Tarot & Kabbalah
Thoth Tarot
Thoth Tarot Atu 04 Der Herrscher
Thoth Tarot Atu 04 Der Herrscher
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IV - DER HERRSCHER | |
![]() Ein ANGELHAKEN an der Leine Hilft deinem Wissen auf die Beine. |
Der Oberbefehlshaber, Herzog, Stammesfürst Farbe: Scharlachrot, Rot, glänzende Flamme, glühendes Rot (Diese Zuordnungen sind im Liber777 nicht korrekt wiedergegeben) Kurzbeschreibung: Der Herrscher ist der Ideale Typus des Kommandanten. Er ist der Herzog, der in früheren Zeiten "vor dem Heer zog". Seiner Aktivität und mitreißenden Kraft folgen die Untergebenen, seine Entscheidungen sind stets weise und wohldurchdacht. Er duldet keinen Widerspruch, und ist bereit, seine Strategien gegen alle Widerstände durchzusetzen. Er ist der Motor einer Sache, wenn er sich entschlossen hat, sie durchzuführen. Er besitzt Macht und Einfluß, welche er geschickt nutzt, um seine Ziele zu erreichen. Sein Denken ist fürsorglich, progressiv und generationenübergreifend. Der Herrscher ist auch stolzer Diener seiner Untergebenen, er setzt all seine Kraft ein, um die Nation/den Clan/das Reich zur Blüte zu führen und diese Position zu sichern. Er ist der Erbauer von Burgen, Schlössern und Kathedralen als Zeichen der ewigwährenden Macht, und er ist ein hervorragender Diplomat. |
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Interpretation der Karte
Die Krone des Herrschers hat 6 Strahlen (Ein Hinweis auf die frühere Stellung der Karte, als es Korrespondenzen zu 6-Tiphareth gab), seine Gesichtszüge und sein Haarschnitt zeigen eine gewisse Strenge, die jedoch auch in Mrs. Harris´ etwas "unpersönlichem" Malstil begründet sein könnte. Crowley schrieb ziemlich mißgestimmt hierzu am 19.12.1939 an Frieda Harris: "Your feeling about having no forms and faces is merely symptomatic of modern soul-sickness. It is lack of confidence in one's creative powers. [...] I must emphasise that this fear of faces is an appalling symptom of cowardice." Stab und Reichsapfel in seinen Händen sind in erster Linie Symbole der Regentschaft, können jedoch auch sexualmagisch gedeutet werden als KREUZ(Stab) und Rose(Apfel). Sein Gewand von edler, teurer Machart beherbergt (wie auch bei III-Die Herrscherin) Symbole des Lebens und der unsterblichen Seele (Bienenmuster). Auch der Herrscher hat zu seinen Füßen die französischen Lilien. An seinem Thron lent ein Schil, das den roten Doppeladler zeigt, das Symbol für das Männliche, das Aktive, das Gold der Alchemisten. Zu seinen Füßen sitzt ein Lamm mit Banner, welches Crowley als "gezähmter Widder" bezeichnet. Ein Indiz dafür, daß das Buch Thoth nicht alle relevanten Informationen bzgl. Atu IV korrekt wiedergibt, ist die u.a. Beschreibung dieses Lammes. Hierzu mehr im Abschnitt "Kabbalistische Ausführungen" im Appendix. In der Legung deutet der Herrscher auf eine autoritäre, weltgewandte und strategischj veranlagte Person hin. Im Ego-Bezug ist der Herrscher ein autoritärer, von festen ethischen Thesen gelenkter "Bestimmer". Er leitet an, unterweist, regiert und beherrscht. Er ist konsequent, loyal und realitätsnah im Wesen. Er kann Konflikte hervorragend lösen und als autoritärer Mediator mit festem Ziel Krisen hervorragend managen. In einer Gruppe Gestrandeter wäre er derjenige, der nach wenigen Minuten den Lageraufbau plant, anordnet und tatkräftig unterstützt. Seine Weisheit verschafft ihm große soziale Kompetenz, er ist ein gern gefragter Ratgeber. Wenn er zum Krieg entschlossen ist, wird er zum erbitterten und ernstzunehmenden Gegner, er verfolgt seine Feinde gnadenlos. Er mag nicht von Unfähigen und Nichtskönnern umgeben sein, er sucht sich für seine Projekte stets die Besten aus. In der Partnerschaft ist der Herrscher ein musterhafter Partner. Er ist besorgt, mitfühlend und zu außerordentlich tiefer Liebe fähig, die lange währt und sehr schwer zu zerstören ist. Er hat ein großes Herz, auch wenn er im Äußeren eher kühl und distanziert wirkt. Der Herrscher hat das Problem, daß er nur ungern tiefere Emotionen zeigt, weil er der Ansicht ist, daß ihn das verletzlich macht. Vollständig öffnen wird er sich nur, wenn seine Partnerin/sein Partner die Stellung der Herrscherin einnimmt. Der Herrscher ist in der Familie der Vatertyp, ein strenger, aber liebevoller Erzieher, der weit vorausplant und dabei an seine eigene Nachfolge denkt. Er wird stets dafür sorgen, daß sein Clan in guten Umständen lebt, sein Ziel ist Glück und Frieden, auch wenn er dafür bisweilen inkonventionelle Verhaltensstrategien in Anspruch nimmt. Gesundheitlich ist der Herrscher nicht ohne Schwierigkeiten. Er kann u.U. für Störungen im Entwässerungssystem des Körpers stehen, Schwäche der Nieren, Blase, und Inkontinenz aufzeigen. In Verbindung mit der Herrscherin bei gesundheitlichen Fragen verdichtet sich die Gefahr der Blasenschwäche. Der Herrscher kann eine Tendenz aufzeigen, die eigene Gesundheit im Hinblick auf seine höheren Ziele zu vernachlässigen, hier ist er gut beraten, auf die Stimme der Herrscherin zu hören, die ihn immer wieder ermahnt, sich nicht aufzureiben. Finanzen: Der Herrscher steht für grundsolide Finanzierungen, realitätsnahe und umfangreiche Finanzplanung und er hat eine sichere Hand bei der Auswahl gewinnbringender Konzepte. Als Kaufmann oder leitender Angestellter bzw. Vorgesetzter führt er in seinem Administrationsbereich ein eisernes Regime. Er rechnet mit jedem Cent, legt stets Sicherheiten zurück und geht selten ein totales Risiko ein. Tut er das dennoch, geht er riguros in Richtung Ziel und zieht alle Beteiligten mit. WEnn er Außenstände beitreibt, gibt es kein Mitleid für ihn, denn "Geschäft ist Geschäft".
Auf seiner spirituellen Reise steht der Narr nun zwischen den leiblichen Eltern und muß sich an dieser Stelle von seinem Vaterbild emanzipierren. Er muß die väterlichen Rollenprägungen und Sozialkonditionierungen analysieren, erkennen und abwerfen. Der Narr muß im Kampf mit dem Herrscher obsiegen, und ihn in sich töten, um endlich frei zu werden für die liebende Vereinigung seiner eigenen Seelenteile. Mit dem Herrscher überwindet der Narr auch konservative Denkmuster, die im gesellschaftlichen Bereich liegen. Er trennt sich geistig, bewußt und materiell von seinen Eltern und allem, was diese repräsentieren. Der Herrscher ist die erste Karte der Vertauschungssequenz, die Aleister Crowley in den Zuordnungen des Tarot zum Baum des Lebens vornahm. Er vertauschte die Karten IV-Der Herrscher mit XVII-Der Stern, sowie VIII-Ausgleichung und XI-Lust (Siehe hierzu: Appendix, tabellarische Übersicht der Kartenverteilung am Baum des Lebens). Ausschlaggebend für die Vertauschung war eine Anweisung im Liber Legis: "All diese alten Buchstaben meines Buches sind richtig, jedoch Tzaddi ist nicht der Stern." -Liber Legis I/57-. Crowley hatte lange Zeit damit zu tun, diese Anweisung schlüssig auf das Deck zu übertragen, und er selbst mißachtete diese oft. Weitere Informationen zu der Vertauschung siehe "Kabbalistische Aushührungen" im Appendix sowie Texte zu den beteiligten Karten. | |
![]() Herrscher und Beginner, Kaiser und König aller sterblichen Dinge, Heil ihm, dem Herrn des Frühlings. | |
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Pfad: 28 von NTzCh nach ISVD
Götterbilder: Nuit, Aroueris, Athene, Maruts, Juno, Aiolos Eigenschaften: Loyalität Körperbezug: Nieren, Blase |
Gematrisch korrespondente Begriffe: 90: still, stumm, Jachin, vollkommen, das Ganze,WAsser Gewässer, Ozean, Mem, Könige, Herrscher, Fürt, herrschen, zum König machen, Mabnna, Korb, Macht 104: Vater des Mobs oder der Menge, auf Treu und Glauben, Dünn gestoßen (Räucherwerk), zart, dünn, dürr, unnatürlich abgemagert, schwach, leise, feiner Stoff, Flortuch, Gwan, Staub, Straße, Streit, Scheide, Sodom, Wild Pfad des Sepher Yetzirah: "Natur-Intelligenz" Nachsatz |
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1) zodiakale Zuordnungen der Atu zu den Pfaden und dem Alphabeth: Eine sehr wichtige Neuerung, die der Thoth Tarot brachte, war die Anpassung der Zuordnungen der Trümpfe im Baum des Lebens. 1904, als Crowley die 220 Verse des Liber Legis empfing, gab es eine Anweisung von Aiwass (als Emanation des Gottes Thoth), "sein Buch" künftig richtig wiederzugeben: "All diese alten Buchstaben meines Buches sind richtig, jedoch Tzaddi ist nicht der Stern." Crowley brauchte mehrere Jahre, um die Anweisung von Aiwass vollends zu realisieren. Es war ein schwerer gedanklicher Sprung, aus einer kryptischen Durchsage ein passendes Handlungsmodell zu abzuleiten, zumal Crowley mit dieser Idee nicht überall auf offene Ohren stieß. Erst, als sich Crowley das notwendige Renomee verschafft hatte, um seiner Neuerung das nötige Gewicht zu verleihen, trat er damit vor. Diese Änderung betrifft allerdings nur das Thoth Tarot Deck, die klassischen Decks werden weiterhin fehlerhaft dem Lebensbaum zugeordnet.
Der Herrscher ist die erste Karte der doppelten Vertauschung, welche Crowley letztlich vornahm, um der Anweisung Aiwass´ zu folgen. Die Zuordnung Tzaddi zum Stern (und somit auch He/Der Herrscher) war laut Liber Legis äußerst unbefriedigend. Crowley fand zunächst keine Möglichkeit, diese Anweisung des Liber Legis umzusetzen, da eine einfache Vertauschung Tzaddi/He den Lebensbaum ins Ungleichgewicht gebracht hätte. So überlegte und suchte Crowley lange, und in seinen Werken sind immer wieder die alten Zuordnungen zu entdecken. So z.b. im Buch Thoth bei der Beschreibung der Karte IV-Der Kaiser (letzter Absatz), im Liber 333 (in den Kommentaren zu Kapitel 5, erster Satz), im Liber 418 (6.Aethyr MAZ, Anmerkung 1) oder im Liber 777 - Tafeln der Korrespondenzen (Tafel VI Spalte CLXXX-Titel der Tarottrümpfe, Tafel V Spalte CXXXVII-Tierkreiszeichen).
Die Verbesserung durch die Vertauschung der Karten kann zusätzlich hier anhand eines kleinen lautsprachlichen Beispiels aufgezeigt werden: KAISER - CAESAR - TZADDI - die Lautähnlichkeit von Tzaddi zu Caesar, was später zu "Kaiser" verdeutscht wurde, liegt auf der Hand. Außerdem paßt die feurige Natur des Widders standesgemäß besser zum Herrscher, welcher auch mit Schwefel korrespondiert, als der Wassermann (dies wird unterstützt durch die Farbgebung der jeweiligen Karten). Diese Korrespondenzverbesserung setzt sich im Laufe des Decks über alle beteiligten Karten fort. Die Neuordnung der Trümpfe am Baum des Lebens und die damit einhergehende Verbesserung der Funktionalität des Tarot ist eine der bemerkenswerten Leistungen des Aleister Crowley.[1] Crowley schreibt im Liber Cordis Cincti Serpente vel LXV im Kommentar zu Kapitel V, Vers 65: "(Bemerke, daß durch die Präzession der Equinoxe sich die Sonne an den Frühlingspunkten im Wassermann statt in den Fischen befindet. Im Aeon des sterbenden Gottes verehrten die Menschen Virgo und Pisces, die Unschuld und den Fisch. Wir ersetzen dies durch Aquarius, Nuit und Leo, Babalon und das Tier vereinigt. Aber da Tzadi 'nicht der Stern ist', so schwingen sich Aquarius und Aries um Pisces und Leo um Libra wie Scorpio: Die Atus VIII und XI ausgetauscht, und so die Atus XVII und IV. Aber der wirklich verehrte Gott ist von Taurus, dem arbeitsamen, erschlagenen Stier des Mithras, sol im Norden zu Gemini den Kindern Ra-Hoor-Khuit und Hoor-pa-kraat fortgeschritten.)
Augenscheinlich ist diese Karte ein männliches Spiegelbild der Herrscherin. Kether, die Krone, und die Positionierung von Chockmah und Binah sind äquivalent zum weiblichen Gegenstück. Der Blick des Herrschers begegnet dem seiner Gattin auf dem Pfad Daleth (Siehe III-Die Herrscherin). Auch Chesed und Geburah sind wie in der vorigen Karte auf die Ellenbogen gelegt, und auch beim Herrscher finden wir Tiphareth im Schoß der Figur. Netzach und Hod werden von den beiden Sternscheiben berührt. Der rechte Arm des Herrschers liegt auf Pfad 19/Teth/Lust und das rechte Bein liegt auf dem Pfad 27/Phe//Der Turm. Auch beim Herrscher sind, wie bei der Herrscherin, die Pfade 29 & 31 von Symbolen berührt, hier der rote Adler und das Lamm mit dem Labarum. Im Gegensatz zur Herrscherin steht der Herrscher jedoch -zumindest mit einem Bein- in Malkuth, was auf seine weltliche Regentschaft hindeutet. In diesem Zusammenhang sei noch auf eine Unregelmäßigkeit im Buch Thoth hingewiesen. Crowley schreibt darin 1944 zu Atu IV-Der Kaiser: "Zum Schluß sollte noch beachtet werden, daß das auf ihn herabsteigende weiße Licht seine Stellung im Lebensbaum andeutet. Seine Autorität ist von Chokmah abgeleitet - der schöpferischen Weisheit, dem Wort- und wird auf Tiphereth -dem organisch gestalteten Menschen- ausgeübt." (Urania Verlag; 6. Auflage 1989, ebenso 10. Auflage 2001, je S. 81)
3) Das Lamm: Das Banner zeigt Pfad 29/Quoph/XVIII-Mond, der von Netzach nach Malkuth führt. Dieses Lamm mit einem Heiligenschein erinnert etwas an christliche Erlösersymboliken, was angesichts der Vergangenheit von Crowley nicht eben ungewöhnlich wäre. Aleister Crowley entstammte bekanntermaßen einem streng puritanischen, religiös-fundamentalistischen Elternhaus, und so verwundert es wenig, wenn er mit der apokalyptischen Symbolik Lamm/Löwe liebäugelt. Labarum und Widderstab korrespondieren in der Winkelsetzung miteinander. 4) Die Bienen: Besondere Beachtung sollte beim Herrscherpaar III/IV auch die Bienen-Ornamentik auf den Kleidern finden (siehe auch: Atu III-Die Herrscherin). Die Biene war das Wahrzeichen des merowingischen Königshauses (481-751), das angeblich die Blutlinie Jesu fortsetzte. Auch der Illuminatenorden des Adam Weishaupt hat Bezug zu dieser Symbolik, hieß er doch anfänglich "Bienenorden". | |
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Anmerkungen [1] Es scheint, daß Lady Frieda Harris ihre Schwierigkeiten mit der Umstellung hatte. Sie schreibt am 18.09.1939 an Crowley: "[...] Also I don't feel you have made it clear about Tzaddi-The Emperor. Can't you have a diagram? I have been reading your book to Ann Christie in the evenings & altho she is very interested she could not understand your book and I am not sure I did in the end. It will be a point about which there will be the most argument. Is there any reason for the 2 loops except secrecy? Surely! & if not why not undo the loop & is the Emperor to be numbered 17 or IV or 4 or 17 ditto Star also Strength XI and Justice VIII. I expect I have still got it all wrong but if I have, you must be clearer because I am only just below sub-normal intelligence." Übersetzung: Ebenso empfinde ich es nicht so, daß Sie es bezüglich Tzaddi-Der Kaiser geklärt hätten. Haben Sie nicht ein Diagramm? Ich habe Ihr Buch Ann Christie abends vorgelesen, und obschon sie sehr interessiert ist, konnte sie Ihr Buch nicht recht verstehen, und auch ich bin nicht sicher, ob ich es schlußendlich konnte. Das wird sicherlich ein Punkt sein, um den sich die Auseinandersetzung drehen wird. Gibt das irgendeinen Grund für die zwei Schlaufen, der nicht geheim wäre? Sicherlich! Wenn nicht, warum dann nicht die Vertauschung rückgängig machen und den Kaiser 17 oder IV, oder 4 oder 17 nummerieren, den Stern ebenso, und auch Stärke XI und Gericht VIII. Ich denke, ich habe es alles verkehrt gemacht und wenn ich das habe, sollten Sie deutlicher werden, denn ich bin nur ein etwas unterdurchschnittlich intelligenter Mensch. [2] Die Ausarbeitung zum Widderstab wurde freundlicherweise unterstützt von Gwenda Heradge (www.heradge.de) |
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Nachtrag zum Herrscher
Da hat Mr. Crowley ja einen schönen Bock geschossen... Daß er die meisten Motive bei Mathers und in den Interna des G.°.D.°. abgeguckt hat, ist ja allgemein bekannt. Aber der Lapsus mit dem Herrscher (Kaiser) ist schon ein starkes Stück für jemanden, der als Cheffe des OTO und THERION in der Welt rumstolziert. Wie man auf der vergleichenden Gegenüberstellung in der oberen Abbildung sehen kann, sind wesentliche Elemente bei Mathers und Crowley gleich: Thron, Widderstab und Reichsapfel (Kreuz & Rose) als Insignien weltlicher Macht, das Lamm zu Füßen des Herrschers. Crowleys Herrscher ist etwas moderner und trägt die Symbole des Merowingergeschlechts (Bienen). Der Schild und das Banner des Lammes sind neue Elemente. Hier zeigt der Stab des Herrschers auf Pfad 15/Wassermann/He. Der Lichtstrahl, den Crowley im Buch Thoth (Urania Verlag; 6. Auflage 1989, ebenso 10. Auflage 2001, je S. 81) explizit erwähnt, weist zusätzlich auf Pfad 15. Bleibt festzustellen, daß Master Therion hier seiner eigenen Intention (die Vertauschung der Karten VI&XVII, VIII&XI am Lebensbaum) in der bildlichen Darstellung absolut widerspricht. Frieda Harris kann man hier keinen Vorwurf machen, sie wußte selbst nicht, wie das mit der Vertauschung gemeint war, dies geht aus ihren Korrespondenzen mit Crowley recht deutlich hervor. Das läßt allein den Schluß zu, daß Crowley bei seinen Anweisungen zum Herrscher schlichtweg geschlampt hat. Eine Neukonzeption der Karte könnte z.B. aussehen, wie in der Abbildung unten, der Stab des Widders zeigt auf Pfad 28/Widder/Tzaddi:
Die hier skizzierte Umgestaltung würde den Anforderungen der Karte in Bezug auf ihre Lage am Baum des Lebens einigermaßen gerecht werden. Diese Darstellung paßt stimmungsmäßig auch recht gut zum Gesamtbild. Währen bei Mathers der Herrscher seine Macht durch Körperhaltung und Blickrichtung demonstriert, wendet sich der Herrscher des neuen Äons eher ab, hält den Stab gesenkt, er muß das Lamm nicht unterwerfen, er kann es zu seinen Füßen dulden. |



Der Herrscher bzw. "Kaiser" (diese Bezeichnung ist i.ü. eine irreführende, da dieser Begriff nicht im Geringsten mit den Herrscherbildern des Liber Legis zusammengeht) ist das Gegenstück zu seiner Braut, der Herrscherin (dort ist die Bezeichnung als "Kaiserin" noch irreführender). Die Körperhaltung des Herrschers bildet das alchemistische Symbol für Sulfur, Schwefel, ab. Er komplettiert damit die Dreiheit Hohepriesterin/Quecksilber - Herrscherin/Salz - Herrscher/Schwefel. Die Arme und der Kopf bilden das Dreieck, und seine Beine das Kreuz. Dies entspricht seiner feurigen Widder-Natur, wie auch der Thron, auf dem er sitzt. Interessant hier, daß dieser Thron bereits in den älteren Versionen des Herrschers vorkommt, als die Karte noch He/Wassermann zugeordnet war. Auf den Lehnen sehen wir 16-strahlige Sterne (16=4x4).
Hier treffen wir den Vater aus dem weltlichen Elternpaar des Narren. Die Herrscherin und der Herrscher sind im Bildaubau synchron, und der Narr paßt sich hier hervorragend ein. Legt man Herrscherin und Herrscher nebeneinander fällt auf: Sie sehen sich nicht direkt an, sondern richten ihren Blick auf ein gemeinsames Ziel, das zwischen ihnen steht. Dies ist ihr Kind, der Narr.
Zahl: 90, 104
Buchstabe: Tzaddi (Tz, TzDI)
Die Anwendung des sog. "Möbius-Bandes" (auch: "Möbius-Schleife") auf die zodiakalen Zuordnungen schließlich brachte den Durchbruch. Dieses Band wurde nach dem deutschen Mathematiker August Ferdinand Möbius benannt, der um 1800 als Pionier der Topologie galt. Das Möbius-Band ist eine zweiseitige Fläche, die in sich einmal verdreht ist. In der Biochemie kennt man u. a. bestimmte DNA-Stränge, die praktisch ähnlich aufgebaut sind wie Möbius Bänder. Crowley nahm sich an dem nach Möbius benannten Band ein Beispiel, und verdoppelte den Effekt schlichtweg, so wandte er das Modell des Möbius-Bandes erfolgreich auf den Zodiak an, in dem er zwei Schlaufen bildete, ohne den Zodiak zu zerreissen. Widder und Wassermann, Löwe und Waage wurden dadurch jeweils ausgetauscht, so daß die Symmetrie in Bezug auf die Teilanweisung aus Liber Legis I/57 wiederhergestellt werden konnte. 
2) Der Baum des Lebens: die Vier ist am Lebensbaum der Sephira Chesed zugeordnet, diese trägt den Namen Gedulah oder Gnade.
Das ist natürlich kompletter Unsinn, zumindest in der Anordnung der Karten nach Crowley macht dies keinen Sinn. Nach der Austauschung der Karten am Lebensbaum, die Crowley ja immerhin selbst durchgesetzt hat, liegt der Herrscher auf Pfad 28/Widder/Tzaddi, welcher von Netzach nach Yesod führt. Von Chockmah nach Tiphareth führt Pfad 15/Wassermann/He, dort liegt XVII-Der Stern. Es scheint, daß Crowley hier etwas unkonzentriert gearbeitet hat und die alten Zuordnungen in seine Beschreibung einfließen ließ. Die Kartendarstellung unterstreicht diesen Fehler noch, denn der Widderstab, den der Herrscher in der Hand hält, weist den Winkel von Pfad 15 auf, welcher derselbe ist, wie das angedeutete Licht. [2] Letztlich bleibt nichts anderes, als die Karte i.S. einer teilweisen Fehlgestaltung zu betrachten. Frieda Harris schreibt dazu am 18.09.1939: "I think we could have 4 & 17 on a swivel to twist 'round. Quite amusing also the Sun could have the Zodiac pushed round." Dieses Wortbild legt den Verdacht nahe, daß sie überhaupt nicht begriff, in welcher Art und Weise die doppelte Vertauschung vorgenommen wurde.



