Tarot & Kabbalah
Thoth Tarot
Thoth Tarot Atu 07 Der Wagen
Thoth Tarot Atu 07 Der Wagen
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VII - DER WAGEN
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![]() Ein Narr, wer hierbei Übles denkt, Auf dem ZAUN sitzt, der den Wagen lenkt. |
Gralsträger, Hexagramm, sich verzehrendes Ding, das große Werk, Zauberei Farbe: Amber-Bernstein, Karmesinbraun, prächtiges strahlendes Rötlich-Braun, dunkles grünliches Braun Kurzbeschreibung: Atu VII-Der Wagen ist eine sehr kräftige, magische Karte, der man ihre Mehrdeutigkeit nicht auf Anhieb ansieht. Obschon zunächst das Motiv recht eindeutig und scheinbar simpel kontruiert ist, entfaltet sich die Karte dann bei genauerem Studium zu einem Feuerwerk der Hintergründigkeiten. Der Wagen steht für die Synchronisierung von Extremen, die Manifestation magischer Kraft und die sichere Beherrschung der Elemente. Spirituelle Erkenntnis wird umgesetzt in konkretes Handeln, und Selbsterkenntnis manifestiert sich in Selbst-Bewußtsein. Die Karte öffnet uns den Weg zu unseren magischen Ressourcen. |
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Interpretation der Karte Wir sehen hier auf der Karte die Frontansicht eines Ritters in goldener (bzw. bernstreinfarbener, lt. Crowley), smaragdverzierter Rüstung, der einen Wagen besetzt hält, welcher von vier Sphinxen gezogen wird. Der Wagen ist nicht in Bewegung. Über dem Wagen spannt sich ein Baldachin, und der Wgenlenker hält in der Hand etwas, das aussieht, wie eine Scheibe. Im Gegensatz zu früheren Karten ist der Wagenlenker im Thoth Deck sitzend abgebildet. Diesec Symbolik ist nicht zu unterschätzen, denn nur der wahrhaft fähige Magus ist in der Lage, in unbewegter Ruhe das große Werk zu verrichten, er lenkt nicht seinen Wagen, sondern das ihn umgebende Universum durch seinen magischen Kampfwagen. Eine Allegorie zum Wagen findet der geneigte Leser im Buch Ezechiel-Kapitel 1 und Jonhannisoffenbarung-Kapitel 4. Die Karte ist dem Krebs zugeordnet (deutlich zu erkennen an dem Helm des Wagenlenkers), für detaillierte Informationen hierzu bitte nachlesen in den anhängenden "kabbalistischen Ausführungen", Absatz 2: "418 oder 433?" Die Sphinxen im Vordergrund stellen die 16 Kombinationsmöglichkeiten der Elemente dar (Crowley nennt sie im Buch Thoth auf S. 89: "Unterelemente"), von "Feuer des Feuers" (König der Stäbe) bis "Erde der Erde" (Prinzessin der Scheiben). Zur elementaren Zuordnung der Hofkarten siehe Anhang: Einleitung/Der Baum des Lebens. Auf die 4 Elemente des Tetragrammaton sollen auch die Säulen, die den Baldachin stützen, erinnern, obschon Crowley in einer früheren Vision (1909) von 8 Säulen ausging (siehe Liber 418, LOE - der 12. Aethyr). Die roten Räder bedeuten die Kraft der Bewegung in Geburah an, wohin der Pfad 18 am Baum des Lebens führt. Die an der Rüstung befestigten Smaragde sind die 10 Sephiroth in unsymmetrischer Anordnung. Der Wagenlenker trägt über den Schultern zwei Capes, das weiße symbolisiert das weibliche, das rote Cape das männliche Prinzip (ähnlich den Adlern in Atu III/IV). Besondere Beachtung verdient das zentrale Element der Karten, der Gral. Im Vergleich zu anderen Kartendecks ist dieses Bildelement hier sehr stark betont. Der Gral wird vom Wagenlenker so gehalten, daß wir von oben in das Gefäß, welches auch der KELCH VON BABALON ist, hineinsehen können. Der Inhalt des Kelches wird genannt "das Blut der Meister des Tempels in der See von Binah". Eine weitere Deutungsmöglichkeit ist die einer schnell rotierenden Swastika, welche so das Bild einer Scheibe erzeugt. Die farben Rot, Blau und Weiß sind die Farben des Amethyst, welcher dem Alef und damit der Swastika zugeordnet ist. Der Lenker des Wagens ist in der Lage, den Kelch zu halten, sprich, ihn zu meistern. Ihm ist damit ein magisches Werkzeug der Macht gegeben. Crowley schreibt im Buch Thoth, daß da Analogien sind zu den Karten X-Glück und II-Hohepriesterin. Der Wagenlenker sitzt auf einer Mondsichel, korrespondierend zu Yesod (Fundament). Siehe hierzu: "Kabbalistische Ausführungen: 1) Baum des Lebens. In der Legung schauen wir hier auf eine sehr dynamische, bewegungs- und veränderungsorientierte Karte. Sie setzt an Punkten an, die geeignet sind, uns weiterzubringen auf unserem Weg. Im Ego-Bezug deutet der Wagenlenker auf eine in sich ruhende, gefestigte Persönlichkeit hin. Er hat die Zügel in der Hand und bestimmt selbst und nach freiem Willen, wohin der Weg ihn führt. Er kennt die Geheimnisse um Aktion und Interaktion, er weiß die rechten Mittel zur rechten Zeit am rechten Ort einzusetzen und dadurch Erfolg zu erzielen. Seine Rüstung des Wissens schützt ihn vor unerwarteten Angriffen bzw. Schwächungen. Atu VII-Der Wagen öffnet das Bewußtsein für die metaphysischen Dinge, die unser Kosmos bereithält und läßt diese Dinge in zunehmendem Maße in das Leben einfließen. Er ist der König, derjenige, der vorangeht, macht, regelt, auch mit unkonventionellen Lösungsansätzen Probleme beseitigt. In der Partnerschaft ist der Wagenlenker eher der dominante Part, oft wirkt er weltentrückt und verschlossen. Es ist nicht leicht, vollen emotionalen Zugang zu ihm zu erhalten, da stets ein Teil seiner Liebe den Göttern gehört. Homo- und bisexuelle Tendenzen verstärkt der Wagen, er sucht ständig nach dem "Kick", der ihn körperlich der geistigen Liebe, die er empfindet, näherbringt. Ist er auf der einen Seite ein nicht leicht zu nehmender Partner, so ist andererseits die Partnerschaft des Wagenlenkers eine tiefgehende und emotional facettenreiche Angelegenheit. In Verbindung mit II-Die Hohepriesterin deutet der Wagen auf eine große spirituelle Liebe hin, die weit über das Maß des Irdischen hinausgehen kann, wenn beide Partner ihren eigenen Weg konsequent verfolgen. Gesundheitlich ist der Wagenlenker an sich stabil, jedoch zeigt er auf Schwächen im natürlichen Bewegungsapparat. Arthritis und Rheuma sind nicht ungewöhnlich, wenn der Wagen auftaucht. Auch Probleme des Magen-Darm-Traktes können im Umfeld des Wagens auftauchen. Er ist an sich jedoch nicht weinerlich oder larmoyant, wenn es um Wehwehchen geht, vielmehr ist es oft so, daß er Störungen und Krankheiten verdrängt, wenn er wichtige Dinge verrichtet. Finanzen: Hier steht der Lenker des Wagens auf sicherem Boden, er umgibt sich gern mit Luxus, versteht diesen jedoch nicht als Teil seiner Persönlichkeit. Er ist bereit, seinen gesamten Schatz der einen Sache, die ihm wichtig ist, zu opfern. Er ist ein durchaus korrekter Geschäftspartner, und der Wagen als Ereigniskarte kann pekuniären Zuwachs in nicht unbeträchtlicher Höhe bedeuten. Schlecht aspektiert kann es jedoch auch zu erheblichen Verlusten im Zusammenhang mit spirituell-geistigen Belangen kommen. "Der Lenker des Triumphwagens ist der König, der Buchstabe Jod im Tetragrammaton, der Vater von allem. Sämtliche Darstellungen dieses Symbols haben allerdings eines gemeinsam, und zwar wird stets die Verbindung zweier Gegensätze zum Ausdruck gebracht, die zusammen das Gefährt des höheren Menschen den höheren Zielen, die er zu erreichen sucht, entgegenziehen. Es erinnert an den Schwur des Adeptus Minor, in dem er verspricht, mit göttlicher Hilfe und durch Vereinigung seiner selbst mit dem höheren und göttlichen Genius, Übermenschlichkeit zu erlangen. Der Triumphwagen ist auch Symbol für das durch den Buchstaben Cheth symbolisierte Große Werk. Es hat die Bedeutung einer Einfriedung. Die Gematria dieses Symbols hat den Wert 418. Die Summe der Zahlen 4, 1 und 8 ist 13. 1 und 3 sind die Zahlenwerte für Ahavoh (Liebe) und Echod (Einziger oder Einheit). Die Zahlen 13 und 13 ergeben zusammen die Zahl 26, und das wiederum ist die Gematria des Tetragrammaton. Die magische Bezeichnung für diesen Schlüssel ist Kind der Kraft der Wasser, Herr des Triumphs des Lichtes."
Crowley schreibt im Liber 156 "Liber Cheth": Die spirituelle Reise des Narren führt in nun aus seiner "Pubertät" heraus in Richtung seiner eigentlichen Aufgabe. Er erhält Kenntnis von den Mitteln der Macht und lernt, diese sinnvoll einzusetzen. Seine Sexualität entwickelt sich und gewährt ihm Zugang zu seinen Ressourcen. Er ist in der Lage, die Elemente zu koordinieren, zu dosieren und mit ihnen das Kontinuum zu beeinflussen. Seine aufkommende magische raft verlangt nun nach ausgleivhung, um nicht ins Extrem zu verfallen. |
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![]() Siehe der Wagen! Durch der Wasser Flut der Sangraal, Leben und Verzückung, Wein und Blut! |
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Pfad: 18 (BINH nach GBURH)
Götterbilder: Hormaku, KephRa, Apollo, Merkur, Laren, Penaten Eigenschaften: Schöpfungskraft Körperbezug: Magen |
Gematrisch korrespondente Begriffe: 8: wollen, willig sein, Schilf, Liebe eweisen, begehrt, geliebt, Freund, Buhle, Liebe, lieben, dann, da, damals, Eingang, bekümmert, besorgt, Brustz, Zitze, Notariqon v. "Zauir Anpin" 418: Sünde, Ein Zaun, Wirkung, ABRAHADABRA Pfad des Sepher Yetzirah: "Intelligenz des Hauses des Einflusses" Das Wort ABRAHADABRA läßt sich hervorragend durch Permutationen umbilden. Siehe hierzu: Liber 777) |
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Bereits 1909 beschreibt Crowley im Liber 418 (12. Aethyr: LOE) die Karte annähernd in ihrer später veröffentlichten Form; anders, als bei Atu VI-Die Liebenden (siehe hierzu: Liber 418, 2. Aethyr: ARN), wo dem Seher eine komplett andere Karte gezeigt ist. Crowley schreibt zu Atu VII-Der Wagen: "In dem Stein erscheinen zwei Säulen aus Feuer, und in der Mitte befindet sich ein Streitwagen aus weißem Feuer. Dies scheint der Wagen aus den siebten Schlüssel des Tarot zu sein. Aber er wird von vier Sphinxen gezogen, dem Wesen nach verschieden, wie die vier Sphinxen auf der Tür des Gewölbes der Adepten, nur in ihren jeweiligen Bestandteilen ausgetauscht. [1] Der Wagen selbst ist der abnehmende Halbmond. Der Baldachin wird von acht Säulen aus Bernstein getragen [2]. Diese Säulen stehen aufrecht, und dennoch ist der Baldachin, den sie stützen, das gesamte Gewölbe der Nacht. Der Wagenlenker ist ein Mann in goldener Rüstung, die mit Saphiren besetzt ist; über seinen Schultern trägt er eine weiße Robe und darüber eine rote Robe [3]. Auf seinem goldenen Helm trägt er als Helmzier einen Krebs. Seine Hände umklammern einen Kelch [4], von dem ein rötliches Glühen ausstrahlt, das fortwährend stärker wird, so daß von seinem Glanz alles andere ausgelöscht wird und der ganze Schleier davon erfüllt ist. [...]"
2) 418 oder 433?: Interessant ist hier ein Detail der Karte, nämlich der Baldachin, bzw, die angedeutete Randstickerei. Was da aussieht, wie eine kleine Verzierung, birgt in der Tat einen verschnörkelten Schriftzug. Dort steht A_B_R_A_C_A_D_A_B_R_A (hebr. Gematria: 433) geschrieben, eine interessante Variation des Wortes des Gesetztes: ABRAHADABRA (hebr. Gematria: 418). Einige Autoren vertreten die Ansicht, daß es sich dabei um einen Übertragungsfehler von Mrs. Harris handelte. Sie schrieb an Crowley: "Die Änderungen an Abracadabra (Wagenlenker) & der Stier-Scheiben-Karte sind abgeschlossen." Die Autoren der vorliegenden Publikation sehen dies anders. Sollte Harris das WORT DES ÄONS falsch "verstanden" und somit falsch auf die Karte übertragen haben, was angesichts der Tatsache, daß dem Leser dieses Wort in Crowleys Literatur quasi "an jeder zweiten Ecke" über den Weg läuft, eher unwahrscheinlich anmutet, so müßte Crowley ja ziemlich unaufmerksam ihre Briefe gelesen und bei der Abnahme der Bilder geschlafen haben. Wenn man bedenkt, wie exakt Crowley in den Korrespondenzen bei anderen Karten auf Details eingeht, und wie pedantisch er bei der Umsetzung war (manche Motive wurden bis zu achtmal neu gemalt), erscheint die Vorstellung, daß ein solch schwerwiegender Übertragungsfehler nicht aufgefallen ist, schon komisch. Da eine gematrische Auswertung nicht wirklich weiterführt, und wir die These, daß das "C" eine scherzhafte Anspielung Crowleys auf das altäonische "Abrakadabra" sei, nur bedingt nachvollziehen können (was sie keinesfalls unmöglich macht, wenn man den Schelm Crowley kennt), stellen wir Überlegungen in eine andere Richtung an. C=Kaf / X-Glück ist den Jupiter zugeordnet, der im Krebs erhöht ist (siehe Buch Thoth, S.90). In Atu X finden wir auch die Rotationssymbolik wieder. Die Farbe des Baldachins korrespondiert mit Chesed/Jupiter. Es fragt sich, ob Crowley evtl. eine subtile Verbindung dieser beiden Karten im Kopf hatte, welche er mit der Veränderung in 418 signalisiert. Zumindest deutet Crowley dies in seinen Ausführungen im Buch Thoth an. Crowley schreibt zu 418 folgendes: Dieses Kapitel korrespondiert mit der tiefen, magischen Bedeutung des Atu VII-Der Wagen. 3) Wille = Wagenlenker: Crowley bemüht die Metapher des Wagenlenkers oft, um das Agieren des "wahren Willens, losgelöst von den Krankheiten des Gemütes" zu verbildlichen. Im Liber Alef schreibt er unter De Somnis b) Causa per naturam: "Jeder Traum oder Schauspiel oder Phantasievorstellung stellt daher ein Bild des Willens dar; und indem der Wille nicht länger durch die Umwelt oder das Bewußtsein abgehalten wird, kommt er als ein Eroberer. Dennoch muß er auch hier größtenteils thronend auf dem Kampfwagen der auslösenden Ursache für den Traum kommen und ist somit in seiner Erscheinungsform symbolisch, wie eine Geheimschrift oder eine Fabel, oder wie ein Bilderrätsel. Aber immer triumphiert er und findet seine Erfüllung darin, denn der Traum ist eine natürliche Kompensation der inneren Welt für einen Fehlschlag oder einen Erfolg im Äußeren." Im Liber 333 schreibt Crowley (in Kapitel 8): "Das Gemüt ist eine Krankheit des Samens. All das, was ein Mensch ist oder sein kann, ist darin verborgen. Körperliche Funktionen sind Teile der Maschine; schweigend, wenn nicht in Unruhe. Doch das Gemüt, niemals in Ruhe, quietscht 'Ich'. Dieses Ich besteht nicht, eilt nicht durch Generationen, verändert sich in jedem Moment, ist letzendlich tot. Daher ist der Mensch nur er selbst, wenn er sich selbst verloren hat im Lenken des Wagens."[5] In diesen Aussagen zum Wagenlenker deutet Crowley die nun folgenden Kartenbeziehungen an, die sich um die magische Schöpfungskraft der Sexualität drehen. Dieses Thema zieht sich mehr oder weniger deutlich durch das Deck bis hin zur Karte XVI-Der Turm. |
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Anmerkungen [1] In der Tat sind die 16 Attribute ("Banner") der Sphinxen völlig "durcheinander". Köpfe, Oberkörper und Extremitäten (incl. Flügel) sind verschieden zugeordnet. Dies zeigt die ständige Bewegung (angedeutet durch den Gral/die Swastika als Zeichen der Rotation) der Elemente und korrespondiert mit der Elementar- bzw. Zodiakalzuordnung der Swastika. Auch die Hofkarten korrespondieren mit den 16 Bannern der Sphinx. [2] Auf der Karte sind nur vier Bernsteinsäulen zu sehen. [3] Die Farben der Roben erinnern an die Sonne/Mond Symbolik in Atu III, IV, VI, XIV u.a. [4] Crowley schreibt dazu: "Der wahre heilige Gral, von dem die christliche Legende nichts als eine Perversion ist". Tatsächlich handelt es sich aller wahrscheinlichkeit nach um eine in Rotation befindliche Swastika. [5] In den Anmerkungen dazu lesen wir: "Chet ist der Wagen im Tarot. Der Wagenlenker ist der Träger des heiligen Grals. All dieses sollte in Liber 418, dem 12. Aethyr, studiert werden. Diese Kapitel heißt "Getränktes Pferdehaar" wegen der mittelalterlichen Tradition, daß durch das Tränken von Pferdehaar eine Schlange erzeugt wird, und die Schlange ist die hieroglyxphische Darstellung von Samen, besonders auf gnostischen und ägyptischen Emblemen. Die Bedeutung des Kapitels ist ziemlich klar; das ganze Rassenbewußtsein, das, was allmächtig, allwissend, allgegenwärtig ist, liegt darin verborgen. Daher steigt der Mensch, außer im Falle eines Adepten, nur bis zu einem Schimmer des universalen Bewußtseins auf, während das Gemüt im Orgasmus ausgelöscht ist. LIBER CHETH "1) Dies ist das Geheimnis des Heiligen Grales, der das heilige Gefäß unserer Dame ist, des Scharlachweibes, Babalons, der Mutter der Greuel, der Braut des Chaos, die auf unserem Herrn, dem Tier, reitet. 2) Du sollst dein Blut, das dein Leben ist, ausleeren in die goldene Schale ihrer Unzucht. 3) Du sollst dein Leben vermischen mit dem allumfassenden Leben. Keinen Tropfen sollst du zurückhalten. 4) Dann soll dein Gehirn stumm sein und dein Herz soll nicht mehr schlagen, und all dein Leben soll von dir gewichen sein; und hinausgeworfen sollst du werden in den Schmutz, und die Vögel der Luft sollen schmausen an deinem Fleisch und deine Knochen sollen in der Sonne bleichen. 5) Dann sollen die Winde sich versammeln und dich aufheben, als ob es nur ein kleiner Haufen Staub in einem viereckigen Leintuch wäre, und sie sollen dich übergeben den Wächtern des Abyssos. 6) Und da kein Leben mehr darin ist, soll der Wächter des Abyssos den Engeln des Windes gebieten vorüberzuziehen. Und die Engel sollen Deinen Staub in der Stadt der Pyramiden niederlegen, und der Name dessen soll nicht mehr sein. 7) Deswegen nun, auf daß du dies Ritual des Heiligen Grales zustande bringen mögest, entledige dich all deiner Güter. 8) Du hast Reichtum; so gib denen, die davon brauchen, jedoch nicht begehren danach. 9) Du hast Gesundheit; so töte dich in der Leidenschaft deiner Hingabe an Unsere Dame. Laß das Fleisch lose von deinen Knochen hängen, und laß deine Augen starren mit deiner unauslöschlichen Lust nach dem Unendlichen, mit deiner Leidenschaft für das Unbekannte, für Sie, die jenseits des Wissens ist, die Verfluchte. 10) Du hast Liebe; so reiß dir die Mutter aus dem Herzen und spei in das Gesicht deines Vaters. Laß deinen Fuß auf den Bauch deines Weibes treten und das Kind an ihrer Brust, laß es die Beute von Hunden und Geiern werden. 11) Denn wenn du nicht mit deinem Willen dies tust, so werden wir es wider deinen Willen tun. So daß du das Sakrament des Grales erlangst in der Kapelle der Greuel. 12) Und siehe! Sei es, daß du heimlich bei dir einen Gedanken deiner selbst behalten solltest, dann seist du für immer in den Abyssos hinausgeworfen; und du sollst der Einsame sein, der Fresser von Kot-, der Geplagte am Tage des Sei-Bei-Uns. 13) Ja, wahrlich, dies ist die Wahrheit, dies ist die Wahrheit, dies ist die Wahrheit. Freude und Gesundheit und Reichtum und Weisheit sollen dir gewährt werden, wenn du nicht länger mehr du bist. 14) Und jeder Gewinn soll dann ein neues Sakrament sein und es soll dich nicht beschmutzen. Du sollst auf dem Marktplatz mit den Wüstlingen zechen und die Jungfrauen sollen Rosen auf dich werfen, und die Händler sollen das Knie beugen und dir Gold und Gewürze darbringen. Auch sollen Knaben dir wunderbare Weine einschenken, und die Sänger und Tänzer sollen für dich singen und tanzen. 15) Doch nicht darin sollst du sein, denn du sollst vergessen sein, Staub verloren im Staub. 16) Noch soll dir helfen in diesem der Äon selbst; denn aus dem Staub soll Hermes, der Unsichtbare, eine weiße Asche zubereiten. 17) Und dies ist der Zorn Gottes, daß diese Dinge so sein sollen. 18) Und dies ist die Gnade Gottes, daß diese Dinge so sein sollen. 19) Weswegen ich dich ermahne, zu mir zu kommen am Anfang; denn gehst du nur einen Schritt dieses Pfades, so mußt du an seinem Ende unweigerlich eintreffen. 20) Dieser Pfad ist jenseits von Leben und Tod; ebenso jenseits ist er von Liebe, aber du weißt nichts davon, denn du kennst die Liebe nicht. 21) Und sein Ende ist nicht einmal Unserer Dame bekannt, noch dem Tier, auf welchem Sie reitet, noch der Jungfrau, ihrer Tochter, noch dem Chaos, ihrem rechtmäßigen Herrn; ist es aber dem Gekrönten Kind bekannt? Nicht gekannt ist es, wenn es gekannt wird. 22) Deshalb sei Hadit und Nuit die Herrlichkeit in Ende und Anfang, ja in Ende und Anfang." |



VII-Der Wagen ist ein Dependant zum Hierophanten, da diese Karte exakt auf der gegenüberliegenden Seite des Baumes liegt. Der Hierophant läßt das Feuer von Chockmah nach Chesed herabgleiten, und der Wagen bringt das Wasser von Binah nach Geburah. Gemeinsam mit Tiphareth und Kether (beide der Luft zugeordnet) bilden diese Sephiroth ein Hexagramm. Dieses Hexagramm ist in der Magie des neuen Äons von einiger Bedeutung, da auch hier eine bestimmte Form der Neuordnung Einzug hält. In den kabbalistischen Ausführungen am Schluß werden wir auf die Bildung des Hexagrammes noch näher eingehen.
Zahl: 8, 418
Buchstabe: Cheth (Ch, ChiTh)
1) Der Lebensbaum: Auch diese Karte ist architektonisch auf den Lebensbaum aufgebaut (siehe Abbildung rechts). Kether liegt auf dem Krebs, welcher den Helm ziert und berührt das dritte "A" des "ABRACADABRA", das am Rand des Baldachins wie eine Stickerei angebracht ist (vergl. unten, Absatz 2: "418 oder 433?"). Binah und Chockmah krönen die linke (Jachin, Säule der Strenge) und rechte Säule (Bohas, die Säule der Milde). Die mittlere Säule liegt auf der Wirbelsäule des Wagenlenkers und endet in Malkuth zu Füßen der Sphinxen. Geburah und Chesed liegen auf den Ellenbogen, Hod und Netzach auf den Knien des awgenlenkers, also auf den Gelenken der Extremitäten. Tiphareth, die strahlende Sephira, liegt auf dem Gral und deckt die rote Sequenz ab. Yesod liegt exakt auf der Mondsichel, die sich horizontal unter dem Sitz des Wagenlenkers befindet. Der Untergrund, der von Malkuth berührt wird, scheint ein gepflasterter Weg zu sein. Interessant hier, daß der Kopf des Wagenlenkers an der Kruzung der Pfade Daleth und Gimel liegt. Während die Augenschlitze der Rüstung auf Daleth (III-Herrscherin) liegen, ist der Mund auf Gimel (II-Hohepriesterin), somit entsteht eine gediegene Korrespondenz des Kopfes zur elften Sephira: Da´ath.
In Crowleys Anmerkungen lesen wir: "Das Kapitel spielt auf Levis Zeichnung des Hexagramms [s.Abb. links] an und ist eine Kritik oder Verbesserung desselben. Im gewöhnlichen Hexagramm, dem Hexagramm der Natur, steht das rote Dreieck aufrecht wie das Feuer und das blaue Dreieck abwärts wie Wasser.Im magischen Hexagramm ist dies umgekehrt; das absteigende rote Dreieck ist das von Horus, [...] das blaue Dreieck repräsentiert das Streben, [...] es ist ein Symbol der wechselseitigen Trennung des heiligen Schutzengels und seines Schützlings. Dazu ist noch ergänzend anzumerken, daß es zu diesem Vers noch eine weitergehende sexualmagische Auslegung gibt, welche durch den Titel des Kapitels ("The right way to succeed or to suck eggs") angedeutet wird. Siehe hierzu auch unten: "Liber CheTh"
