Tarot & Kabbalah
Thoth Tarot
Thoth Tarot Atu 15 Teufel
Thoth Tarot Atu 15 Teufel
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XV - DER TEUFEL
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![]() Das AUGE auf, gib nur gut acht! In deiner Hand liegt deine Macht. |
Schöpfung, Willensstärke, Aktivität Farbe: Indigo, Schwarz, Blauschwarz, Kaltes Dunkelgrau Astrologie: Steinbock Kurzbeschreibung: Um es vorwegzunehmen sei gesagt, daß der Titel dieser Karte etwas irreführend ist, was aus der Historie dieses Trumpfes resultiert. Atu XV repräsentiert eine ausgeprägt maskuline und schöpferische Energie, die sich auf die materielle Welt direkt auswirkt. Es geht zum Einen um Leben, Initialzündung und Erschaffung auf niederer Ebene. Zum anderen hat Atu XV noch eine sehr wichtige höhere Wirkung auf das Bewußtsein, denn er deutet auf die magische Schöpfungskraft durch angewandte sexuelle Energie hin. Der Teufel ist hier nicht das Böse, Schlechte, Verwerfliche, sondern er öffnet uns die Tore der materiellen Welt, er läßt uns zum aktiven Manipulator werden. |
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Interpretation der Karte
"Mit meinem Falkenkopf hacke ich nach den Augen Jesu wie er da an dem Kreuz hängt. Dazu äußert sich Crowley näher erklärend im Liber 418, 3.Aethyr -ZOM: " [...] 70 mal 4, die die 4 Augen des Dopppelköpfigen sind; diese sind die 4 Teufel Satan, Lucifer, Leviathan, Belial, die die großen Prinzen des Bösen auf der welt sind. Und Satan wird von den Menschen unter dem Namen Jesus verehrt; und Lucifer wird von den Menschen unter dem Namen Brahma verehrt; und Leviathan wird von den Menschen unter dem Namen Allah verehrt, und Belial wird von den Menschen unter dem Namen Buddha verehrt." Lösen wir uns also nun von dem Bild des Teufels als schrecklicher und fürchterlicher Verführer und wenden uns dem Atu XV in seiner tatsächlichen Form zu. Bei der Betrachtung der Karte sehen wir auf Anhieb ein beherrschendes Element, einen mächtigen erigierten Phallus, der in eine Vagina eindringt. In den Hoden sind zur Linken weibliche unpersönliche Gestalten -quasi als Potential- angebracht und zur Rechten männliche. in der mittleren Achse sind Chromosomenpaare zu sehen, und jeweils zum äußeren Rand ein Nukleus, was auf den Moment der akuten Zellteilung hindeutet. Dies ist der Monemt der größten Konzentration schöpferischer Energie, die höchste Form der Magie, die Erschaffung des Lebens. In der Legung weist Atu XV auf eine verstärkte Aktivität hin. Im Ego-Bezug finden wir hier eine äußerst aktive und selbstbestimmte Person, die ihrem Willen folgt, egal, wohin er sie führt. Die geistige Berührung mit diesem Menschen sorgt für eine Kettenreaktion im eigenen Bewußtsein und bleibt somit nicht ohne Resonanz. Als Ereignis zeigt Atu XV auf neue, starke Impulse, animalische Antriebskräfte und eine erstaunliche Energiemobilisierung. Hier begegnet uns eine große Versuchung, die unseren Ehrgeiz herausfordert. Auch kann Atu XV an bestimmten Positionen einer Legungt (z.B. Äußere Einflüsse / Hemmnisse) auf Intrigen, heimliche Ränkespiele und Verschwörungen mit negativen Intentionen hindeuten. Hier ist Aufmerksamkeit, Selbstkontrolle und der Wille zum Durchstehen einer solchen Situation gefordert. In der Partnerschaft begegnen einem Menschen, der ein e sehr starke männliche Kraft ausstrahlt (das gilt auch für Frauen). Ein Prtner, der weiß, was er will und der diesen Willen auch in der Partnerschaft manifestiert. Atu XV ist derjenige, der Pläne für die Zukunft schmiedet, der die Beziehung konzipiert und zur Dominanz neigt. Der Teufel symbolisiert starke sexuelle Potenz, wenn er gut aspektiert ist. wird diese Liebesenergier nicht ausgelebt, kann dies für die Bezugsperson der Karte sehr negative Folgen zeitigen, bis hin zu autodestruktiven Tendenzen. Gesundheitlich weist Atu XV auf eine gute Konsistenz hin mit leichtem Hang zur Schwächung des Genitalsystems bei ungünstiger Aspektierung. Zum Beispiel könnte in Verbindung mit Atu XVI eine Form von Impotenz auftreten. Arthritische Störungen sind unter Einfluß des Atu XV ebenfalls denkbar. Seelisch kann es zu Phasen der Unzufriedenheit, Rastlosigkeit und Treibhaftigkeit kommen, zu Ungunsten der rationellen Handlungsfähigkeit. Finanzen: Atu XV-Der Teufel ist ein gnadenloser Geschäftsmann. Wenn es um Geld geht, hört bei ihm die Freundschaft definitiv auf. Seine Projekte zieht er rücksichtslos durch. Dies gilt nicht nur im gewerblichen Bereich, sondern für jede Art des Einkommenserwerbs. Die Karte steht für geheime und hinterlistige Pläne, die auf direkten Weg zum Ziel führen. Harte Arbeit, Selbstkontrolle und Pflichtbewußtsein sind diesbezüglich positive Eigenschaften.
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![]() IO PAN! Auf den Höhen die Gott-Ziege springt von wilder Lust der Ekstase beschwingt. |
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Pfad: 26 v. TIPHARTh n. HVD
Götterbilder: Seth, Pan, Priapus, Lingam, Yoni, Vesta, Bacchus Körperbezug: Genitalsystem |
Gematrisch korrespondente Begriffe: 70: Käse, Baumstumpf, Weisheit, Karawane, Pfad, still, ruhig sein, leise mit sich reden, beruhigen, zum Schweigen bringen, Wein, Traubenwein, Rausch, Betrüger, Arglistiger, sodann, so also, recht, richtig, rechtlich, ehrlich, Stelle, Gestell, Nacht, Beratung, Geheimnis, Gespräch führen, heimliche Unterredung, vertrauliches Gespräch, gemeinsame Beratung, Kreis zusammensitzender, Kreis 780: auf den Herd stellen, geben, verleihen, in den Todesstaub legen (bildlich) Pfad des Sepher Yetzirah: "Erneuernde Intelligenz" Herrschener Planet: Saturn, Mars erhöht. Ein goldgekrönter Ritter mit roter Rüstung auf schwarzem Pferd. |
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Im "Buch der Lügen" äußert sich Crowley zu Atu XV in der ihm eigenen sehr poetischen Sprache: "Mächtig und aufrecht ist dieser Wille von mir, diese Pyramide von Feuer, deren Spitze im Himmel verloren ist. Darauf habe ich die Leiche meiner Begierden verbrannt. Mächtig und aufrecht ist dieser Phallos meines Willens. Sein Same ist das, was ich von Ewigkeit an in mir getragen habe; und er ist verloren in dem Körper unserer Herrin der Sterne. Ich bin nicht Ich; ich bin nur eine hohle Röhre, um Feuer vom Himmel herabzubringen. Mächtig und wunderbar ist diese Schwäche, dieser Himmel, welcher mich in ihren Schoß drängt, dieses Gewölbe, welches mich verbirgt, welches mich aufnimmt. Dies ist die Nacht, in der ich verloren bin, die Liebe, durch welche ich nicht länger ich bin."(E.A.Crowley; Liber 333; Kapitel 15 - Der Gewehr - Lauf)
Kether liegt exakt auf den Punkt der Berührung von Phallus und Vagina, der -im Wortsinn- Scheidepunkt zwischen männlich und weiblich. Hier treffen die Prinzipien aufeinander und vereinigen sich. Dies ist der Bereich der größten Energieerzeugung. Chockmah und Binah berühren die Hörner des Bockes im Mittelgrund der Karte. Das dritte Auge (Aayin = ein Auge) des Bockes liegt im Zentrum der elften Sephira -Da´ath. Chesed und Geburah liegen auf einem Gewebe, das Ganglien erinnert [2]. Dieses Geflecht aus Nervenzellen erinnert an die Zugehörigkeit von Atu XV zum Denken und gesteuerten Bewußtsein, denn er liegt auf Pfad 26, der von Tiphareth (Bewußtsein) nach Hod (aktives Verstehen) führt. Alle Sephiroth der äußeren Säulen berühren dieses Geflecht. Tiphareth nun zeigt im Kartenvordergrund den Merkurstab, ebenfalls ein phallisch-magisches Symbol. Die Uräus-Schlangen und die geflügelte Sonnenscheibe von Hadit zieren diesen Stab. Tiphareth liegt -wie bei anderen Karten auch- auf den Geschlechtsorganen, hier allerdings beim Bock, der Pan Pangenitor ist, der All-Erschaffer. Der Merkurstab symbolisiert den wahren und ungetrübten Willen. "Denn purer Wille, ungemildert durch Absicht, entbunden von dem Gelüst nach Ergebnis, Netzach und Hod liegen am Rand der Hoden, Yesod und Malkuth ebenso. Diese 4 Sephiroth bilden eine Pyramide, deren Spitze auf Yesod liegt.
Im Buch Thoth (S. 112) schreibt Crowley: "Diese Karte ist dem Buchstaben Ayin zugeordnet, der 'Auge' bedeutet und sich auf den Steinbock im Zodiak bezieht. In den dunklen Zeiten des Christentums wurde sie vollkommen mißverstanden. Eliphas Levi [3] studierte sie aufgrund ihrer Verbindungen mit der zeremoniellen agie -seinem bevorzugten Gegenstand- sehr tiefgründig; er brachte sie neu heraus und identifizierte sie mit Baphomet, dem eselsköpfigen Idol der Tempelritter." Neben der offensichtlichen geistigen Nähe, die Crowley zu Levi verspürte, war es sicherlich vordringlich die androgyne Erscheinungsform des Baphomet, welche Crowley dazu veranlasste, seine Version des Atu XV mit einer stärkeren sexuellen Note zu versehen, als das bis dahin üblich war. Hierdurch verstärkt Crowley das Pan-Element der Karte erheblich, was für ihn nicht ungewöhnlich war. Somit verstärkt die Darstellung des Ziegenbockes die sexuell-schöpferische Kraft, die diese Karte ausdrückt. Der Name "Der Teufel", welchen Crowley beibehielt, führt in Verbindung mit der Bocksfigur oft zu verzerrten Assoziationen mit christlich-moralischen Bildern, in welchen der Bock stellvertretend für Satan, den Widersacher Gottes, steht. Von diesen Bildern unterscheidet sich jedoch Atu XV erheblich.
"Ihr habt alle gefickt!" Atu XV ist auch Teil der Formel zur Auflösung des Egos, die auf profaner Ebene im Orgasmus erfahren werden kann. Hierzu führt Crowley im 13.Aethyr - ZIM aus: "Und ich fragte. Wer ist NEMO? [5] Und die Stimme erwiderte: Der Zahn eines Delphins, und Hörner eines Widders, und die Hand eines Menschen, der aufgehängt worden ist, und der Phallus eines Ziegenbocks [6]." Die hier angedeuteten Buchstaben des hebräischen Alphabethes N-H-M-O (Nemo) zählen in der Gematria zusammen 165, dies ergibt 11 x 15 (11 ist die Zahl, welche für angewandte Magick steht und dies deutet auf die magische Komponent in Atu XV hin.
Die Pfade 25, 26 & 27 verbinden Tiphareth, Netzach und Hod zu einer aufrechten Triade, einer niederen Form der oberen Triade am Baum des Lebens, quasi eine Reflektion in den Bereich, der unterhalb des Abyssos liegt. Die diesen drei Trümpfen zugeordneten Buchstaben Nun, Aayin und Phe ergeben gematrisch die Summe 200 (der Zahlwert des Buchstaben Resh=Kopf), dies steht im Sepher Sephiroth für Erwachen, stark, mächtig. Alle drei Karten bewirken Veränderung, Bewegung, Umsturz. Diese Triade bewegt unser Denken (Atu XV), Fühlen (Atu XIII) und unser Leben (Atu XVI) nicht unerheblich. Tauchen diese drei Atu gemeinsam in einer Legung auf, können sie durchaus schwere Krisen andeuten, die sich auf die spirituelle und materielle Ebene gleichermaßen auswirken. Der Tod initiiert die Notwendigkeit der Veränderung, der Teufel gibt uns die nötige Kraft, diese Veränderung einzuleiten und der Turm letztlich räumt sämtliche Hindernisse und die Anhängsel der Vergangenheit aus dem Weg. Diese drei Karten können bewirken, daß ein Mensch sein komplettes Weltbild binnen kürzester Zeit über den Haufen wirft und sich ideologisch völlig neu ausrichtet, also quasi eine 180° Drehung vollzieht (ähnlich der sog. Midlife-Crisis). Die Kombination dieser drei Trümpe birgt in sich eine gewaltige spirituelle Macht, die, wenn sie zum Ausbruch kommt, nicht zu bändigen ist, sondern ausgelebt werden muß.
Weitere Verbindungen sieht Crowley in den Karten XIII / XIV / XV zur Verbildlichung eines Ideen-Prozesses sowie IX / 0 / XV als Verbildlichung der I.A.O.-Formel. Crowley schreibt im Buch Thoth (S.112): "Im Lebensbaum sind die Atu XIII und XV symmetrisch angeordnet; sie führen von Tiphareth, dem menschlichen Bewusstsein, zu den Sphären, in denen Denken (auf der einen Seite) und Seligkeit (auf der anderen) entwickelt werden. Ähnlicherweise führt zwischen diesen beiden Atu XIV zu der Ebene, welche die Existenz formuliert. Diese drei Karten können deswegen als eine Hieroglyphe jener Prozesse zusammengefasst werden, durch die sich die Idee als Form offenbart." XIII und XV verbinden - wie oben beschrieben- Tiphareth mit Netzach und Hod, und XIV führt nach Yesod hinab. Diese Karten sind die Wege menschlich-geistiger Schöpfungskraft: Denken (als rationales Element), Assoziieren (als intuitives Element), Fühlen (als emotionales Element). Diese drei Faktoren ermöglichen es unserem Bewußtsein, aus sich selbst heraus Realitäten zu erschaffen. Diese Trinität ist also eine gewissermaßen die Auffächerung unserer kreativen Potentiale. Die zweite Trinität -IAO- steht für ISIS-APOPHIS-OSIRIS. Crowley schreibt im Buch Thoth (S.113/114): "Es ist wichtig, noch andere Entsprechungen anzuführen. Die drei Vokal-Konsonanten des Hebräischen Alpahbets, Aleph, Yod, Ayin, bilden den heiligen Namen Gottes: I.A.O. Diese drei Atu, IX, 0 und XV, offenbaren somit eine dreifaltige Erklärung der männlichen, schöpferischen Energie in ihrer maskulinsten Äußerung." In "Magick" lesen wir dazu: "Diese Formel ist die hauptsächliche und charakteristischste Formel des Osiris, der Erlösung der Menschheit. I ist Isis, Natur, von A ruiniert, Apophis der Zerstörer, und von dem Erlöser Osiris dem Leben wiedergegeben. Die gleiche Idee drückt die rosenkreuzerische Formel der Dreiheit aus: Ex Deo nascimur. [...] Die Alchemisten selbst lehrten diese selbe Wahrheit. Die erste Materie des Werkes sei minderwertig und primitiv, wenn auch "natürlich". Nachdem sie durch verschiedene Stufen passiert ist, erscheine der "schwarze Drache"; aber daraus entstehe das reine und vollkommene Gold. [...] Der MEISTER THERION hat im siebzehnten Jahr des Äons das Wort I A O rekonstruiert, um den neuen Bedingungen der Magick, die durch den Fortschritt auferlegt werden, genüge zu tun. So das Wort des Gesetzes Thelema, dessen Zahl 93 ist, sollte diese Zahl der Kanon einer damit übereinstimmenden Messe sein. Entsprechend hat er I A O erweitert, indem er das O wie ein Ajin behandelt und dann Vau als Praefix und Affix hinzufügt. Das ganze Wort ist dann VIAAaV dessen Zahl ist 93. Wir mögen dieses neue Wort detailliert analysieren und demonstrieren, daß es eine passende Hieroglyphe des Rituals der Selbst-Initiation in diesem Äon des Horus ist.
Ergänzt wird die Formel des I.A.O. durch Atu V-Hierophant zu V-I-A-O-V (Gematria=93). Crowley schreibt dazu in Magick: "Die Parthenogenesis-Idee bleibt hartnäckig bestehen, ist aber jetzt die Formel zur Inkarnation von Halbgöttern oder göttlichen Königen; diese müssen auf die eine oder andere Weise erschlagen und von den Toten erweckt werden. Äon des Horus. Zwei Geschlechter in einer Person. VIAOV: 93, die volle Formel, die Sonne als den Sohn (Stern) anerkennend, als die präexistente manifestierte Einheit, aus der alles entspringt und zu der alles zurückkehrt. Das Große Werk ist es, das initiale VV von Assiah (der Welt der materiellen Illusion) in das finale VIV von Atziluth, der Welt der reinen Realität, umzuarbeiten. Der Name, vollständig ausgeschrieben, VV + IVD + ALP + OIN + VI + 309 = ShT = XX + XI Diese Symbole werden alle im Atu "Der Einsiedler" gezeigt. Sie sind Kräfte des Jod, dessen Extension das Vau ist. Die Natur der magischen Formeln des alten und neuen Äons sind im Buch Magick von Aleister Crowley weitergehend erläutert und sollten dort für tiefergehende Einblicke eingehend studiert werden. |
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Anmerkungen [1] Laut Crowley handelt es sich dabei um einen "...Hintergrund von höchst feinen, komplexen und fantastischen Formen des Wahnsinns" (Buch Thoth, S.113). Dies deutet auf die Gefahr hin, welche in der falschen Vewendung des Begriffs "Wille" (gr.: Thelema) liegt. Wenn die Kraft und Energie des Atu XV in falscher Weise eingesetzt und auf das Gemüt statt auf den Willen übertragen wird, kann dieses Geflecht aus Sensorik, Kognition und Interpretationsfähigkeit sehr leicht für den Magus in ein Gespinst aus Wahnsinn und Fehlinterpretation verwandelt werden. Dann wird der er aus der Ebene der reinen Sephiroth hinausgeschleudert in die Welt der Kelliopth, der Hüllen oder Huren, die eine Perversion der sephirotischen Kräfte darstellt und im Wahnsinn endet.
[3] Alphonse Louis Constante (Eliphas Levi) war ein belesener Okklutist des frühen 19. Jahrhunderts, für dessen Reinkarnation Crowley sich hielt. Er schreibt dazu von sich selbst in der dritten Person: "1. Das Datum des Todes von Eliphas Levi war etwa 6 Monate vor dem der Geburt von Aleister Crowley. Es wird angenommen, daß das reinkarnierende Ego vom Fötus etwa in diesem Entwicklungsstadium Besitz ergreift. 2. Eliphas Levi hatte eine auffallende persönliche Ähnlichkeit mit Aleister Crowleys Vater. Dies legt natürlich nur einen gewissen Grad der Eignung nahe, vom physikalischen Standpunkt her gesehen. 3. Aleister Crowley schrieb zu einer Zeit, als er noch keine von Eliphas Levis Arbeiten gelesen hatte, ein Schauspiel mit Namen "Die verhängsnisvolle Kraft". Das Motiv dieses Schauspiels ist eine magische Operation von sehr besonderer Art. Die Formel, von der Aleister Crowley annahm, daß sie seine ursprüngliche Idee sei, ist bei Levi erwähnt. Wir waren nicht fähig, sie irgendwo anders mit solch exakter Korrespondenz in jedem Detail zu verfolgen. 4. Aleister Crowley fand ein bestimmtes Viertel von Paris ihm unverständlich vertraut und attraktiv. Dies war nicht das normale Phänomen des dejà vu, es war hauptsächlich ein Gefühl, wieder zu Hause zu sein. Lange danach entdeckte er, daß Levi für viele Jahre in der Nachbarschaft gelebt hatte. 5. Es gibt viele kuriose Ähnlichkeiten zwischen den Ereignissen in Eliphas Levis Leben und denen in Aleister Crowleys. Die Intention der Eltern, daß ihr Sohn eine religiöse Laufbahn einschlagen sollte; die Unfähigkeit von sehr bemerkenswerten Talenten, auf irgendeinem regulären Weg Gebrauch zu machen; der unerklärliche Ächtung, welche ihn heimsuchte und deren Urheber irgendwie über sich selbst beschämt zu sein schienen; die Hergänge bezüglich der Hochzeit : all diese zeigen überraschend enge Parallelen." [4] Dazu sehen wir in den Cefalu-Kommentaren folgende interessante Anmerkungen: [5] NEMO ist eine Ableitung des griechischen 'ne homo' = 'kein Mensch' , d.h.: der vom Ego befreite Meister des Tempels, der nach der Überschreitung des Abyssos das Zentrum seiner Existenz in der oberen Triade manifestiert hat. [6] Crowley führt dazu in den Kommentaren etwas ungenau aus: "N(Nun)= der Fisch (Delphin); E(He)= Widder; M(Mem)= Atu XII-der Gehängte; O(Ayin)= der Bock, Steinbock. Dies sind die Buchstaben, aus denen Nemo zusammengesetzt ist." Hier zeigt sich, daß die Engel, die aus den Aethyren sprechen, es wohl auch nicht immer ganz genau nehmen mit den kabbalistischen Korrespondenzen. Denn weder ist der Delphin ein Fisch, noch ist He=Widder. Die Engel der Aethyre scheinen die neuen Buchstabenzuordnungen des Sterns(He) nach Aiwass ("Tzaddi ist nicht der Stern") nicht zu kennen, denn He ist seit 1904 dem Wassermann zugeordnet. Erstaunlich, denn die Kommentare, die hier angeführt werden, stammen aus den Zwanzigern, als Crowley auf Cefalu weilte. Über diese fragwürdige Schiene permutiert Crowley das Wort Nemo noch zu RShITh (Anfang, Beginn), indem er Zähne=ShIN (Zahn), Hörner=Rsh(Hinterkopf), I=IVD(Hand), Th=ThV(Kreuz) interpertiert. Er rechnet dies gematrisch zu 910=13 x 70 = AChD AaIN ("Das eine Auge"). Auch dabei findet sich in den ersten beiden Posten (die vertauscht sind) eine etwas weit hergeholte Interpretationslinie, der wir hier nicht wirklich folgen mögen. |
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Der Inhalt von Atu XV hat nichts gemein mit dem christlich-traditionellen überlieferten Bild des Teufels, der als Schreckgestalt und Verführer zum Bösen den Gläubigen vorgehalten wird. In der Dämonenlehre der altäonischen Goetia ist von vier großen Teufeln die Rede: Satan, Lucifer, Leviathan und Belial. Wenn man nun die Religionen selbst als verführerische Elemente sieht, so gibt dies den Versen 51-54 im dritten Kapitel des Liber Legis durchaus Sinn, dort spricht Ra Hoor Khuit:
Zahl: 70, 780
Buchstabe: Ayin (Aa, AaIN)
1) Der Lebensbaum: Die Architektur dieser Karte ist stark auf die mittlere Säule am Baum des Lebens ausgerichtet, die einen gewaltigen erigierten Phallus darstellt, welcher in eine Vagina eindringt.
2) Der Ziegenbock: Pan, Baphomet, der Bock des Mendes. Dieser Bock ist in Atu XV nach Crowley eine Himalaya-Ziege (Buch Thoth, S. 113) und repräsentiert den Gott Pan auf den höchsten und geheimsten Bergen der Erde. Crowleys Bezug zum Himalaya ist nicht verwunderlich, da er in dieser Region lange Zeit als Bergsteiger unterwegs war, was ihn persönlich sicherlich beeindruckt haben dürfte. Crowley weicht hier in der Konzeption der Karte erheblich von den traditionellen Darstellungen ab [2]. Waren bei McGregor Mathers und Arthur Waite die Darstellungen noch von christlicher Moral geprägt, so warf Crowley dieses Konzept deutlich über den Haufen, indem er die sexuelle Symbolik in den Mittelpunkt der Aussage rückt, wobei er sich auf Levis Darstellung des Baphometh beruft.
3) Kreuz und Rose: Einmal mehr finden wir hier die Symbolik von Kreuz (Phallos/Lingam) und Rose (Kteis/Yoni). Das Thema der sexuellen Vereinigung und der daraus entstehenden schöpferischen Kräfte zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Tarotdeck. Hierzu lesen wir im Liber 418, 23. Aethyr -TOR [4]: "Ich tummle mich in den Ruinen von Eden, so wie Leviathan in der falschen See [a], und ich bin unversehrt wie die Rose an der Krone des Kreuzes [b]. Kommt zu mir, meine Kinder, und seid glücklich. Am Ende der Arbeit liegt die Kraft der Arbeit [c]. Und in meiner Stabilität ist der ewige Wechsel konzentriert [d]. [...] Das, was ich für mich selbst halte, ist nur eine unendliche Zahl [e]. Gepriesen sei die Rose und das Kreuz, denn das Kreuz ist bis zum äußersten Ende jenseits von Zeit und Raum und Sein und Wissen und Freude ausgedehnt! Gepriesen sei die Rose, die der winzig kleine Punkt seines Zentrums ist! Ja, dies ist unsere sprache; gepriesen sei die Rose, die Nuit ist, das Umgebene von allem, und gepriesen sei das Kreuz, welches das Herz der Rose ist! [f]" 



[2] Die herkömmliche Darstellung des Atu XV besticht durch die von christlichen Werten geprägte Darstellung, so finden wir den Teufel bei Waite und im Deck des Golden Dawn gleichermaßen als gehörnten Satyr, der die Menschen an seinen Altar gekettet hat. Israel Regardie schreibt dazu:
