.
Am 18.05.1982 sendet er den beiden ein Schreiben, das es in sich hat (Siehe hierzu: Dokumentenarchiv). Drakon wirft Merlin vor. von der "rein saturnischen Zielsetzung" der FS abzuweichen und die "Richtung von Crowley" zu "bevorzugen". Bemerkenswert für den Führer einer Loge, die "Tu was Du willst" auf ihre Fahnen geschrieben hat. Der GM echauffiert sich darüber, daß "ohne Genehmigung fremde Rituale zelebriert" worden seien und daß dem GM darüber "jede Auskunft verweigert" worden wäre. Drakon pocht vehement auf die Paragraphen des Logengesetzes, nach dem er "ausdrücklich als die oberste Instanz der Loge genannt wird".
Besonderen Unmut beim GM erregt die Herausgabe einer Zeitschrift mit Namen "Thelema", die von Merlins 3-Personen-Loge in Berlin unter Mithilfe von Hamupe herausgegeben wird. Beanstandet wird, daß die Zeitschrift, welche "eindeutig eine Sexualmagie Crowley' scher Prägung und den sexualmagischen Aspekt des indischen Tantra propagiert", "weitgehend oder sogar ausschließlich auf amerikanische und englische Quellen" zurückgreift (was angesichts der Herkunft des 93Current sicherlich nicht verwunderlich ist). Unter Punkt IIb des Schreibens werden ersteinmal Formalien ventiliert, die doch ziemlich an den Haaren herbeigezogen wirken. Auch erregt sich der GM darüber, daß die Herausgeber des Magazins dasselbe Postfach in Baden-Baden nutzen, wie die FS und daß die Typographie des Heftes der der FS-eigenen Schreibmaschine entspricht (das hatten wir ja schonmal, als Honorius den OS abspaltete, auf die Ausschließlichkeit der Nutzung der FS-eigenen Schreibmaschine scheint der GM also größten Wert zu legen). Hier schlägt sich auch wieder der Bogen zu den "gewissen Umständen", die auf der ach so harmonischen Osterloge 1982 für "Irritation" sorgten. Drakon schreibt auf Seite 2:
"Feststellen muß ich, daß ich als Großmeister von der ganzen "Thelema"-Geschichte überhaupt nicht informiert worden bin und erst beim Ostertreffen 1982 davon erfahren habe."
[Anmerkung: ein solcher Vorfall soll sich in Berlin ein viertel Jahrhundert später mit einem anderen, freizügig konzipierten Magazin, wiederholen...]
Zu Beginn der Seite 3 seines Schreibens prescht Drakon gewaltig vor. Er läßt keinen Zweifel offen, daß er nicht gewillt ist, mit sich diskutieren zu lassen. SEin Wort ist Gesetz. Er versucht, "seine" Loge von Crowley zu distanzieren (was angesichts der Tatsache, daß der Logengründer Gregorius ein glühender Crowley-Verehrer war, eher putzig anmutet):
"Was nun das Gesetz der Loge, das Thelema-Gesetz, betrifft, so ist in §1 des Logengesetzes genug darüber gesagt, um unnütze Diskussionen zu vermeiden. Auch anderswo ist in der Logenliteratur genügend klar darüber geschrieben worden. Crowley ist dabei mit keinem Wort erwähnt. Übrigens ist Crowley auch nicht der Erfinder dieses Begriffes, sondern der Franzose Rabelais im 16. Jahrhundert."
Nicht wahr? Und selbst in den griechischen Bibeltexten taucht das Wort "Thelema" insgesamt 111 mal auf. Das ist auch nicht verwunderlich. Fakt ist jedoch, daß das gesamte System der FS auf dem 93Current basiert. Das kann auch ein GM mit zugehaltenen Augen nicht übersehen. Drakon macht hier deutlich den Versuch, die Wurzeln der FS zu verleugnen. Das wird noch deutlicher auf Seite 4, wo der GM von Hamupe fordert, eine Erklärung abzugeben, "weshalb seit geraumer Zeit hinter dem Datum 'e.v.' eingesetzt wird. Das ist bei den Crowley-Richtungen üblich. In Zukunft ist das zu unterlassen."
Am 03.06.1982 antwortet Merlin dem GM und er läßt sich die Anwürfe von Drakon nicht gefallen. Er kontert rhetorisch geschickt und er weiß auch, daß er den GM zur Weißglut bringen wird. Die Demontage des GM vor dem "Beamtenrat", der alle Schriftsätze in Kopie erhält, beginnt. Merlin bestreitet in seinem Schreiben, Crowley zu "bevorzugen" und weist deutlich darauf hin, daß er seine Privatsphäre außerhalb der Bruderschaft gewahrt sehen will. Zu Drakons Vorwurf IId (mangelnde Information des Großmeisters) schreibt Merlin:
"Zunächst einmal haben wir bei mir zuhause nach der Berliner Vorhof-Eröffnung über das geplante Magazin-Projekt gesprochen. Da Du aber wie so oft bei Logentreffen auch bei mir betrunken warst, hast Du davon wahrscheinlich nicht alles mitbekommen. [...] Drittens ist das Magazin auf meiner eigenen Kugelkopfschreibmaschine geschrieben; für viel Geld erworben, um auch der FS besser dienen zu können."
Weiter schreibt Merlin:
"Das Magazin THELEMA ist eine eigene Publikation von mir und meinen Freunden und hat mit der FS Nichts zu tun. Insofern kannst Du auch nicht fordern, über die Beiträge zu bestimmen. Du bist für die Saturn Gnosis verantwortlich. Auch befremdet es zu lesen, daß Du einerseits das Magazin ablehnst, andererseits pro ausgabe ein Gratisexemplar verlangst. Merkwürdig! Ich hatte gehofft, daß es Dir gefallen würde und Du Dich über unsere Initiative freuen würdest. Nun, gegen Bezahlung schicke ich Dir gern das nächste Heft.""
Auch Meister Hamupe äußerst sich umfangreich zum großmeisterlichen Edikt vom 18.05.1982. Am 06.06.1982 verfasst er eine dem Beamtenrat und Vorstand offene entschiedene Gegenrede zu den Vorwürfen des GM. Er verteidigt Merlins Arbeitsgruppe und das Magazin. Ab Seite 2 wird auch er deutlich, besonders in Bezug auf den Zustand des Großmeisters. Er schreibt:
"Weit ernster scheint mir die falsche Behauptung von GM.°. Drakon, er sei nicht informiert worden und habe erst beim Ostertreffen 1982 davon erfahren. Das Gegenteil ist richtig. Br. Merlin hat den GM anläßlich des Logentreffens im November 1981 in Berlin von dem Vorhaben in Kenntnis gesetzt. Dies geschah in meinem Beisein und vor anderen Meistern, die das bezeugen können! [...] Nun scheint es zwar unter normalen Umständen völlig ausgeschlossen zu sein, daß man eine so wichtige Angelegenheit vergißt, jedoch wird jeder, der die letzten Logentreffen miterlebt hat, einräumen müssen, daß aus rein physiologischen Gründen eine Amnesie vorgelegen haben kann."
Auf Seite 4 dann geht Hamupe noch einmal auf die Osterloge von 1982 ein und bringt auf den Punkt, was im Meisterkreis schon länger hinter vorgehaltener Hand kursiert, nämlich, daß der GM nicht länger tragbar ist. Er schreibt:
"Nach dem jetzt offen zutage getretenen Konflikt ist für mich eine weitere sinnvolle Arbeit in der Loge kaum mehr möglich. Es muß unbedingt eine Lösung gefunden werden, damit die Arbeit weitergehen kann. So hat sich jetzt bereits die Herausgabe des Schukungsmaterials 2° in einem untragbaren Ausmaß verzögert. Dies und vor allem die peinlichen Vorfälle bei dem Ostertreffen 1982 hat mich [...] veranlaßt, künftiog nicht mehr an den Treffen teilzunehmen, jedenfalls nicht in offizieller Funktion."
Wieder ein Hinweis auf die "gewissen Umstände" aus dem Harmonie-Rundschreiben vom 24.04.1982 ? Sicherlich. Die Tatsache, daß Drakon auf Logentreffen sternhagelvoll herumlamentiert, ist längst kein Geheimnis mehr. Es kursiert in Bezug auf ein solches Treffen auch hatrnäckig das Gerücht, daß ein Meister vom Stuhl volltrunken vom selbigen gefallen sei und zu besoffen gewesen sein soll, das Ritual zu praktizieren. Vorstellbar, daß dieses Gerücht auf Erfahrungen basiert, die Mitglieder auf einem Treffen wie Ostern 1982 gemacht haben.
Auf einen weiteren Vorstoß des GM Drakon vom 15.08.1982 reagiert Merlin am 08.09.1982 und bemerkt -zurecht- den tatsächlichen Zusammenhang zwischen FS und dem 93Current. Im letzten Absatz platziert Merlin eine Spitze, die nicht lange auf eine Wirkung zu warten braucht:
"Ich bin von Dir als GM und Mensch enttäuscht, denke aber, daß Dein Verhalten auch mit Deiner Krankheit zusammenhängt. [...] Auch biete ich Dir an, daß der Berliner Vorhof etwas für Deine Gesundung tut."
Ob Merlin damit die Augenerkrankung des GM oder etwas anderes meint, läßt er offen. Drakon schlägt unmittelbar zurück und beruft am 12.09.1982 ein Konzil zum 02.10.1982(später dann zum 09.10.1982) ein mit dem einzigen Tagesordnungspunkt: "Antrag des Großmeisters auf Ausschluß des Bruders Merlin aus der Fraternitas Saturni. Begründung: Weigerung des Bruders Merlin, in seine Zeitschrift 'Thelema' eine Mitteilung der Fraternitas Saturni daß sich diese mit dem Inhalt der Zeitschrift nicht identifiziert, da dort vorwiegend Crowley'sche Lehren verbreitet werden."
Drakon setzt seinen Antrag auf dem Konzilium mit 4:2 durch und Merlin wird rausgeschmissen. Am 01.11.1982 setzt Drakon die Geschwister Harpokrates und Daviana unter Druck und droht mit Ausschluß, wenn sie sich nicht von Merlin distanzieren. Brüderlichkeit - made by FS.
Ebenfalls am 01.11.1982 ergeht vom GM ein Sonder-Rundschreiben, in welchem Drakon nun endlich reinen Tisch macht, aber nicht, ohne vorher nochmal ordentlich auszuteilen. Merlin ist rausgeworfen, der Ortsorient Berlin suspendiert, Hamupe als Logensekretär entlassen. Dann erklärt er seinen Rücktritt als Großmeister zum 30.11.1982 und begründet dies mit der Schwere seines Augenleidens. Die Dezimierung des Mitgliederbestandes kommentiert der scheidende Großmeister mit den Worten:
"Bedenkt bitte, es kommt nicht auf Quantität, sondern einzig und allein auf Qualität an!"
Man kann davon ausgehen, daß Drakons Amtszeit den Mitgliederbestand in den 4 Jahren seines Wirkens deutlich dem einstelligen Bereich entgegengetrieben hat. Am letzten Tag seiner Amtszeit verfasst Drakon noch einmal ein Rundschreiben, in dem er sich ziemlich abwertend über Crowley und den 93Current äußert. Er beschuldigt das Magazin THELEMA, "Sex, Tanz und Drogen" als "der Weisheit letzen Schluß" zu verkünden. Er behauptet nachhaltig, die FS habe mit Crowley "außer eingen Formalien" nichts zu tun habe. Nunja, wer das Liber CCXX und Grosches Crowley-Verehrung als "Formalie" ansehen mag, der wird Drakon wohlmöglich Recht geben. Weiter behauptet Drakon:
"Die Namen der ewigen Triade im Ritual sind zwar von Crowley übernommen (Hadit, Nuit, Ra-Hoor-Khuit) aber das ist historisch zu sehen und sie könnten ohne den Inhalt des Rituals zu beeinflussen jederzeit durch andere ersetzt werden."
In diesem Tenor geht es weiter, das ganze Schreiben ist ein einziges Armutszeugnis für den Großmeister. Es geht nur und ausschließlich um die "Entcrowleyanisierung" der Loge. Ein interessanter Absatz findet sich noch auf Seite 4/5 des Schreibens (Hervorhebung durch die Administration):
"Eine geistige Vaterschaft der FRATERNITAS SATURNI bei A.Crowley zu konstruieren [...] wäre nicht nur der Versuch einer Pervertierung des Saturnischen Prinzips, sondern ist auch durch die Entwicklungsgeschichte der FRATERNITAS SATURNI nach ihrer Wiedergründung nach dem 2. Weltkrieg nicht zu rechtfertigen."
Von einer durchgehenden Existenz der Loge seit 1928, die gern von der FS propagiert wird, ist nichts zu lesen. Zum Abschluß des Schreibens, im Postscriptum, wirft der GM noch schnell die Geschwister Harpokrates und Daviana raus. Damit ist das Thema "Großmeister Drakon" für die FS erledigt.

Hier finden wir einige Korrespondenzen, Protokolle, Rundschreiben und andere schriftliche Dokumente, die uns als Faksimile vor einigen Jahren in Berlin aus Saturnszene mit der Bitte um Bearbeitung übergeben wurden. Sie dienen der Darstellung historischer Zusammenhänge i.S.v. Volltextzitaten.
Hier zunächst einige Bilder aus den Reihen der FS. Gut zu erkennen ist der Logencharakter der Gruppe, die als interessenorientiertes Sozialgefüge sich nicht sonderlich von Freimaurerlogen, Rotary Club oder anderen Gruppierungen unterscheidet.
Einige Aktive aus der alten Meisterriege der Fraternitas Saturni:
Hier ein Dokument aus dem Jahr 1971, in dem die Neuformierung der Fraternitas Saturni von 1969 beschrieben ist:
Protokoll zu wahl des Grossmeisters Drakon am 27.10.1978 mit Anhang vom 08.11.1978:
Dokumente zu Knaut & Hemberger
1979/80 trennte sich ein Teil der FS von der Loge und es bildete sich der "Ordo Saturni". Diese "Geburt" war von schweren Wehen begleitet, weshalb man hier durchaus von einem Shisma sprechen kann. Die hier aufgeführten Dokumente geben einen Einblick in die Umstände, die dazu führten, daß die beiden Saturnlogen sich bis zum heutigen Tage eher "feindlich" gegenüberstehen.
Hier einige Dokumente, das Gradsystem der Fraterniras Saturni betreffend, bekanntgegeben 1981:
Dokumente zur Problematik des GM Drakon und der Fall "Thelema", Rücktritt des GM 1982
Uns liegen mehrere Dokumente vor, die einige Fragen aufwerfen. Hier: Schriftstücke aus dem Jahr 1999/2000, die mit dem Siegel des Großmeisters der Fraternitas Saturni von Immanuel gezeichnet sind:

Das Siegel des GM der FS:

Ein Umstand, der etwas befremdlich wirkt, ist der, daß Immanuel noch 1999 und 2000 im Namen der Fraternitas zu handeln vorgibt. In einem Rundschreiben der "Gral-Großloge GGL GRALION" schreibt Immanuel am 16.10.1999:
"Ostern 1996 habe ich als letzter ordnungsgemäß gewählter Großmeister der FS (Wahlkonzilium der Meister der FS 1983 in Günzburg) die GRAL-LOGE GRALION neu gestiftet und zwar als untergeordneten Teil der FS in KL."
Es ist wohl davon auszugehen, daß die Benutzung des GM Siegels der FS durch den gegenwärtigen GM nicht autorisiert ist. Bei Sichtung der vorliegenden Dokumente erwächst zunehmend der Verdacht, daß die undurchsichtigen Schriftsätze des Immanuel eher das Ergebnis einer gewissen Art von Altersstarrsinn sind, denn gezielte großmeisterliche Amtshandlungen.
Lesen Sie hierzu unser Heft 01/2010 der Zeitschrift AHA! Kostenloser Download: HIER!




























































































