Tarot & Kabbalah
Thoth Tarot
Thoth Tarot Atu 16 Der Turm
Thoth Tarot Atu 16 Der Turm
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XVI - DER TURM
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![]() Das Haus des Gottes, es soll fallen, wenn aus dem einen Mund die Worte hallen. |
Krieg, Zerstörung, Auflösung, Das Auge Shivas, Leviathan Farbe: scharlachrot, Rot, Venedig-Rot, strahlendes Rot gestreift mit Azur oder Emerald Kurzbeschreibung: Der Turm ist im Thoth Tarot Deck sicherlich eine der Karten, die die stärksten Umwälzungen und Veränderungen ankündigen. Er kann geänderte Lebensumstände (z.B. materieller Verlust), Erschütterung der Weltanschauung und komplette Sinneswandel andeuten, aber auch auf Partnerschaftskonflikte oder Krankheiten wie z.B. Krebs, MS u.a. hinweisen (je nach Kontextuierung). Der Turm ist keine "negative" oder "böse" Karte, sondern eine sehr ehrliche, die schonungslos Zugriff auf "unliebsame" Informationen bewirkt. Der Turm ist das Damoklesschwert, das permanent über uns schwebt. Er mahnt uns zum Maßhalten, zur Besonnenheit und zur Umsicht, denn alles, was wir schaffen, birgt bereits sein eigenes Zerstörungspotential in sich. Der Turm löst verkrustete Strukturen nachhaltig auf und ermöglicht so den Neubeginn. |
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Interpretation der Karte Der Turm besticht in diesem Deck durch einen zunächst sehr aggressiven Bildaufbau. Die Geometrie und entpersonalisierte Darstellung deutet darauf hin, daß der Turm mitleidlos und scharf umrissen die Dinge auf das Wesentliche reduziert und deren Stabilität prüft. Im unteren Bereich ist der biblische Leviathan abgebildet, das allesverschlingende erste Monster des Urozeans. Das Prinzip des All-Zerstörers und Auflösers fungiert hier als Prüfstein für alle Bindungen. Ob Emotion, Gedanke, Zellverbindung oder Hochhausstatik: Jede geschaffene Verbindung wird irgendwann ihrem eigenen Zerstörungspotential gegenüberstehen. Das Bild zeigt die Urgewalt des Kosmos, die frei wird, wenn "das Auge Shivas geöffnet wird" und in einem gewaltigen feurigen Blitz herniederfährt. Man sieht einen Turm, ein Gebäude, eine Struktur, die in den Grundfesten erschüttert, zerbricht und fällt. Unpersönlich wirkende Figuren stürzen vom Gebäude. Sie werden scheinbar zum Einen durch die Wucht der Erschütterung herunter geschleudert, zum Anderen springen sie aus Verzweiflung. Ihr Vertrauen in die Festung, die sie errichteten und bewohnten, war nicht gerechtfertigt. Der feurige Hauch des Leviathan fegt ihre Mauern hinweg wie Papier. Das lehrt uns, daß es keine verläßliche, keine ewige Struktur gibt. Jedes Haus, und sei es nur aus Gedanken gebaut, wird irgendwann zusammenstürzen. Der TURM lehrt uns, darauf vorbereitet zu sein und diese Unausweichlichkeit zu akzeptieren. Indem wir die Botschaft der Karte aufnehmen und uns von der Hysterie der Ewigkeit erlösen, gelingt es uns, die Dinge vollkommen zu genießen, die wir haben und sind. Die Karte ist oberflächlich stark von christlich-apokalyptischer Symbolik erfüllt. Das mag daran liegen, daß im christlichen Mythos die destruktiven Beschreibungen einen erbheblichen Raum einnehmen. Taube und Schlange im Bild weisen auf die widerstrebenden Kräfte alles Lebenden hin: Werde und Vergehe. So, wie wir in uns das Leben und das Wachstum tragen, so sehnt sich unser Körper nach dem Tod. Gemeint ist hier die "Uhr", die mit jedem Akt der Schöpfung auch ein Stück weit abläuft (das gilt letztlich nicht nur für das Leben, sondern auch für alles Geschaffene). Der Turm führt uns, initiiert durch Atu XV - der Teufel-, durch unsere persönliche Apokalypse nach Atu XVII - der Stern. In der Legung kann diese Karte nun auf verschiedene Umstände hinweisen. Im Ego-Bezug begenet und hier ein Mensch, der auf seine Umgebung eine schier apokalyptische Wirkung ausübt. Wo immer man diesem Charakter begenet, wird er ohne bewußtes Zutun Weltbilder, Gedankenkonstrukte und Ideologien erschüttern, und zwar z.T. über die Bruchgrenze hinaus. Als Ereignis deuten sich schwere innere Verhärtungen an, die eruptiv aufgebrochen werden. Alte Muster werden "über Bord geworfen", um Platz für Neues zu schaffen. Die verdrängten, unbewußten Seelenteile erheben sich und bringen den Turm, den der Verstand um uns errichtet hat, zum Einsturz. Die Mauern aus Eitelkeiten, Selbstbetrug und angenommenen Wahrheiten vermögen diesem Angriff aus den Tiefen der Seele nicht mehr standzuhalten. Je nach Kontext können diese Veränderungen die spirituelle Ausrichtung betreffen, oder die psychische Konsistenz. In letzterem Fall sollte u.U. eine therapeutische Fachkraft hinzugezogen werden. In der Partnerschaft kann es zu Trennungen jeder Art, aber auch zu anderen grundlegenden Veränderungen kommen. Auch ein möglicher Rollenwechsel im Partnerschaftsgefüge kann durch den Turm angezeigt werden. So z.B. kann sich durch die Veränderung äußerer Lebensumstände (beispielsweise Arbeitsplatzverlust des Haushaltsvorstandes) der Weg des Turms bis in die Rollenverteilung der Partnerschaft fortsetzen, und die Rollen in der Partnerschaft bzw. Familie neu aufteilen. Oft kündigt der Turm in diesem Zusammenhang auch das eruptive Ende einer Beziehung an, was nicht zwangsläufig eine Verschlechterung für den Signifikator bedeuten muß. Gesundheitlich ist der Turm eine Karte der körperlichen Prüfungen. Die Festung Mensch wird attackiert. Viren, Krebszellen und Verfall sind in diesem Falle die Aggressoren, die an unseren Mauern rütteln. AIDS, Krebs, Multiple Sklerose, Entzündungen des Muskelgewebes, und eitrige Wunden an offenen Brüchen sind typische Turm-Einflüsse. Der Turm kann aber auch -entsprechend aspektiert- auf heilende Zerstörung beschädigten Körpergewebes hindeuten (Beispiel: Madentherapie bei Decubitus). Korrekt Aspektiert kann der Turm auch auf eine Geburt hinweisen. Finanzen: Kurz gesagt, Desaster. Materielle Projekte werden vom Turm "bis zum Bruchpunkt" und darüber hinaus belastet. Pekuniäre Verluste ohne ersichtliche Gründe können auftreten, und da der Turm als eine der großen Arcana eine sehr mächtige Kraft darstellt, sind die Einbrüche markant. Der Turm kann den Fragenden bis an den Rand der finanziellen Existenz bringen. Auch hier lehrt der Turm von der Vergänglichkeit der Dinge und zeigt uns, daß, was gebunden wurde, auch wieder gelöst werden wird. Positiv ist der Umstand, daß natürlich auch Projekte, die von vornherein zum Scheitern verurteilt sind, durch den Turm im Niedergang beschleunigt werden, was gebundene Krativität dann freisetzt. Nun mag man dahergehen und diese Karte als unliebsam, grausam und aggressiv betrachten. Das ist so aber nicht richtig. Die zerstörerische Kraft des Turmes hat natürlich ebensoviele "gut", wie "schlechte" Seiten, das liegt im Auge des Betrachters. Der Turm ermuntert uns natürlich, unser Bewußtsein nicht zu sehr in den materiellen Dingen zu verhaften. Wir erkennen durch diese Karte, daß erst die Überwindung der Festung, des Turmes (woraus auch immer er errichtetsein mag) uns befähigt, den Stern zu gebären, der wir eigentlich sind. Wir werfen die Krusten der Konditionierung, Erziehung, Prägung und "Verbleiung" von uns ab, um uns für unser inneres Licht zu öffnen. Insofern birgt der Turm eine Aufgabe. Wenn es uns gelingt, den Turm zu transformieren, also unseren Geist (dargestellt durch die menschlich anmutenden Figuren auf dem Bild) über die Materie (der Turm im Bild) zu erheben, sind wir in der Lage, aufzusteigen und frei zwischen Taube (spiritueller Aufstieg) und Schlange (irdische Existenz) zu wählen. Diese Freiheit erspart uns das Schicksal der Figuren des Bildes, die in den Rachen des Leviathan gestürzt werden, und in den 7 Urängsten umkommen. (Angst vor der Zerstörung des Weltbildes, Angst vor Verlust, Verletzungsangst, Angst vor Erniedrigung, Eifersucht, Neid, Angst vor Erfolg) Den Turm überwinden, egal, an welcher Stelle des Decks er liegt, ist immer eine Herausforderung, die mit einem Aufstieg belohnt wird. Wer frei ist von Zweifel, den wird kein Gotteslästerer versuchen. Wer frei ist von Verlustängsten, der wird nicht bestohlen werden. Wer sich vor Verwundung, Schmerz und Leid nicht fürchtet, der wird all dies nicht erfahren. Wer keinen falschen Stolz hat, den wird man nicht beleidigen können. Wer aufrichtig liebt, kennt keine Eifersucht und auch keinen Neid, und er kann genießen, was er selbst aus sich heraus erschaffen hat. So ist der Turm kein unausweichliches "Gottesurteil", dem wir uns nur demütig fügen können, sondern er birgt eine echte Chance, durch Transformation zu einer höheren Ebene der Erkenntnis zu gelangen. Er führt uns an unsere Grenzen und darüber hinaus. Um ein Ding zu erfassen, muß man seine Grenzen kennen. Angemerkt sei noch, daß in dieser Karte zudem einige essentielle und tiefgehende mystische Informationen niedergelegt sind. Diese zu studieren, bedarf jedoch einiger magischer Vorbildung. |
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![]() Bellona schrei! Entferne die Hauben der Falken! Das Brüllen von Universen, die im Krieg aufeinanderprallen! |
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Pfad: Ph (27), reziproker Pfad zwischen Netzach (7) und Hod(8)
Göttername: ADNI (65,Adonai) Körperbezug: Muskelsystem |
Gematrisch korrespondente Begriffe: 80: Schatzkammer, Traum, Traumgesicht, Fundament, Priesteramt, vollenden, zusammenschließen, Stuhl, Wohnung, Zelt, Gier, umkreisen, beteuern 85: Boaz (hier das Fundament der Säule der Strenge am Lebensbaum: Hod), Becher, Kelche, aufregen, verwirren, verstören, aufreiben, antreiben (i.S.v.: bewegen),bedecken, heimlich halten, Mund, Befehl, Wortführer. Pfad des Sepher Yetzirah: "Bewegende Intelligenz" Turm(XVI), Tod(XIII) und Teufel(XV) bilden gemeinsam ein energetisches Dreieck in der einer aufrechten Triade am Baum des Lebens (mit Tiphareth als Spitze) und sollten bei der Interpretation in Bezug zueinander gesetzt werden. Treten diese drei im Deck gemeinsam auf, sollte dieses Trio genauerer Betrachtung unterzogen werden. |
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Zum Atu XVI passendes Bild: Der Preis der Existenz ist ewiger Kriegsdienst. Spreche ich als Ire, ziehe ich es vor, zu sagen:
Chockmah als männlich-initiierend Sephira berührt den Logos, die solare Schlange, welche hier stellvertretend für das Spermatozoon steht. Binah, die weibliche, aufnehmende Sephira berührt die Taube, welche den Ölbaumzweig im Schnabel trägt. Diese beiden Symbole beherbergen in sich noch eine alchemistische Bedeutung, wobei die Taube eine höhere Form des Raben aus Atu XIV darstellt. Chesed (Gnade) zeigt auf eine der herabstürzenden Figuren, welche in ihrer Form traditionell mehr oder weniger an das hebräische Aayin angelehnt sind (Aayin=Atu XV-Der Teufel) [2]. Tiphareth ist in dieser Karte der Angelpunkt des Geschehens. Wird diese Sephira in vielen anderen Karten auf die Geschlechtsorgane resp. den Unterleib gelegt, ist sie hier gleichsam der Punkt des Zusammenbruchs, über den der Turm fällt. Im Bezug zur phallischen Bedeutung der Karte ist dies durchaus sinnvoll. In Tiphareth tut sich das schwarze, allesverschlingendfe Loch auf, in das der Turm stürzt. Die gesamte Perspektive der Karte ist auf diesen Punkt ausgerichtet. Umhüllt wird der Turm im Hintergrund vom diamantenen Leib der Typhonschlange, die von Netzach, der feurigen Venus, berührt wird. Hod, die achte Sephira, zeigt auf den Eingang des Turmes, der noch unversehrt ist, jedoch seinem Schicksal, der Zerstörung, nicht zu entgehen vermag. In Yesod (Fundament) und Malkuth (Königreich) schließlich sehen wir den feurigen Atem aus dem Maul (Ph=Mund) des Gewundenen, der den Turm von den Grundfesten her erschüttert und das zerstörerische Werk der Trinität Shiva/Typhon/Leviathan vollendet. Im Liber 418, 4.Aethyr -PAZ, lesen wir: "Und das Auge seines Wohlwollens ist geschlossen. Möge es sich über dem Aethyr öffnen, damit die Gestrengen nicht gemildert werden, und das Haus fällt. Soll das Haus nicht fallen? Whrlich, alle Dinge sind in der Zerstörung verschluckt worden; und Chaos hat seinen Rachen geöffnet und das Universum zermalmt, so wie ein Bacchanal eine Weintraube zwischen den Zähnen zermalm. Soll Zerstörung denn nicht Zerstörung verscvhlingen, und Auflösung nicht Auflösung verwirren? Zwei und Zwanzig sind die Wohnhäuser des Hauses von meinem Vater, aber da kommt ein Ochse [Aleph/Swastika] der seine Stirne gegen das Haus richtet, und es wird fallen."
2) Taube und Schlange: Wie auch im Atu V-Hierophant tauchen hier Taube und Schlange auf und bilden eine Brücke zu Atu 0-Der Narr (siehe: Liber Legis I/57). Sie repräsentieren den Willen zum Leben (Schlange) und den Willen zum Sterben (Taube). Die Schlange ist Kraft und Leben, körperliche Liebe, während die Taube göttliche Liebe darstellt. "Anstatt daß er immer eine Sonne ist und sie ein Mond. Hier sehen wir eine Korrespondenz zwischen Atu XII-Der Tod und Atu XVI. Der Blitz zerstört den Turm des Lebens, unsere größte Festung, jedoch wird der Tod als eine Art von Hochzeit betrachtet. Der Vers korrespondiert mit dem Liber Legis: "Erschauere mit der Freude von Leben + Tod! Ah! Dein Tod soll lieblich sein: wer ihn sieht, soll glücklich sein. Dein Tod soll das Siegel des Versprechens sein für unsere ewige Liebe." (Liber Legis II/66) "Ah! Ah! Tod! Tod! du sollst dich nach dem Tod sehnen. Tod ist verboten, o Mensch, für dich." (Liber Legis II/73) 3) Phallische Symbolik des Turmes: Atu XVI birgt eine tiefgehende phallische Symbolik, die eng mit der spirituellen Kraftquelle des Menschen verwoben ist. Diese Symbolik taucht bei Crowley bekanntermaßen sehr häufig auf - zurecht. Der Turm weist auf die enge Verbindung von Ego und Libido hin. Die sexuelle Symbolik tritt deutlich hervor. In den Kommentaren der Holy Books of Thelema lesen wir: 4) Der HGA ("Holy Guardian Angel") - Hohepriesterin und Turm : Der heilige Schutzengel als Zerstörer des Egos tritt hier deutlich in den Vordergrund. Er ist derjenige, der sich der Macht des leviathanisch-zerstörerischen Kraftstromes bedient, um die Festungsmauern des Ego zum Einsturz zu bringen. Kalt und umbarmherzig erobert und besetzt der manifestierte wahre Wille die Inkarnation. Rücksichtslos bombardiert er die Festung Ego mit seinen Projektilen. Wenn diese Festung sturmreif geschossen ist, kommt es zu einer Verschmelzung von Individuum und HGA. Der Weg der Egoauflösung auf dem Pfad Gimel bedarf der vorherigen Zerstörung der äußeren, materiellen Kruste. So ist die erste Begegnung mit dem HGA auch von eher kriegerischer Natur.
Am Baum des Lebens bilden die Pfade 3, 25, 27 und 32 die Glyphe vom Schwert des Willens - THELEMA (Vergl. dazu Abbildung: As Der Schwerter). Auf Pfad 32 -Das Universum- strebt der Geist unter Auferbietung aller Gewalt nach Yesod, wo er gewissermaßen durch die erste Bewegung der dort schlummernden Kundalini wie der in Atu XIV -Kunst- dargestellte Pfeil emporschnellt. Mitten auf diesem Pfad kreuzt der Heilige Schutzengel (HGA) das erste Mal seinen Weg. Dieses Zusammentreffen erschüttert die materielle Existenz in den Grundfesten, da der HGA hier durch Krisen und Konflikte, also gewisse "Prüfungen", eine Analyse der geistigen Konsistenz vornimmt. Das erste Zusammentreffen mit dem HGA wird subjektiv oft als ein zerstörerischer Akt empfunden. Objektiv gesehen ist diese "Verfahrensweise" jedoch sinnvoll, da es sich bei der Verbindung mit dem HGA um eine lebensverändernde Vereinigung handelt. An diesem Punkt des Zusammentreffens ist es für den Suchenden noch möglich, quasi umzukehren und in seine alten Verhaltensmuster zurückzukehren. Überschreitet der Suchende freiwillig diese Barriere, so begibt er sich nach Durchschreiten der Sephira Tiphareth dann auf den Pfad Gimel. Dieser Pfad, der Karte Hohepriesterin zugeordnet, ist der Weg, auf dem die Vermählung des HGA mit dem Individuum stattfindet. Hier sind Tier und Mensch Eins, hier wird das Handeln allein vom Willen getragen. Auf diesem Pfad strebt das Bewußtsein auf nach Kether, um des allumfassenden Selbst-Gewahrseins teilhaftig zu werden. Die Verschmelzung kann nun, nachdem die "Störfelder" des Turmes überwunden und alle materiellen Verhaftungen aufgelöst sind, ihre Vollendung finden.
In den sog. "vitalen Triaden", einer kabbalistischen Aufschlüsselungsmethode der Trümpfe, repräsentiert der Turm in der Rubrik: Kinder des Horus "Das Gekrönte und Siegreiche Kind aus dem Schoß hervorkommend wie in A.L.P." (Quelle:Buch Thoth von A.Crowley, Urania 1989, S.278, siehe hierzu auch: XX- Das Aeon) Hieraus ergeben sich Korrespondenzen zu den Atu VI,XIX & XX, die im Hinblick auf die thelemische Auslegung des Thoth Tarot studiert werden sollten. Weiter lesen wir im Buch Thoth (S.255) in der Rubrik: allgemeine Merkmale der Atu: Im Liber 418, 21.Aetyhr - ASP, erscheint die Kraft des Turmes als Vision, in die Crowley völlig eintaucht; er schreibt [3]: "Nun besteht die Atmosphäre aus einem tiefen Nachtblau; und vermittels der Kraft dieser Atmosphäre entzünden sich die Säulen zu einem dunkel glühenden Karmesin, und der Thron ist in ein dunkles, rötliches Gold getaucht [a]. Und nun erklingen durch das Brummen hindurch glockenähnliche Töne und aus der Ferne ein Grollen wie das eines sich zusammenbrauenden Sturms.Und nun verstehe ich die Bedeutung des Grollens: Ich bin er, der vor dem Anfang war, und in meiner Einsamkeit schrie ich laut auf und sagte, laß mich mein Antlitz in die Wölbung des Abgrundes sehen [b]. Und ich schaute, und siehe! in der Dunkelheit des Abgrunds war mein Antlitz, das (einst) unsichtbar und rein gewesen, schwarz und leer und verzerrt [c]. Dann schloß ich mein Auge, um es nicht sehen zu müssen, und aus diesem Grund wurde es fest verschlossen. Nun steht es geschrieben, daß ein Blick meines Auges alles zerstören wird [d]. Und ich wage wegen der Widrigkeit der Vision nicht, mein Auge zu öffnen. Deshalb schaue ich mit diesen beiden Augen durch das ganze Äon [e]. Wird denn nicht ein einziger meiner Adepten zu mir kommen und mir meine Augenlider abtrennen, damit ich sehen kann und zerstören? [f]." Der Turm ist eine der "Hauskarten" des Ra Hoor Khuit. Vergleiche hierzu das Liber Legis: |
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Anmerkungen [1] Kriegsdienst entspricht YSVD, dem Fundament und "Fresse" bezieht sich auf Phe, "ein Mund". Crowley bezieht sich in dem Vers auf eine tatsächliche Begebenheit, von der berichtet wird, er habe so einem neugierigen Journalisten geantwortet. Der Inhalt des Abschnittes gibt die Wirkung des Atu XVI sehr gut in der materiellen Welt wieder. Crowley bezieht den Turm auf Regierungen, die sich nur kriegerisch beseitigen lassen. Hierzu sei weiterführend zitiert aus dem Romanzyklus "Der Wüstenplanet" von Frank Herbert (Bd.IV/S.344): "Die Strukturen monarchistischer und vergleichbarer Systeme enthalten eine wertvolle Botschaft für alle politischen Ordnungsprinzipien. Meine Erinnerungen versichern mir, daß Regierungen aller Couleur von dieser Botschaft profitieren können. Regierungen haben für die Regierten nur so lange einen Nutzen, wie die ihnen anhaftende Neigung zur Tyrannei in Grenzen bleibt. Abgesehen davon, daß sie im Rampenlicht stehen, haben Monarchien ein paar gute Züge, die beachtenswert sind. Sie können die Wasserköpfe und parasitären Charakteristika der Manager-Bürokratien beschneiden. Wenn es notwendig ist, können sie schnelle Entscheidungen treffen. Sie befriedigen ein uraltes menschliches Verlangen nach einer familiären (Stammes-/Feudal-)Hierarchie, in der jeder seinen Platz kennt. Und man schätzt es, seinen Platz zu kennen, selbst wenn man ihn nur zeitweilig innehat. Es schafft Unmut, wenn man irgendwo gegen seinen Willen festgehalten wird. Deswegen belehre ich euch über die Tyrannei auf die bestmögliche Weise: indem ich sie euch vorführe. Obwohl ihr diese Worte erst lesen werdet, nachdem Äonen vergangen sind, wird man meine Tyrannei nicht vergessen haben. Mein Goldener Pfad stellt dies sicher. Und jetzt, wo ihr meine Botschaft kennt, erwarte ich von euch, daß ihr äußerst vorsichtig zu Werke geht, wenn ihr Regierungen zur Macht verhelft."
Abb. links: 16-The Tower; Golden Dawn Version. [3] In den Kommentaren dazu vermerkt Crowley: |




Zahl: 80 & 85
Buchstabe: Phe (P, Ph) - "ein Mund" (dargestellt ist der geöffnete Mund, wobei das Jod die Zunge andeutet)
1) Der Lebensbaum: Auf der Position von Kether sehen wir hier das "Auge des Shiva", das zerstörerische Potential der Schöpfung. Seine Strahlen, das Licht der Schwarzen Sonne, berühren alle Sephiroth und durchdringen das gesamte Universum.
Crowley schreibt über den HGA:
5) Weitere Anmerkungen: Die Karte "Der Turm" wurde früher auch "Krieg" genannt und zeigt in der alten Version (Golden Dawn / Rider Waite) die "Zerstörung der Garnison" als Motiv. Hier treffen wir neben der spirituellen Bedeutung auch auf den politischen, gesellschaftlichen und global aktiven Turm, der bestehende Systeme durch Krieg zerstört. Religiöses und wirtschaftlich-soziales Chaos, Armageddon als Folge der Konsumgesellschaft, die ohne ethische Werte eine reine Beliebigkeitsexistenz ansteuert. Dieser Krieg, Anarchie, Zerstörung, berührt unsere innersten Urängste und damit den Überlebenstrieb. In dieser Krise zeigt der Mensch sein wahres und vollständiges Potential.
[2] Im Liber 418, 16. Aethyr -LEA schreibt Crowley dazu: "Denn der alte Turm ist vom Herrn des Feuers und des Blitzes zertrümmert worden. Und sie, die auf ihren Händen laufen, sollen den heiligen Ort erbauen. [a]. Gesegnet sind sie, die das Auge von Hoor auf den Zenith gerichtet haben, denn sie werden mit der Tatkraft des Ziegenbockes erfüllt sein [b].
