Tarot & Kabbalah
Thoth Tarot
Thoth Tarot Atu 12 Der Gehängte
Thoth Tarot Atu 12 Der Gehängte
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XII - DER GEHÄNGTE
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![]() Die zweite Mutter ist das WASSER, Kopfüber rein! Dann bist du nasser. |
Fehlschlag, Absturz im Abyssos, Auferstehung Farbe: Dunkelblau, Seegrün, Dunkles Olivgrün, Perlmuttweiß-purpurgefleckt Kurzbeschreibung: Diese Karte ist unzweideutig dem Element Wasser zugeordnet. Der Gehängte taucht ein in das Wissen um mögliche Mißerfolge und Fehlschläge, die er hautnah erfahrbar macht. Seine Pläne scheinen sich trotz bester Vorzeichen nicht verwirklichen zu wollen, obschon er alle Faktoren berechnet zu haben glaubte. Er lehrt uns den Satz: "Was Du bekommen willst, mußt Du erst verloren haben" und bedeutet uns damit, daß nur Dinge, von denen wir jedwede Bindung gelöst haben, als Erfolg zu uns zurückkehren können. Der Gehängte verbildlicht den Opfermythos in seiner erhabensten Form, losgelöst von der These als Opfer in Form eines zu zahlenden Preises, hin zum "selbstlosen" Opfer. |
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Interpretation der Karte
Crowley schreibt dazu im Buch Thoth (S.102): "Im Zeitalter des Osiris repräsentierte diese Karte die höchste Formel des Adeptentums; denn die Gestalt des ertränkten oder gehängten Menschen hat ihre eigene besondere Bedeutung. Die Beine sind so gekreuzt, daß das rechte Bein einen rechten Winkel mit dem linken Bein bildet [3], und die Arme sind in einem Winkel von 60 Grad ausgestreckt, um ein gleichseitiges Dreieck zu bilden [1], um ein gleichseitiges Dreieck zu bilden. Daraus ergibt sich das Symbol des vom Kreuze überragten Dreiecks, das den Herabstieg des Lichtes in die Dunkelheit repräsentiert, um diese zu erlösen. Aus diesem Grunde sind am Ende der Glieder und des Kopfes grüne Scheiben zu sehen, denn Grün ist die Farbe der Venus und bedeutet Gnade." In der Legung ist der Gehängte üblicherweise eine Karte des Mißlingens und der Fehlschläge. Im Ego-Bezug ist der Gehängte ein Mensch, der sich oft übermäßig dem Leid hingibt. Diese Person ist buchtäblich "nah am Wasser gebaut". Als Ereignis bringt er uns Fehlschläge, Versagen und Bestrafung. Atu XII kann auch den physischen Tod als Ereignis im persönlichen Umfeld anzeigen. Schicksalsschläge werden nur schwer überwunden und hinterlassen tiefe seelische Narben. Der Gehängte zeigt auf einschneidende Ereignisse negativer Art, die jedoch stets den Kern eines Neuanfangs in sich bergen. Die Aufgabe, die er an uns stellt, ist, sich selbst aus der Lethargie des Leidens herauszumanövrieren, und das Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. In der Partnerschaft kann der Gehängte problematisch werden. Der Partner, für den Atu XII steht, kann sehr besitzergreifend werden, neigt zum "Klammern" und könnte durchaus jemanden mit sich "hinunterziehen". Der Gehängte badet förmlich in seinem Leid, er hat große Schwierigkeiten, sich aus diesem sich selbst bestätigenden Kreislauf aus Leid und Schmerz zu befreien. Durch diese Karte wird eine Art von Leid-Sucht angezeigt, die auch oft in Drogen- bzw. Alkoholabhängigkeit mündet. Gesundheitlich sagt Atu XII aus, daß es wichtig ist, acht zu geben auf die liuiden Systeme des Körpers. besonders das Lymphsystem ist hier angesprochen. Bei älteren Menschen kann diese Karte eine beginnende oder sich verstärkende Ansammlung von Wasser in den Beinen (absteigende Wasser) anzeigen. Auch Liquide wie Magensäure und Galle können durch diese Karte als problematisch angezeigt werden. Finanzen: Hier zeigt die Karte einen Wertverlust an. Aussichtsreiche Projekte schlagen fehl und erwartete Gewinne versickern im Nichts. Dies kann bis hin zum Totalverlust führen. In Geschäftsleben und bei Legungen zu geschäftlichen Belangen kann Atu XII Niederlagen und verlustreiche Transaktionen anzeigen, sollte also im Vorfeld als Warnung betrachtet werden. Mit Atu XII-Der Gehänte wird der gesamte christliche Opfermythos buchstäblich auf den Kopf gestellt. Während im Osiris-Äon dem Herrn ein Opfer dargebracht wurde, um ihn milde zu stimmen und seine Gunst zu erheischen, ist eine solche Verfahrensweise im Horus-Äon nicht von Erfolg gekrönt. Im neuen Zeitalter opfert der Magus alle Bindung zum Ziel seiner Operation, ungeachtet der Folgen. Das Durchbrechen der Opferkausalität ermöglich dem wahren Willen, sich frei und ungehindert zu entfalten. Diese Karte zeigt auf das Ende des alten Äons. "Denn purer Wille, ungemildert durch Absicht, entbunden von dem Gelüst nach Ergebnis, ist in jeder Hinsicht vollendet." Der alte Kartentitel "Der Geist der mächtigen Wasser" verweist auf Binah als Kopf der rechten Säule an Baum des Lebens. Durch den Fall und das Eintauchen in die Wasser der Großen See wird Weisheit erlangt. |
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![]() Der Gott-Mensch hängt in Mutter-Tiefen des Ozeans; Lampe des äonischen Abyssos. |
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Pfad: 23 von GBVRH nach HVD
Göttername: AL Körperbezug: Nahrungsorgane, Lymphe, Milch |
Gematrisch korrespondente Begriffe: 40: begatten, beilegen, Befreier (ein Titel Yesods), weggerafft werden, entreißen, die Haut abziehen, abschneiden, abreißen, wegreißen, berauben, mit Gewalt wegnehmen, geraubt, Raub, Geraubtes, das Rauben, Kind, Schmerz, Schiffer, Silberschnur, verderbt handeln, Wehen, vernichten, zerstören, Milch, Muttermilch, Ziegenmilch, die Hand des Ewgigen, zu mir 650: Bogensehne, Zucht, Salpeter, Gewand Pfad des Sepher Yetzirah: "Beständige Intelligenz" Alchemistische Zuordnung: Salz (wie III-Herrscherin). |
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Am äußeren Ring des Strahlenkranzes liegen an den Enden der Pfade 11 (Alef, Atu 0-Der Narr) und 12 (Beth, Atu I-Der Magier) die Sephiroth Chockmah und Binah. So befindet sich die obere Triade im Himmel, welcher durch seine grünliche Färbung auf Venus hindeutet. Das Ufer des Wassers markiert den Abyssos, und allein die Umklammerung der Schlange hält den Gehängten davon ab, in die Tiefe des Wasser abzugleiten und zu ertrinken. Chesed und Geburah berühren das rechte Knie und den rechten Fuß, während Schienbein und Spann den Pfad 19 (Atu XI-Lust) markieren. Dies ist als ein bildlicher Hinweis auf subtile Zusammenhänge zwischen Atu XI und XII in Bezug auf sexuelle Komponenten zu interpretieren. Den Hinweis auf sexualiniatorische Inhalte der Karte wird durch ein weiteres grafisches Merkmal unterstrichen.
Das ausgestreckte Bein, dessen Fessel an die des Magiers erinnert, liegt auf dem Pfad Gimel, welcher über den Abyssos führt, während das angewinkelte die mittlere Triade Chesed, Geburah, Tiphareth symbolisiert, wobei Tiphareth wieder auf den Geschlechtsorganen liegt. Die Sephira Yesod ("Fundament") bedeckt den Kopf des Gehängten. Von hier aus, dem eigentlichen Kether der Person des Gehängten, strahlt ein weiteres Licht aus, welches durch seine Haltung nach unten gerichtet ist. Mit dem Abbruch der Strahlen wird ein weiterer Schleier, ähnlich dem Abyssos, markiert, nämlich der Übergang in die materielle Welt. Hier, auf der ebene von Malkuth, liegt die Typhonschlange, der Schöpfer und Zerstörer, in ihren vier Windungen, die an das IHVH erinnern. Exakt auf der Kreuzung der Pfade 25 (Samech, Atu XIV-Kunst) und 27 (Phe, Atu XVI-Der Turm), im Herzen der Figur, liegt der Scheitelpunkt der geöffneten Arme des Gehängten, der Winkel beträgt 90°.
Man gewinnt hier den Eindruck, daß die Karte in beide Richtungen Bedeutung bekommt. 3) Zuordnungen des Golden Dawn nach Regardie: [2] |
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Anmerkungen
[2] Aus: "Das magische System des Golden Dawn" Band 1 von Israel Regardie, Verlag Herman Bauer Freiburg i.Br. 1987 [3] Die Swastika wird hier gebildet aus dem Kreuz der Beine auf dem Umriß des dunkleren Quadrates im Hintergrund [4] Gemeint sind hier die drei "Mütter" des hebräischen Alphabeths: Alef-Mem-Shin. |



Auf der Karte sehen wir einen Gekreuzigten, welcher von einer Schlange gefesselt von einem Ankh-Kreuz herabhängt. Diese Darstellung erinnert an den Odin/Yggdrasil-Mythos, worin Odin von der Weltenesche herabhing, und dadurch die Weisheit der Runen erfuhr.
Zahl: 40, 650
Buchstabe: Mem (M, MIM)
1) Der Lebensbaum: An der Position Kethers ist das Ankh-Kreuz zu sehen, das Symbol des Lebens, das im alten Ägypten allein den Herrschern vorbehalten war. Im Hintergrund das strahlende Licht Kethers, daß sich in die Große See ergießt, in welcher der Gehängte vpllständig eingetaucht ist. Dies ist ein Symbol der Initiation, eine Taufe. Diese Karte ist durch die Zuordnung des hebräischen Buchstaben Mem und des Elements Wasser sehr eng an das Unterbewußte, verborgene Wissen gebunden.
Der Abyssos, Netzach und Hod und das Herzchakra des Gehängten markieren ein dunkleres Quadrat im Meer, in dem die Beine ein Kreuz bilden. Gemeinsam mit dem Kreis, dessen Umfang durch das dunkel eingefärbte Feld mit der aufgerollten Typhonschlange darin beschrieben wird und der auf der Karte zu etwa einem Viertel zu sehen ist, wird hier einmal mehr das sexuell gefärbte Symbol von "Kreuz und Rose" manifestiert. Crowley schreibt im BuchThoth (S.102): "Die ganze Gestalt hängt vom Symbol des Ankh herab, eine andere Art und Weise, die Formel der Rose und des Kreuzes darzustellen." Die Rosenkreuz-Symbolik zieht sich mehr oder weniger offen durch das gesamte Deck.
2) Lebensbaum, umgedreht: Kehrt man nun die Karte um, so ergeben sich interessante neue Eindrücke, die die Doppeldeutigkeit der Karte unterstreichen. Hier entsteht das Bild des Gekreuzigten, der am Pfad Gimel emporsieht. In Kether liegt hier der Typhon, zum Sprung bereit. Die Arme des Gekreuzigten deuten auf Chockmah und Binah, Tiphareth liegt auch hier in der Gegend der Lenden.Und der Fuß am Ankh berührt Yesod.
Um das Haupt des Märtyrers, denn um einen solchen handelt es sich anscheinend, ist ein Heiligenschein. Es ist eine Karte von tiefster Bedeutung, alle Bedeutungsinhalte sind jedoch verborgen. Sein Mund ist fest geschlossen. Waite schiebt die meisten Interpretationen beiseite, indem er ganz einfach sagt, dieses Bild drücke seiner Meinung nach die Beziehung zwischen dem Göttlichen und dem Universum in einem seiner Aspekte aus. Derjenige, der versteht, daß dieses Symbol die Geschichte ihrer höheren Natur nach beinhaltet, erkennt auch, daß ein großes Erwachen möglich ist, und ihm wird bewußt, wie sich hinter dem heiligen Mysterium des Todes ein glorreiches Mysterium der Auferstehung abzeichnet. Zugeschrieben wird es dem Buchstaben Mem, dem Element Wasser, Geburah, die sich mit Hod vereinigt; Mars, der sich Merkur zugesellt. Sie erinnern sich, daß der Buchstabe Mem in der Reihe der Drei Mütter in der Mitte steht. [4] Im Sohar heißt es, seine offene Wirkung ergebe sich aus dem Herabsinken seines Einflusses in die Unterwelt, und so hält er das Aufbrechen jener großen Wasser zurück, von denen die Erde ansonsten abermals überflutet würde. Das gewaltsame Opfer, die gewaltsame Bestrafung, die unfreiwillige und tödliche Einbuße, die ihm nach unserer Lehre des Tarot zugefügt wird,bezieht sich hier auf den Tod Gottes, auf das Opfer, das Gott selbst auf sich genommen hat. Dieser Tod steht eng in Zusammenhang mit dem eigentlichen Sinn der Großen Zeremonie des Corpus Christi, in welchem der oberste Adept gleichzeitig den Begründer des Rosenkreuzordens wie auch den Begründer des Universums verkörpert."
[1] Diese Bemerkung ist etwas seltsam, denn der Winkel der Arme auf dem Bild von Harris beträgt offensichtlich nicht 60°, sondern 90°. Es scheint, als habe Crowley sich bei der Beschreibung der Karte auf die alte Darstellung des im Golden Dawn gebräuchlichen Decks (s. Abb. links) bezogen. Hier befindet sich hinter dem Gehängten ein gleichseitiges Dreieck. Die Frage ist nun, wie diese Unregelmäßigkeit entstand. Hat Crowley einfach die alte Beschreibung von Mathers übernommen (dies wurde ihm ja häufig vorgeworfen)? Hat er seine Beschreibungen überhaupt mit den Darstellungen von Harris abgeglichen? Das scheint zwar der Fall zu sein, wie man im letzten Satz des Zitates sehen kann, auf Harris´ Bild ergibt sich jedenfalls ein gleichschenkliges, jedoch kein gleichseitiges Dreieck.
