Tarot & Kabbalah
Thoth Tarot
Thoth Tarot Atu 09 Der Eremit
Thoth Tarot Atu 09 Der Eremit
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IX - DER EREMIT
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![]() Die Saat des Wissens liegt in deiner HAND, Verliere nichts! Dann hat´s Bestand. |
Seelenführer, Psychopompos Farbe: Grün(gelblich), Schiefergrau, Grüngrau, Pflaumenfarbig. Kurzbeschreibung: Der Eremit ist tief in das Geheimnis des Lebens involviert, er weiß um die Macht des Spermatozoons, ist mit ihm derart verschmolzen, daß er seine Form annimmt. Er repräsentiert die Zeugung und Fortpflanzung in ihrem irdischsten Aspekt, er ist der Vermehrer, Befruchter, derjenige, der Leben gibt. Sein ist das geheime Feuer, die merkurische Kraft der Weiterentwicklung durch Generationenbildung, er trägt unter seinem Mantel das wahre Geheimnis der Unsterblichkeit verborgen. Mit seiner Laterne leuchtet er den folgenden Generationen den Weg und führt uns durch das Feld ans Licht, wo uns das orphische Ei erwartet.[1] Er verbindet die Weisheit Cheseds mit der Ästhetik von Tiphareth. |
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Interpretation der Karte Die Karte ist generell dem Thema "Fruchtbarkeit" gewidmet, der zugehörige Buchstabe des hebräischen Alphabets Jod stellt eine samenzelle dar. Inmitten eines voll-ährigen Weizenfeldes steht der Eremit, sein Körper bildet die Form des Jod (IVD), dessen leckende Flammenzunge der grafische Ursprung des hebräischen Alphabethes ist, aus dem Jod werden alle anderen Buchstaben gebildet. Das Jod, der verborgene Phallus, erwächst im Schoß von Binah zu voller Größe, darum trägt der Eremit einen Mantel in der Farbe Binahs. In der Linken hält der Einsiedler eine Laterne, in der die Sonne strahlt und den Weg leuchtet. Im Gegensatz zum Rest der Figur ist die Hand deutlich zu erkennen, was mit dem Buchstaben Jod ("geschlossene Hand") korrespondiert. Vor ihm teilen sich die Garben des Getreides und geben den Blick frei auf das sog. Orphische Ei (hier in der Farbe des Eremiten: grün-gelblich), das uns schon in den Atu I (geflügeltes Ei, die Schlange ist um die Fesseln des Magiers gewunden) und Atu VI (mit sich erhebender Schlange) begegnet ist. Der Eremit scheint dem Ei zuzustreben. Das Licht in seiner Hand leuchtet nicht zum Ei hin, sondern beleuchtet den Weg derer, die ihm nachfolgen. Sein Stab hat die Form eines Spermiums, und der Alte wird begleitet vom Höllenhund Zerberus, was den Jungfrau/Erde/Hades Komplex andeutet (siehe weiter unten, Auszug aus dem Buch Thoth). 7 Lichtstrahlen [2] kreuzen sich im Licht der Sonne, ein achter (im oberen Bereich der Karte) ist lediglich eine Reflektion, siehe hierzu die Metapher zum "achten Kopf" in Liber 418, 25.Aethyr -VTI-. In der Legung entspricht der Eremit ziemlich exakt dem Bild der Karte. Im Ego-Bezug macht der Eremit seinem Namen Ehre. Er ist ein zurückgezogener, stiller Typus, der jedoch über enormes Wissen verfügt. Er besticht nicht durch sein Äußeres oder resolutes, heldenhaftes Auftreten, sondern durch Beharrlichkeit und Kompetenz. Er ist einer, der in unentdecktes Land vorausgeht, der dunkle Wege beschreitet und sie für andere gangbar macht. Der Eremit ist ein weiser, gebildeter Mensch, der neuen Thesen und Theorien stets aufgeschlossen gegenübertritt. Er durchschaut jede List und Tücke umgehend und ist in der Lage, sein erarbeitetes Wissen auch zu vermitteln. Oft wendet er sich ab vom sog. Mainstream, und geht einen individuellen Weg. In der Partnerschaft ist der Eremit ein "Vatertyp". Das gilt auch, wenn der Eremit als weibliche Personenkarte in der Legung auftaucht. Grundsolide, familiär, fruchtbar und an Generationen übergreifendem Erhalt der Sippe interessiert zeigt sich der Eremit als kompetenter Anführer der sozialen Gruppe (Clan, Familie, Beziehung, Liebschaft). Der Eremit ist sexuell aktiv, neigt allerdings eher nicht zu Extremen. Ein treuer Partner, der in der Beziehung langsam, aber fundiert die Entwicklung betreibt. Ungünstig aspektiert neigt er jedoch zu Eifersüchteleien. Gesundheitlich kommt es leicht zu Problemen im Rückgrat. Je nach Aspektierung kann die Störung von der Bandscheibenschwäche bis hin zur Paralyse (Lähmung) reichen. Dies drückt die Figur in der Karte sogar optisch aus durch die gekrümmte Haltung. Der Eremit ist in der Lage, trotz Beschwerden in ein hohes Alter zu kommen, zumal er nicht weinerlich veranlagt ist und der gesundheitlichen Störung keinen Vorschub leistet. Finanzen: Der Eremit ist nicht mit Reichtümern gesegnet, und er ist darauf angewiesen, seine Besitztümer exakt und zielgerichtet einzusetzen. Er ist nicht bestrebt, seine Kraft ausschließlich der Mehrung pekuniärer Vorteile zu widmen, jedoch mit dem, was er hat, wirtschaftet er angemessen. Er vermag totgeglaubte Ideen und Konzepte durch Hinzufügung neuer Impulse wiederzubeleben und zu reaktivieren. Der Eremit eignet sich als Ratgeber und "stiller Teilhaber", der seine Partner (im Wortsinn) nicht "hinters Licht führt". Crowley schreibt in seiner unverbesserlich-kryptischen Art im Buch Thoth (S.95): "Deswegen ist der höchste symbolische Aspekt dieser KarteFruchtbarkeit in ihrer erhabendsten Bedeutung, und dies wird durch die Zuordnung der Karte zum Zeichen Jungfrau widergespiegelt, die einen anderen Aspekt der gleichen Qualität darstellt. [...] Jungfrau repräsentiert die unterste, empfängliche, weiblichste Form der Erde und bildet die Kruste des Hades. Merkur ist nicht nur der Herrscher von Jungfrau, sondern er ist in diesem Zeichen in Erhöhung. [...] In diesem Trumpf wird das gesamte Mysterium des Lebens in seinem allergeheimsten Wirken gezeigt. Yod-Phallus-Spermatozoon-Hand-Logos-Jungfrau." WAndere alleine; trage das Licht und Deinen Stab. Der erdige Charakter dieser Karte sollte in Verbindung mit der Zehn der Scheiben studiert werden, in welcher das letztendliche Ergebnis allen Energieeinsatzes manifestiert wird. |
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![]() Verborgenster Keim allen Lebens Schlangen Plan, Jungfrau, der Eremit geht, ein stummer Kastellan. |
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Pfad: 20 (ChSD nach TIPHARTh)
Götterbilder: Heru-pa-Kraath, Isis,Attis, Ceres, Adonis, Vesta, Flora Eigenschaften: Spirituelle Führung Körperbezug: Rücken |
Gematrisch korrespondente Begriffe: 10: langsames Vorgehen, allein, isoliert, hochwachsen, Höhe, Hoheit, Hochmut, erhöhen, Majestät, fliegen, schweben, Fenster, Wolf, Busen 20: Bruderschaft, Darlegung, Krankheit, Tinte, geschehen, eintreten, da sein, existieren, ins Dasein gesetzt werden, Unfall, Verderben, durchdringen, Seher, Prophet, die Brust von Tieren, schauen, sehen, Zeichendeuter, ähnlich Pfad des Sepher Yetzirah: "Intelligenz des Willens" Dem Eremiten entsprechen nach Levi folgende Stunden-Genien:Tabris, Susabo, Eirnilus, Nitika, Haatan, Hatiphas, Zaren |
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1) IVD / Jod: Der Vater im Tetragrammaton ist das Iod, der Urbuchstabe des hebräischen Alphabethes, das stilisierte Spermatozoon, ist der kosmische Befruchter, der Initiator. Er ist der Regent der Elemente, Allvater, König und Ritter. Der Eremit ist das personifizierte Iod, welches er schon durch seine Erscheinung verkörpert.
Als TETRAGRAMMATON wird der "Name Gottes" bezeichnet, wie er im 2.Buch Mose im Kapitel 6 bezeichnet wird:
Kether, Chockmah und Binah weisen keinen direkten symbolischen Bezug zu der Gestalt des Eremiten auf, ebensowenig Chesed und Geburah. Interessant ist hier vor allem die sechste Sephira: Die Hand des Eremiten liegt hier auf Tiphareth (im menschlichen Körper identisch mit dem Herzchakra), sie verbirgt den Logos, das geheime Feur des Jod. Von der Hand und Tiphareth ausgehend scheint die Sonne in Richtung Yesod (Das Fundament, dem Unterleib und Gechlechtsorganen zugehörig), die Sonne berührt die Pfade 25 (Samech-XIV-Kunst) und 27 (Phe-XVI-Turm). XIV als Karte der Vereinigung (coagula) und XVI als Karte des Zusammenbruchs (Der Phallus nach der Vereinigung) korrespondieren mit dem Grundthema der Karte. Auf den beiden Pfaden liegen 2 Strahlen, die sich auf dem Punkt der Sonne kreuzen, wobei der absteigende Strahl die komplette mittlere Säule (die Säule der Ausgleichung, Pfade Gimel-Samech-Thau) abdeckt. Daraus ergibt sich das Bild eines aufgerichteten Schwertes, das als phallisches Symbol gedeutet werden kann (vergl. hierzu das Bild: As der Schwerter). Vergleichen wir nun die Hand des Eremiten mit der auf Atu X-Glück. Diese beiden Hände sind Hinweise auf die sexuelle Bedeutung der Kartenfolge IX-X-XI
Wenn man sich mit Crowleys Denkweise befasst und in seine Gedankenwelt eintaucht, ist es nicht verwunderlich, daß er diese Geste wählte, welche auch als geheimes Gradzeichen in einigen okkulten Logen / Orden Verwendung findet. So wird also in Atu X-Glück dann der vollzogene Geschlechtsakt gezeigt, eine logische Fortführung der Symbolik des Eremiten. Im dritten Trumpf dieser Folge dann (XI-Lust) zeigt sich das Ergebnis dieses Aktes, die Zygote, welche sich im Uterus einistet. In diesen Symbolismus ist auch das orphische Ei, das die Karte zeigt [1] zu zählen. Siehe weiter hierzu: Atu X und XI. "Und Du mußt die Stärke des Löwen haben und die Verschwiegenheit des Einsiedlers. Und Du mußt das Rad des Lebens drehen. Und Du mußt die Waagschalen der Wahrheit halten. Und Du mußt die großen Wasser überqueren, ein Erlöser. Und Du mußt den Schwanz des Skorpions halten, und die vergifteten Pfeile des Bogenschützen, und die schrecklichen Hörner des Ziegenbocks." In The Vision & The Voice wird hier der Eremit in die Kartenfolge XI-IX-X-VIII-XII-XIII-XIV-XV eingereiht. Dies ergibt (unter Berücksichtigung der im G.°.D.°. üblichen Buchstabenvertauschung VIII/XI) nach der Gematria die Buchstaben T-I-K-L-M-N-S-Aa = 9-10-20-30-40-50-60-70 = 289 (17²) = TRPh [3] ("sich selbst vernichten") als Hinweis auf die selbstzerstörerischen Aspekte der Überschreitung des Abyssos. Der Eremit ist als wesentlicher Bestandteil dieses Weges über den Abyssos unverzichtbar. Ein weiterer interessanter Bezug zum Eremiten findet sich im Liber Legis, wo u.a. explizit auf den Archetypus des Eremiten eingegangen wird. "Das Wort des Gesetzes ist THELEMA Das Liber Legis, das sich aus drei Komponenten zusammensetzt, ordnet die Thelemiten drei wesentlichen charakterlichen Kategorien zu. Thelema wird im Hebräischen mit drei Buchstaben geschrieben (ThLM). Der Eremit (Th), der Liebende (L) und der Mann der Erde (M).
Wir sehen hier die Unterschiedlichkeit der verschiedenen Typen. Während der Eremit sich als getrennt von seiner Umwelt sieht, entdeckt der Liebende sich in der Reflexion in seinem Gegenüber. Der Mann der Erde hingeben sieht sich selbst in einem jedem Ding dieser Welt. Der in sich selbst ruhende Eremit ist in der Lage, sich selbst ohne Vergleich mit dem Außen zu bestimmen und er sieht die Ereignisse, die ihm widerfahren, grundsätzlich selbstbezüglich. Dadurch ist er prädestiniert, für Thelemiten der anderen Grade als Führer und Vorbild zu fungieren. Liber 333, Kap. 10: Garnwindenstroh |
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Anmerkungen [1] Crowley schreibt darüber im Buch Thoth (S. 87): "Dieses Ei repräsentiert die Essenz all jener Formen des Lebens die unter der Herrschaft dieser Formel des Männlichen und Weiblichen stehen". [2] Entspricht den in der Kabbalah bekannten 7 kosmischen Strahlen. Die 7 Strahlen gelten als die größten uns bekannten 'Wirkungskraftfelder' kosmischer Größenordnung, sie gehen also deutlich über unsere planetare oder solare Lebensgesamtheit hinaus. Insbesondere fließen die Strahlenergien u.a. über die Tierkreiszeichen und benachbarte Sonnensysteme (mit der unsere Sonne eine Lebensgesamtheit bildet), in unser Sonnensystem ein und werden hier vor allem von den Planeten transformiert und verteilt. Diese 7 Strahlen sind: WILLE, LIEBE, INTELLIGENZ, HARMONIE, WISSEN, HINGABE, MAGIE. [3] Die Zahl 17 taucht stets in Verbindung mit dem Symbol der Swastika auf, welche aus 17 Elementen (12 zodiakale und 5 elementare) besteht und in zwei Versionen existiert (rechtsgeflügelt sowie linksgeflügelt). |
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Zahl: 10, 20
Buchstabe: Jod (I, IVD)

2) Der Baum des Lebens: Betrachten wir nun einige Details der Karte unter kabbalistischen Gesichtspunkten. Wird der Baum des Lebens auf die Karte gelegt, ergeben sich interessante Korrespondenzen.
Während in Atu IX-Der Eremit die Hand, welche die Lampe hält, den verborgenen Phallus und das Spermatozoon -somit den Beginn und die Möglichkeit des Geschlechtsaktes- symbolisiert, wird im nächsten Trumpf: X-Glück dann dieser Akt vollzogen. "Die Hand, die das Rad des Schicksals bewegt" ist hier zu einer mehr oder weniger obszönen Geste geformt.
