Tarot & Kabbalah
Thoth Tarot
Thoth Tarot Atu 13 Tod
Thoth Tarot Atu 13 Tod
|
XIII - DER TOD
|
|
![]() Der FISCH ist Tod, denk daran! Fang jeden Tag von neuem an! |
Zerstörung, Tod, Erneuerung Farbe: Grünblau, stumpfes Braun, tiefdunkles Braun, fahles Indigo-Braun Kurzbeschreibung: Der Tod als Wegbereiter des Neuen. Hier treffen wir den gefürchtetsten Moment des Daseins, die irreversible Veränderung, das Unausweichliche. Doch die Botschaft des Atu XIII ist nicht die, angesichts dieser Tatsache zu verzweifeln. Der tod erinnert uns an den ewigen Kreislauf des Seins, und an die Tatsache, daß er nicht das Ende aller Dinge ist. Der Tod als Wegbereiter des neuen Zyklus, als Initiator der nächsten Entwicklungsstufe. Er beendet nicht nur, er gibt auch Leben. Jeden Tag, an dessen Ende wir in die Bewußtlosigkeit des Schlafes sinken, sterben wir ein bißchen. Der Tod als ewiger Gefährte alles Lebenden und Wegbereiter des Ewigen jenseits aller Illusion. |
|
Interpretation der Karte Zunächst muß gesagt werden, daß Atu XII -ungeachtet seiner zodiakalen Zuordnung zum Skorpion, in dem Mars herrscht, eine gewisses saturnisches Flair besitzt. Gezeigt wird hier der Schnitter, der unbemäntelte Sensenmann, der als eine Ikone dem Saturn zuzuordnen ist. Die Härte und Unerbittlichkeit des Hüters der Schwelle ist eine Eigenschaft, die dem Wirken des Atu XIII ebenfalls innewohnt. Auf der Karte sehen wir als bestimmendes Objekt den Gevatter Tod, welcher im Tanz des Werden und Vergehens die Sense schwingt. Man sollte nun nicht darangehen, das Wirkungsspektrum dieser Karte auf den rein physischen Vorgang des Sterbens zu reduzieren, denn dieser Wandel erstreckt sich auf alle Ebenen des Seins. "Im Tod ist Leben - Jetzt und immer war es so." Der Tod im Atu XIII trägt eine Götterkrone, die Krone des zerteilten und wiederauferstandenen Gottes Osiris, welcher den Tod überwand. Mit seiner Sense wirbelt er die Wasser des Lebens auf, und wirkt damit aktiv der Stagnation entgegen, indem er neue Möglichkeiten schafft. Aus den Wirbeln enstehen neue, nebulöse Gestalten, die den Kreislauf des Lebens von neuem beginnen. Als weitere Bildelemente sehen wir den Fisch, der zum einen über den Buchstaben NVN mit der Karte korrespondiert und zum anderen auf Kulte hindeutet, die mit dem Reinkarnationsgedanken arbeiten. Ebenso die Schlange, welche auch das männliche Prinzip symbolisiert. In der Legung Ist Atu XIII eine Karte der Wandlung. Im Ego-Bezug sehen wir im Tod einen Menschen, der keine feste Form zu besitzen scheint, Exterieur und Charakter sind im ständigen Wandel begriffen, und er trauert seiner Vergangenheit niemals nach. Carpe Diem -Lebe den Tag- ist sein Motto. Als ein Ereignis treffen wir in Atu XIII auf umwälzende Veränderungen. Dies kann sowohl die innere Einstellung betreffen, als auch die äußeren Lebensumstände. Diese Änderung kann freiwilliger, jedoch ebensogut plötzlicher und unerwarteter Natur sein. So kann hier der Tod als materielles Ereignis (z.B. am Ende langer Krankheit) in Erscheinung treten, aber auch das Ende von Denk- und Entwicklungsprozessen anzeigen. In der Partnerschaft zeigt Atu XIII auf einem äußerst wechselhaften Menschen, der sich nicht um Vergangenes schert "Was ficht mich mein Geschwätz von gestern" ist ein Terminus, der ihm eigen ist. Er bringt Bewegung in die Beziehung, springt durch die Extreme und nimmt -willentlich oder nicht- Einfluß auf das Leben seines Partners. Als Partner treffen wir hier einen Menschen an, welcher eine Beziehung ebenso oft sterben wie auferstehen lassen kann, mit einer festen, ruhigen Linie ist da nicht zu rechnen. Hier sollte man die Bindung nicht zu fest werden lassen, um sich häufige Enttäuschungen zu ersparen. Carpe diem - genieße den Tag ist hier das Leitmotiv. Gesundheitlich zeichnet sich durch Atu XIII das mehr oder weniger abrupte Ende langer Krankheit ab. Besondere Bedeutungsschwere ergibt sich hier in Bezug zu Speiseröhren-, Magen-, Darm- und Bauchspeicheldrüsenkrebs, hier kann der physische Tod als einziger Ausweg aus der Krankheit angezeigt werden. Jedoch kann Atu XIII in günstiger Aspektierung auch den Tod von z.B. Krebszellen anzeigen, was der Gesundheit ja nicht unbedingt abträglich ist. So ist in der gesundheitlichen Betrachtung der Tod stets kontextabhängig zu betrachten. Er kann u.U. auch das Ableben einer Person aus dem Wahrnehmungsfeld des Fragenden bedeuten. Finanzen: Hier zeigen sich die Schwachstellen des finanziellen Konstruktes. Diese bersten und bringen instabile Gedankengebäude und Konzepte zum Einsturz. So werden z.B. unrentable Teile der Wirtschaft zerstört, um Platz zu schaffen für neue, innovative und einträgliche Finanzrahmen. Die Veränderung, welche der Tod anzeigt, muß nicht zwangsläufig negativer Natur sein. Zwar bedeutet es immer ein einschneidendes Ereignis, das jedoch fruchtbare Folgen zeitigen kann, wenn die sich bietende Chance auch genutzt wird. Atu XIII erinnert uns an die Notwendigkeit des Todes, damit neues Leben entstehen kann. So, wie der Fruchtstand des Getreides -die Ähre- stirbt, damit die Samen auf fruchtbare Erde fallen und frische Pflanzen hervorbringen. Dies erhält den ewigen Kreislauf, welcher sonst der Stagnation erliegen würde. Nur derTod ermöglicht Evolution, Weiterentwicklung und Perfektionierung im Sinne von Fortschritt. Die aus dem sterbenden Ei geschlüpfte Raupe stirbt, um zur Puppe zu werden, welche sterben muß, um den Falter zu gebären. Dieser wiederum zeugt ein neues Ei, usw. ... Stirb täglich! Crowley schreibt im Buch Thoth (s.254): |
|
![]() Adler, und Schlange, und Skorpion! Der Tanz des Todes wirbelt das Leben von Trance zu Trance zu Trance |
|
|
Pfad: 24 TIPhARTh nach NTzCh
Götterbilder: Sekhet (Bauch u. Rücken, Hammemit, Merti Göttinnen, Typhon, Apep, Kephra, Ares, Apollo, Thanatos, Kundalini, Yama, Mars, Moiren Körperbezug: Eingeweide |
Gematrisch korrespondente Begriffe: 50: Erde von Chesed, Erde als Oberfläche, Erdboden (aufspringend als der Ort, aus dem die Pflanzen hervorkommen), besondere Teile des Erdbodens, Landsitz, die ganze Erde, Erde als Stoff, Land, Fenstergitter, verschließen, widerfahren, lärmen, aufgeregt, lärmende Menschen, Aufregung des Inneren, Sympathieempfinden, schmutzig, unrein, heidnisch, Die see, das Meer, großes Bassin im Tempelvorhof, Strom, Universum, das Ganze, die Gesamtheit, lauter, eitel, irgendeiner, etwas, allerhand, allerlei, Gewässer, Wasser 1206: die heilige Intelligenz, Tränkrinne Pfad des Sepher Yetzirah: "Imaginative Intelligenz" Die Astrologische Zuordnung des Skorpion, in der Mars der herrschende Planet ist, verdeutlicht die aggressive Kompromißlosigkeit des Prinzips "Tod". |
|
Von Tiphareth aus, dem Schoß des Schnitters, erstreckt sich über den Pfad 15 (Atu XVII-Der Stern) eine Achse, die mitten durch Chockmah verläuft und ins Unendliche verläuft. Hier manifestiert sich die latente Schöpfungskraft des Todes, die mit den geometrischen Linien an die Doppelhelix der DNA erinnert. Binah/"Verstehen" (in der klassischen Kabbalah dem Saturn zugeordnet) liegt auf der Osiris-Krone und dem Hinterkopf. Geburah liegt auf dem Brustkorb und Chesed berührt die rechte han, welche die Sense in ziemlich unnatürlicher Haltung schwingt. Netzach und Yesod zeigen die scharfe Klinge des Sensenmannes, und auf Hod sehen wir den Fisch (der hebräische Buchstabe Nun bedeutet "Fisch", er ist Atu XIII zugeordnet). Der Fisch hat eine besondere Bedeutung im Wirkungspektrum dieser Karte. Der Fisch, der in der christlichen Mythologie als Zeichen für das griechische Wort Icchthus [1] steht, was als Bezeichnung für Jesus genutzt wurde, sowie die Schlange, die in früheren Kulten für Leben über den Tod hinaus stand, sind Bilder, die uns auf einen umstand hinweisen, der von nicht zu unterschätzender Wichtigkeit ist, nämlich, daß mit dem Vergehen des physischen Körpers die Existenz des Individuums nicht zwangsläufig beendet sein muß. "[...] Denke nicht, o König, über diese Lüge nach: Daß Du Sterben Mußt: wahrlich, du wirst nicht sterben, sondern leben. Nun laß es verstanden sein: Wenn der Körper des Königs sich auflöst, soll er weiterexistieren in reiner Ekstase ewiglich. Nuit! Hadit! Ra-Hoor-Khuit! Die Sonne, Kraft und Sehen, Licht; diese sind für die Diener von Stern und Schlange." Der Tod ist, wie wir bereits gesehen haben, ein Zerstörer, jedoch kein absoluter Vernichter. Der Tod ist ein Übergang, wie es viele Kulte und Religionen lehren. Mit dem Tod des Körpers wird das, was wir die Seele nennen, befreit für den Übergang in eine andere Seinsform. Die Zerstörung und Auflösung der Daseinsform Mensch ist somit nicht das Ende aller Dinge. Der Tod des Fleisches ist für unser unsterbliches Wesen lediglich ein Tor in eine andere Ebene der Existenz. 3) Die Überwindung des Todes: Der Tod als Ereignis ist im thelemitischen Sinne nicht das Endgültige, als das er in den europäischen Religionen und Moralgebilden gern gesehen wird. Der Tod hat eher etwas von "Szenenwechsel", so wie der Vorhang im Schauspielhaus zwar das Ende einer Aufführung, jedoch nicht des Theaterstückes selbst ist. Durch bestimmte Konzentrationsübungen und die Hingabe an das höhere Selbst, welches weit über die Grenzen des Egos und des Gemütes hinausreicht, ist es möglich, dem Tod den ihm gebührenden Stellenwert zuzumessen. Wenn Atu XIII uns schon überall VERÄNDERUNG anzeigt, warum sollte der Tod des Körpers etwas anderes bedeuten?[2] Wer im Tode allerdings nicht die Chance auf Leben sieht, sondern etwas, das all unsere Wahrnehmung beendet, der wird sicherlich auch hierbei nicht enttäuscht werden, er wird schlichtweg vergehen, wenn der Körper stirbt, und wird sich selbst der Möglichkeiten der Weiterentwicklung berauben. Viele Verse des Liber Legis, in denen das gekrönte und erobernde Kind Horus seine Ankunft in unseren Herzen und damit in unserer Welt ankündigt, berichten davon, daß wir den Tod nicht zu fürchten haben, er ist lediglich ein Katalysator unserer individuellen Entwicklung. Wer den Königsweg geht und den Schwerpunkt seiner Existenz auf das SEIN im HIER und JETZT legt, der wird nicht vergehen, wenn das Fleisch vergeht; vielmehr wird er feststellen, welche Befreiung und Erlösung darin liegen kann. Der befreite Geist ist ein Wesen jenseits von Raum und Zeit, und er kann sich frei nachseinem Willen zu materieller Existenz verdichten, so wie der Gott, den die Menschen nach dem Bilde schufen, das sie von ihm haben. "Hört mich, seufzende Menschen! Die Sorgen von Leid und Bedauern bleiben für die Toten und Sterbenden, das Volk, das mich bis jetzt nicht kennt." 4) Der Adler: Oben links -hinter der Krone- ist der weiße Adler der Alchemisten zu erkennen, welcher eine Verbindung zu den Sexualsekreten herstellt, denn der Orgasmus wird auch "der kleine Tod" genannt. Crowley schreibt im Buch Thoth (S. 106/107):
|
|
|
|
|
|
Anmerkungen [1] Ergänzend dazu führt Crowley im Liber 418, 19. Aethyr-POP aus: "NON HAEC PISCIS OMNIUM [i.e.: 'Nicht alle Menschen erreichen dies' - bezogen auf piscis=Fisch] Um dies zu interpretieren, müssen wir ICChThUS miteinbeziehen, und dieses Wort verbirgt nicht wie traditionell angenommen Iesos Christos Theon Uios Soter, sondern ist ein Mysterium des Buchstaben Nun und des Buchstaben Quoph, wie aus der Addition der beiden hervorgeht. [2] Crowley schreibt im Liber 418, 30. Aethyr -TEX: "Ich wandte mich nach Westen, und der Erzengel trug ein flammendes Buch, auf dem auf henochisch AN geschrieben stand. darin befand sich die Zeichnung eines feurigen Skorpions, dennoch alles in allem kalt. Bis das Buch des Ostens aufgeschlagen wird! Bis die Stunde klingt! Bis die Stimme schwingt! Bis es in meine Tiefe dringt; Schaue nicht nach oben! Schaue nicht nach unten! Denn Du wirst ein Leben finden, das wie der Tod ist: Oder einen Tod, der unendlich sein soll." [3] Putrefactio: Fäulung, Gärung; alle Fäulnis- und Gärungsprozesse, aber auch längere Auszüge eines Mittels, beispielsweise bei der Tinkturherstellung. In der Sexualalchemie gibt es Techniken, in denen die rituell gewonnenen Sexualsekrete in einer ungebrannten tönernen Amphore versiegelt und mehrere Wochen in der Erde gelagert werden, bevor sie einer weiteren Verwendung zugeführt werden.
[5] Aleister Crowley verstarb in der Nacht des 1. Dezember 1947 an Herzschwäche und chronischer Bronchitis, wahrscheinlich ausgelöst durch eine Überdosis Heroin. Auszug aus seinen Tagebucheinträgen: "Versuche 1/3 Gran. Wird das reichen? Getan. 17.15 Uhr. Und ob ich Heroin brauche, aber alles andere wäre fast genau so gut! Langeweile und A[nno] D[omini]! Ein Mädchen oder ein Schachspiel wuerden die Lücke füllen. Aber ich habe keine Energie mehr, danach zu suchen. 19.00 Uhr. Ja, diese Dosis hat einen traurigen Gedankengang ausgelöst - hauptsächlich über meine dahingeschwundenen Wertsachen. Welch leichtsinniger Narr bin ich gewesen! Was für ein Esel ich bin! Wird Heroin helfen, alles zu vergessen?" (Aus: Symonds: "The Great Beast 666") |




Zahl: 50, 1206
Buchstabe: Nun (N, NVN)
1) Der Lebensbaum: Kether besitzt hier keine direkte grafische Entsprechung, da sich der gesamte Karteninhalt auf niedere Ebenen erstreckt. Ebenso wie Malkuth verfügt Kether über keine direkte Verbindung zur Gestalt des Schnitters.
5) Die beiden Blüten: Besonders interessant ist der untere Rand der Karte. Hier finden wir bei dem Skorpion zwei Darstellungen von Pflanzenteilen, die zur Kartenthematik einen Bezug haben. Zur Linken eine geöffnete Blüte, von der anzunehmen ist, daß es sich um die Blüte des Erythroxylum coca -Kokastrauch- handelt. Rechts unzweifelhaft der Fruchtkörper des Papaver somniferum -Schlafmohn- (Die Mohnkapsel war das Symbol des gr. Gottes Morpheus, der Gottes des Todes und des Traumes). Diese beiden Pflanzen haben beide bewußtseinsverändernde Inhaltstoffe, welche in unsachgemäßer Dosierung den physischen Tod eines Menschen herbeiführen können. Jedoch bergen sie ebenso heilende Wirkungen. Aleister Crowley, welcher Zeit seines Lebens an Asthma litt, wurde mit Kokain und Heroin abwechselnd behandelt, was ihm einige
Erleichterung verschaffte (mit Ausnahme einiger kleiner Pausen, in welchen er synthetische Antiasthmatika -vermutlich Terbutalinsulfate o.ä.- aus deutscher Produktion bekam, was jedoch nur kurzfristig half). Zum Anfang des 20.Jahrhunderts war dies eine allgemein übliche Behandlungsmethode, die jedoch nicht selten in eine Drogenabhängigkeit führte. So auch in Crowleys Fall, dessen Leben sicherlich mehr als einmal durch die Medizin aus Kokain und Heroin gerettet wurde, jedoch auch durch die Droge Heroin ein unrühmliches Ende fand [4]. Es ist nicht auszuschließen, daß Crowley bei der Erschaffung der Karte eben diese Botschaft in der hier erwähnten Kontextuierung niedergelegt hat. Dem interessierten Leser sei hierzu angeraten Crowleys Tagebücher "Diary of a Drug Fiend" zu studieren. Crowleys Leben und Sterben zeigt uns hier die Doppeldeutigkeit des Todes als potentielle Möglichkeit und physisches Ereignis. Der Tod war Crowleys steter Begleiter. Jeder Leser, der mit der Thematik von Asthma oder anderen potentiell tödlichen Krankheitsbildern vertraut ist, wird verstehen, daß der Tod mit der Zeit zu einem normalen Faktor wird, der jeden Schrecken verliert.
[4] Arthur Edward Waite setzte den Tod als schwarzen Ritter auf ein fahles Pferd, wobei dieser eine Standarte trug, auf der die mystische Rose anstelle des weißen Adlers zu sehen ist. Auch das alte Golden Dawn Deck beinhaltete -zumindest in der Ausdeutung- sexualalchemistische Symboliken. Isreal Regardie schreibt dazu:
