Tarot & Kabbalah
Thoth Tarot
Thoth Tarot Atu 06 Die Liebenden
Thoth Tarot Atu 06 Die Liebenden
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VI - DIE LIEBENDEN
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![]() Wenn die Sonne in der großen See versinkt, Nimm dein SCHWERT, damit das Werk gelingt. |
Die Brüder, Kain & Abel, Adam & Eva, Solve Farbe: Orange, blaß Malvenfarbig, frisches Gelb-Ledern, rötlich-Grau bis Malvenfarbig Kurzbeschreibung: Diese Karte ist eine von jenen, welche grafisch im Vergleich zum Vorbild völlig verschieden sind. Sie ist in ihrer Symbolträchtigkeit außerordentlich facettenreich und sollte (gemeinsam mit Atu XIV-Kunst) intensiv studiert werden. Der Hauptaspekt dieser Karte liegt in der Darstellung von Dualität, Unterscheidlichkeit, welche stets Ausgangspunkt für Vereinigung ist. Die Liebenden sind Ausdruck der Öffnung nach allen Seiten, sie sind die Karte der Beweglichkeit, der Improvisationsfähigkeit, aber auch der Zwiespältigkeit und inneren Zerrissenheit. Das Leitmotiv der Karte ist, ein gutes Ende/Ergebnis aus allen inneren Konflikten zu gebären, die Zwei in eine Einheit zu wandeln. Die Liebenden sind der erste Teil der Erkenntnis, nämlich die Analyse. Ihnen folgt in Atu XIV-Kunst die Synthese. |
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Interpretation der Karte In der vorliegenden Form finden wir eine Karte mit deutlicher zentraler Symmetrieachse (wie auch ihr Gegenstück Atu XIV-Kunst). Sie symbolisiert deutlich die Zwillinge und verfügt über eine Verbindung zum Schützen (Atu XIV-Kunst zugeordnet), dem die Zwillinge im Zodiak gegenüberliegen. Es ist zu beachten, daß die Symbolik der Karte z.T. auf alchemistische und magische Systeme ausgedehnt ist, und damit grundsätzlich einer tiefgehenden Betrachtung bedarf. Obschon hier offensichtlich eine Art "Hochzeit" dargestellt wird, ist das eigentliche Thema der Karte in Begriffen wie Teilung, Analyse, Separation, Dualität zu suchen. Im oberen Bereich der Karte finden wir zwei Frauengestalten, welche die ersten weiblichen Wesen andeuten: Die wilde Lilith und die gezähmte Eva (man beachte die Körperhaltung). Weiter wird das Zwillingsmotiv dann im Brautpaar, den Kindern und den Tieren ausgeführt. Auf dieser Karte treten die Figuren zum ersten Mal in Gruppen auf, während die ersten 6 Karten ausschließlich Einzelpersonen zeigen. Wir finden folgende Entsprechungen als leises Echo der vorhergehenden Karten 0-V: 2 Kinder - Narr und Magus; Brautpaar - Herrscherin und Herrscher; Priester/Ei - Hierophant und Hohepriesterin. Der Schwerthintergrund im oberen Bereich der Karte deutet auf die Zehn der Schwerter hin, welche von der Sonne in den Zwillingen beherrscht wird, und das SOLVE Prinzip ebenfalls repräsentiert. Auch deuten die Schwerter auf den beigeordneten Buchstaben ZAIN hin, der "ein Schwert" bedeutet, das Werkzeug der Teilung (Solve). Der verhüllte Magus im Hintergrund, dessen Hände Chokmah (Vater/Jod) und Binah (Mutter/He) sind, erteilt dem Paar den Segen. Um seine Hände kreist der Zodiak in einer Form, welche die sog. Möbius-Schleife andeutet (siehe hierzu: Kabbalistische Ausführungen zu IV-Der Herrscher). Die Gestalt des Magus reicht von Malkuth bis nach Kether hinauf, er verrichtet die Hierophantischen Aufgaben (siehe hierzu: Liber Legis I/50). Das "Hochzeitspaar" ist in königliche Gewänder gekleidet. Die des Bräutigams korrespondieren mit dem Herrscher (Schlangenmuster), die der Braut mit der Herrscherin(Bienenmuster). Hierin liegt eine weitere Allegorie, welche auf das Tetragrammaton und das von uns postulierte Elternpaar hinweist. Hier wird ein Symbol der Rosenkreuzer angedeutet, die "Chymische Hochzeit des Christian Rosenkreutz". Verbildlicht ist hier die Vermählung der Seelenteile (Animus/Anima). Die Kronen der beiden zeigen auf männlich (Gold) und weiblich (Silber). Sie reichen sich die Hand und sind bereit und Willens, sich zu vereinen. Daß sich dies nicht allein auf geistige Ebenen bezieht, zeigen Lanze und Gral, welche die beiden in Händen halten.
Löwe (rot, stellvertretend für männlich/Gold) und Adler (weiß, stellvertretend für weiblich/Silber) bestätigen die "Zickzackwechsel" der Prinzipien entlang der Symmetrieachse der Karte. In dem geflügelten, von der Schlange umgürteten Ei an der Basis der Karte erkennen wir den Anfang, den Beginn, das "Kind im blauen Ei", welches als Ergebnis des Durchlaufens der 22 Atu dann am Anfag des nächsten Durchganges steht. In der Legung erweist diese Karte ihrer Natur der Dualität alle Ehre, sie greift sehr vielseitig in die personalen Entsprechungen ein und schafft somit Raum für Interaktion mit anderen Karten. Bei der Ausdeutung sollte deshalb stets das Äquivalent zu dieser Karte im Legebild genau betrachtet werden. Im Ego-Bezug weist die Karte auf einen zwiespältigen Charakter hin. "Zwei Seelen wohnen - ach!- in meiner Brust, die eine will sich von der anderen scheiden" - diese Thematik aus Goethes "Faust" ist hier wohl treffend zum Vergleich heranzuziehen. Man könnte sagen, daß es ein "typischer Zwilling" ist, den die Karte repräsentiert. Zwischen Ideal und wirklichkeit hin- und hergerissen, präsentiert sich dieser Typus Mensch als launisch, bisweilen larmoyant, verletzlich aufgrund der eigenen inneren Zerrissenheit und unbeständig im Handeln. Die Liebenden schweben oft in einer Art geistiger kataleptischer Starre zwischen zwei scheinbar unvereinbaren Positionen, sie sitzen oft "zwischen den Stühlen". Die Vorteile der Liebenden sind ihre weitreichenden Fähigkeiten zu Analyse und zur zeitgleichen Einnahme verschiedener und zuweilen konträrer Standpunkte. Sie sind geistig rege, beweglich und zu höchsten Formen der Improvisation fähig. In der Partnerschaft zeigt sich die volle Wandlungsfähigkeit der Liebenden. Sie sind in der Lage, in einer Beziehung das direkte Gegenstück ihres Partners zu bilden, ein vollendetes Komplement. Wenn sie sich verlieben, sprich: sich entschieden haben, analysieren sie ihr Gegenüber gründlich, eruieren den dortigen Bedarf an Kommunikationsmustern und mutieren zu einem Faksimile der innersten Wünsche ihres geliebten Partners. Das Gleiche gilt für die Sexualität der Liebenden, diese ist außerordentlich facetten- und abwechslungsreich, wenn nicht aufgrund von Konditionierungen unterdrückt. Diese Karte signalisiert tiefe Wünsche und die innere Bereitschaft, diese zu erfüllen. Wenn diese Gefühle unterdrückt oder verdrängt werden, tritt der Schatten dieser Karte in Form von schneidenden Schwertern in den Vordergrund, und zerlegt die Seele der Person auf ruinöse Weise. Gesundheitlich kommen die Liebenden nicht allzugut weg. Sie pendeln zwischen Krankheitszuständen und Phasen der Gesundung und des Wohlbefindens. Anfällig sind die Liebenden für psychosomatische Einflüsse, Streß und großer Leistungsdruck können sich verheerend auf ihre Konstitution auswirken. Asthmatische und sonstige bronchiale Beschwerden stehen dieser Karte nah, ebenso Herzstörungen und Bluthochdruck. Wobei chronische Erkrankungen eher selten sind, vielmehr droht Gefahr durch kurzfristige Infekte oder akute Beschädigungen.. Finanzen: Hier geht es auf und ab. VI-Die Liebenden steht für Wechselhaftigkeit in den finanziellen Angelegenheiten, große spontane Zugewinne wechseln sich ab mit herben Verlusten und Zeiten der finanziellen Not. Bei finanziellen Transaktionen zeigen die Liebenden allerdings, was ihre Qualität ist. Sie sind Meister der Statistiken, der Extrapolierung und der Marktprognose, denn sie können sich binnen kürzester Zeit in jede beliebige Situation geistig hineinversetzen. Sie sind hervorragende Analysten und ihre Begabung, neue und inkonventionelle Einkommensquellen zu erschließen, besitzen schon eine gewisse Genialität.
Die Erlösung des Narren aus dem Elternkonflikt findet hier statt, so er bislang recht getan hat. Der Narr hat die Bilder der Eltern erkannt und transformiert diese. Wenn der Narr es geschafft hat, sich der großen Elternbilder zu entledigen, wird es ihm hier gelingen, Animus und Anima zu vermählen, und aus sich selbst, der geteilt war, eine untrennbare Einheit zu schaffen. Tier- und Menschenseele vereinen sich, der Narr ist nun in der Lage, sich selbst zu vergeben. Eros (Agape/Liebe und Thelema/Wille) ist in diesem Fall der Leim, der die Seelenteile des Narren verbindet. Wenn ihm diese Operation wohl gelingt, sind in ihm 2 starke Teile vereint; eine Symbolik, die sich in Atu XI-Lust deutlich manifestiert. Nun ist der Narr auf seiner spirituellen Reise bereit, sich über die Fortbewegung "per pedes" zu erheben, er besteigt nun den magischen Wagen seines Willens, welcher ihn geschwind auf seinem Weg weiterbringt. Die Teilung und Wieder-Zusammenfügung seiner Persönlichkeitansteile hat dem Narren ein gehörig Maß an Selbsterkenntnis und -sicherheit gebracht, welche er nun als Lenker des Wagens sinnvoll einzusetzen weiß. Die magische Pubertät ist an dieser Stelle durchschritten. |
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![]() Jedem enthüllt sein Verstehen wahrhaftig wortlos: euer Wesen, unsterbliche Zwillinge und Liebende! |
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Zahl: 7, 717
Götterbilder: Rekht, Merti, Castor u, Pollux, Apollo, Eros Eigenschaften: Teilung Körperbezug: Schultern und Arme |
Gematrisch korrespondente Begriffe: 7: umherirren, sich verlieren, ruiniert werden, zu Grunde gehen, ausrotten, in die Irre gehen, vernichten, AHA (Venus zugeordnete Initialen von Adonai Ha-Aretz - "Der Herr der Welt"), Begierde, Gad (einer der Stämme Israel), Glück, Koriander, fließen, sich ängstigen, schmachten, Ruhe, Fisch 717: -keine Entsprechungen- Pfad des Sepher Yetzirah: "Geeignet machende Intelligenz" Diese Karte sollte dringend in Verbindung mit Atu XIV-Kunst gesehen werden. |
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Möglicherweise wurde die Karte später anders gezeichnet, als sie 1909 von Crowley in der Reise durch den 2. Aethyr gesehen wurde. [1] Die dortige Beschreibung ähnelt nur in einigen Elementen der Karte, die im Thoth Tarot Deck vorliegt. Die 6 wird kabbalistisch betrachtet als Zahl der Vollständigkeit und heilige Zahl, aber eben auch als Zahl der Ambivalenz, des Wandels. Zwei Dreiecke bilden das Quadrat irdischer Realität bzw. überlappend zeigen sie ein Hexagramm (Sechsstern).
Der Cupido (Eros) schießt seinen Pfeil von Kether ("die höchste Spitze des Iod") nach Chockmah, der "tiefsten Spitze des Tetragrammaton" (siehe hierzu: Kabbalistische Ausführungen zu VIII-Ausgleichung). Der Schußwinkel entspricht daher Pfad 11, Alef, 0-Der Narr. 11 ist die Zahl der Magick, und die Pfeile aus dem Thelema-Köcher aktivieren das Iod in Chokmah, was den ewigen Kreislauf des IHVH aus Werden, Sein und Vergehen erneut startet.
2) Dualität: Waren bisher die Atu jeweils einem Extrem dualistischer Verhältnisse zugehörig, so trägt Atu VI dieses Prinzip zum ersten Mal zentral in sich. Die alchemistische Formel SOLVE & COAGULA wird hier in das Thoth Deck als wichtiges Thema in den Karten VI und XIV eingeführt. Die Karten stehen sich -mit X als Symmetriepunkt- diametral gegenüber, was an die Darstellung der Waage in VIII-Ausgleichung erinnert. Atu VI - Die Liebenden ist dabei das Solve, entspricht also der Aufteilung in duale und antagonistische Prinzipien. Über den Vorgang der Veränderung, Bewegung (X-Glück) findet in Atu XIV-Ausgleichung- dann die Vereinigung -Coagula- der Prinzipien statt. Die Notwendigkeit der Analyse (Teilung) wird in Atu VI dargestellt durch die Paare (Lilith/Eva, König/Königin, Lanze/Gral, weißes/schwarzes Kind, Löwe/Adler). Um diese Teilung durchzuführen, sind die Pfeile aus dem Köcher Thelemas nötig. Doch muß diese Teilung in Liebe unter Willen geschehen, damit sie gelingt. Die Analyse ist ein unverzichtbarer Bestandteil zum Verständnis der wahren Natur der Dinge. Eine Ausprägung der Dualität ist das Verhältnis gut/böse, symbolisiert durch die beiden Kinder, welche Kain und Abel darstellen. Kain ist in Atu VI als das schwarze Kind mit der Keule abgebildet, welches die Lanze berührt, Abel als das weiße Kind mit dem Strauß mystischer Rosen, den Kelch der Königin stützend. Abel, welcher in der biblischen Mythologie das Gute, Sanfte, Gottergebene verkörpert, wird von seinem Bruder Kain, er verkörpert das Böse, Triebhafte und Gottvergessene, erschlagen, weil Gott ihm die Annahme des Opfers verweigerte. Das Blut Abels tränkt den Boden, wodurch Gott genötigt wird, seinen Zorn zu offenbaren. Im Liber 418, 2.Aethyr -ARN-: "Das Vergießen von Blut ist notwendig, denn Gott erhörte die Kinder Evas nicht, bis Blut geflossen war. [2] Und dies ist äußere Religion; Kain aber sprach nicht mit Gott, noch hatte er das Zeichen der Initiation auf seiner Stirn, so daß er von allen Menschen gemieden wurde, bis er Blut vergossen hatte. Und dieses Blut war das Blut seines Bruders. Dies ist ein Mysterium des sechsten Schlüssels des Tarot, der nicht Die Liebenden heißen sollte, sondern Die Brüder." (interessanterweise folgt dann eine Absatz, der eine Kartenbeschreibung enthält, welche weder auf Atu VI-Die Liebenden des Thoth Decks, noch auf die diesbezüglichen Decks des G.°.D.°. oder A.E. Waites zutrifft)[1] Die Kinder in ihrer Unschuld bezeugen den Urinstinkt des Menschen, den Dingen bis ins Letzte auf den Grund zu gehen, und zwar aus willentlichem Erfahrungsdrang, mit reinem Willen, der nicht auf ein bestimmtes Ergebnis abzielt, sondern unbefleckt von der Gier nach Ergebnis allein der Erkenntnis zustrebt. JHShVH (Jesus) sagt: Ihr müßt sein wie die Kinder. Auch im Liber Legis lesen wir eine solche Anweisung, hier von der Göttin Nuit, wie wir uns geben müssen, um uns selbst in die Lage zu versetzen, uns mit dem Göttlichen zu verbinden: "Kommt heraus, o Kinder, unter die Sterne und nehmt euch eure Erfüllung der Liebe. Crowleys Intention zur Darstellung der Brüder als Kinder mag dahingehend interpretiert werden, daß er hier nicht das Schuld-und-Sühne Thema betont, sondern den streng dualistischen Charakter dieses Mythos. Jeder Mensch trägt sowohl das Erbe Kains (Animus), als auch Abels (Anima) in sich, jeder besitzt zwei Seelenteile, die sich voneinander scheiden, und eines Tages in Liebe unter Willen verbunden werden müssen, um sich selbst aus dem Rad des Karma zu befreien. Crowley schreibt im Liber Aleph in Kapitel 20 "DE MOTU VITAE" (Die Bewegung im Leben) an seinen magischen Sohn, Charles Stansfield Jones: "So begreife, o mein Sohn, daß alle Phänomene, die Auswirkungen eines Konfliktes sind, ebenso wie das Universum ein Nichts ist, das ausgedrückt wird als die Unterschiedenheit zweier Gleichheiten oder, wenn Du so willst, als die Scheidung von Nuit und Hadit. Und deshalb löst jede Vermählung einen mehr materiellen Komplex auf und schafft einen weniger materiellen; und dies ist unser Weg der Liebe, sich ewiglich von Ekstase zu Ekstase zu erheben. Somit ist dann alle höhere Gewaltsamkeit, das heißt alles Bewußtsein, der spirituelle Orgasmus einer Leidenschaft zwischen feineren und gröberen Gegensätzen. So resultieren Hitze und Licht aus der Vermählung von Wasserstoff und Sauerstoff, Liebe aus der von Mann und Frau, Dhyana oder Ekstase aus der von Ego und Nicht-Ego." Diese Textstelle schafft von Atu VI-Die Liebenden eine gedankliche Brücke über X-Glück hin zu XIV-Kunst, wobei Atu X genau in der Mitte dieser Spanne liegt. "Keins, hauchte das Licht von den Sternen, schwach + feenhaft, und zwei. 3) Adler und Löwe: Adler und Löwe sind bei VI und XIV farblich diametral entgegengesetzt und in ruhender Stellung abgebildet. Hier erkennt man die Einleitung der alchemistischen Operation, welche sich in Richtung Vervollständigung der V.I.T.R.I.O.L. Formel dann fortsetzt. Siehe hierzu Atu XIV-Kunst |
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Anmerkungen [1] Möglicherweise bezieht sich Crowley hier auf die Bilder des Tarot, wie er sie anno 1909 in Liber 777 (Spalte CLXXXI zzgl. Erläuterungen) aufführt. Crowley beschreibt die Kartenansicht im Liber 418, 2. Aethyr -ARN- wie folgt: "Im Zentrum der Karte steht Kain; in seiner rechten Hand befindet sich der Hammer von Thor, mit dem er seinen Bruder getötet hat, und er ist überall von dessen Blut benetzt. Und seine linke Hand hält er zum Zeichen der Unschuld offen. Zu seiner Rechten steht seine Mutter Eva, um die die Schlange, die ihre Haube hinter Evas Kopf ausgebreitet hat, gewunden ist; und zu seiner Linken ist eine Gestalt, die irgendwie der hinduistischen Kali ähnelt, aber sehr viel verführerischer ist. Ich aber erkenne sie als Lilith. Und über ihm befindet sich das Siegel mit dem Pfeil, nach unten gerichtet, der aber durch das Herz des Kindes gebohrt ist. Dieses Kind also ist Abel. Und der Sinn von diesem Teil der Karte ist undurchsichtig, aber trotzdem ist die Tarotkarte so richtig gezeichnet. [...]" [2] Anmerkung dazu von Crowley: "Das Blutopfer wird meist als "schwarze Magie" angesehen. Aber dies hängt ganz von der Formel ab, die der Magier benutzt." Damit sollte jedem Leser verständlich sein, daß es Aleister Crowley keinesfalls, wie so oft unterstellt, um schwarzmagische Praktiken ging, sondern daß er durch seine Arbeit die Vervollständigung der magischen Systeme anstrebte. [3] Das Beobachtete, die „Außenwelt“, ist außerhalb (oberhalb) von euch oder innerhalb, je nach Standpunkt. Was auch immer man erlebt, es wird durch den "Erleber" vom „Universum“ erlebt, denn alles, was man vom „Universum“ weiß oder je wissen kann, ist die Wahrnehmung davon, und damit ist das dasselbe. Der Beobachter kann als ein Teil des Beobachteten aufgefaßt werden oder als von ihm getrennt. Hierin liegt die gegenseitige Bedingung von Solve et Coagula. |



Bemerkenswert und ein zusätzlich gewichtender Punkt, die Dualität der Natur der Karte betreffend, sind die Farbwechsel zwischen den Vermählten und den Kindern vor ihnen, welche Kain(rechts) und Abel(der eigentlich "Hebel" heißt) sind (vergl. zu Kain/Abel: Ranke-Graves/Patai 'Hebräische Mythologie'). Sie berühren ebenfalls Lanze und Gral, was andeutet, daß der hier beschriebene Vorgang ein uralter und nicht wegzudenkender ist, welcher sich durch alle Zeiten zieht. Und wieder erinnert sich der Betrachter hier der alten Kartenbeschreibung aus dem Liber 777 und dem Liber 418. Da Kain und Abel die ersten dualen Menschenkinder (ihre Eltern sind bis zum Auszug aus Eden noch eine Einheit) und damit der Beginn der Schöpfung sind, passen sie sich hervorragend in die alchemistischen Termini der Karte ein.

Pfad: 17 v. BINH nach TPhRTh
Buchstabe: Zayin (Z, ZIN)
1) Der Lebensbaum: Der auf Kether im Bild befindliche Engel stellt den wahren Willen dar. In seinem Köcher, auf dem WILLE (gr.: "Thelema") steht, befinden sich die Pfeile der LIEBE (gr.: "Agape") und des Lebens. Eine Verbindung zu Atu VI-Die Liebenden findet sich im Liber 418, 5.Aethyr -LIT-, darin schreibt Crowley: "Du magst den Bogen Deines magischen Willens bis zum Bersten spannen; du magst den Pfeil lösen und sie bis auf das Herz durchbohren. Ich bin Eros. Nimm also den Bogen und den Köchel von meinen Schultzern und töte mich; denn ohne daß du mich tötest, vermagst du das Mysterium des Aethyrs nicht zu entschleiern." In dieser Form begegnet uns das Kind Eros aus der Kartendarstellung mit der klaren Aufforderung, es zu töten, um den Weg des Magister Templi weiter zu beschreiten, denn "Nemo hoc facere potest" (Kein Mensch vermag dies zu tun). Dem interessierten Leser sei angeraten, den kompletten Text zum 5. Aethyr zu studieren, von dem obiges Zitat nur einen geringen Abriß darstellt. Crowley zeigt dort, daß er zu tiefgehender Poesie und bewegenden Emotionen fähig ist. Projiziert man nun den Lebensbaum auf die Karte, so steht der Engel, Eros, an Kether. Chokmah und Binah werden von den Händen des Magus gebildet. Chesed und Geburah liegen hier auf dem unendlichen and, dem Zodiak, den der Magus bewegt. Tiphareth wird berührt von den Händen der beiden Königlichen berührt, auch Netzach und Hod berühren diese Figuren an den Schultern (Pfad Nr. 17 korrespondiert analog dazu mit den Schultern), korrespondieren allerdings auch mit dem Adler und dem Löwen, die etwas unterhalb im Bild stehen. In Yesod treffen sich die Arme der beiden Kinder, und Lanze und Gral sind dort zu sehen. Die das Herz (das orphische Ei) umgürtende Schlange steigt in Malkuth auf. Das orphische Ei taucht wieder auf in Atu IX-Der Eremit.

