Tarot & Kabbalah
Thoth Tarot
Thoth Tarot Atu 17 Der Stern
Thoth Tarot Atu 17 Der Stern
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XVII - DER STERN
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![]() Mutter und Tochter, einander nicht fern, durch das FENSTER strahlt hell der Stern. |
Weite des Raumes, Grenzenlosigkeit, Milchstraße Farbe: Violett, Himmelblau, bläuliche Malvenfarbe, Weiß mit einem Hauch von Purpur Kurzbeschreibung: Hier sehen wir Nuit, die Herrin der Sterne, die Lady, welche Babalon ist, in manifestierter Form als rein, jungfräulich und die Wasser beherrschend. Sie ist das Fließen von Zeit und Raum und repräsentiert Venus: Liebe unter Willen. Atu XVII steht für tiefgehendes Verständnis spiritueller Zusammenhänge von großer persönlicher Tragweite, die Verbindung mit dem Alles-ist-Eins und den Zugang zu altem Wissen. Nuit verbindet uns mit dem gesamten Universum und zeigt uns visionär, zu was wir fähig sind. "Verwende all Deine Energie zur Kontrolle der Gedanken: verbrenne deine Gedanken wie der Phoenix." |
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Interpretation der Karte Auf der Karte sehen wir eine figürliche Abbildung der ägyptischen Nuit [1], der Herrin der Sterne und des Himmelsgewölbes. Sie ist die Braut des Gottes Geb, und in ihrer vereinigung erschaffen sie die Welt. Sie ist das Umgebende, die Weite des Alls. Diese Attribute werden dargestellt durch den Kartenhintergrund, in welchem links oben die siebenarmige Milchstraße angedeutet ist. Der Inhalt der Karte befindet sich im äußeren Randbereich der Galaxie, ebenso wie unser heimisches Sternensystem. Beim ersten Hinsehen erinnert die Gestalt der Nuit, die auch BABALON ist, etwas an den hebräischen Buchstaben Lamed (s. Atu VIII-Ausgleichung). Hier haben sich die Waagschalen in Kelche verwandelt, deren üppiger Inhalt ausgegossen wird. Die Haare Nuits reichen vom Himmel bis zu Erde, und ihre Gestalt reicht fast durch die gesamte Karte, was ihre allumfassende Größe unterstreicht. Der Planet hinter ihr stellt die Venus dar (angedeutet durch den Siebenstern als Hinweis auf die siebente Sephira Netzach, die der Venus zugehörig ist und deren Name Liebe bedeutet) und zeigt auf einen der wichtigsten Aspekte dieser Karte, die Liebe. Hier offenbart sich die Himmelsgöttin als oberste Instanz selbstloser Liebe, der Liebe unter Willen, wie sie im Liber Legis als Gesetz verkündet wird. Nuit/Babalon übergießt sich aus dem goldenen Kelch mit den Wassern des Lebens und der weisheit und gibt diese aus dem silbernen Kelch an die Welt weiter. Hierdurch erzeugt sie fruchtbares Leben, angedeutet durch die Schmetterlinge und die Rosen im unteren rechten Bereich der Karte. Die kristalinen Formen am unteren Rand der Karte sollen lt. Buch Thoth Wolken darstellen, die den Abyssos im Grenzbereich von Wasser und Land verbergen [2]. In der Legung gewährt uns Atu XVII eine tiefgehende Innenschau und die Kraft zu spiritueller Erkenntnis. Im Ego-Bezug deutet diese Karte auf eine Person, die zu großer, umfassender Liebe fähig ist. Sie ist in der Lage, ihre Selbstverliebtheit auf das gesamte Universum auszudehnen, ohne sich darin zu verlieren. Diese Person ist unter Umständen ein fähiges Medium. Als Ereignis begegnet uns hier in Form unerwarteter Erkenntnis Hilfe in Krisen und vertrackten Lebenslagen. Deutliche, klare Visionen ermöglichen eine Distanzierung von Problemen, so daß es zu einer Lösung kommen kann. Bei schlechter askepktierung hingegen kann derselbe Vorgang zu enormer Selbsttäuschung und erheblichen Fehlern in der Eigenbeurteilung führen. Dann ersetzt pure Träumerei die Vision und führt in eine Sackgasse. In der Partnerschaft ist der Stern ein liebender, hingebungsvoller Partner, dem sehr an der Erfüllung in der Beziehung gelegen ist. Fürsorglich und mitfühlend bemüht sich der Stern-Partner um das Objekt seiner Liebe in einer Intensität, die man als Partner mitunter bremsen muß, um einer Selbstaufopferung aktiv entgegenzuwirken. In der Sexualität ist die Hingabe an den Partner das bestimmende und erfüllende Element und sollte mit den nötigen Respekt in Liebe angenommen werden. Gesundheitlich besteht ein Bezug zu Kopf und Gesicht, diese Körperteile werden besonders gepflegt. Schwierigkeiten kann es möglicherweise mit arteriosklerotischen Zuständen und daraus resultierenden Schädigungen wie Schlaganfall oder Gehirnschlag geben. In Verbindung mit Karten wie Atu XVI-Der Turm kann diese Schädigung u.U. konkret angedeutet werden. Wenn diese Kombination in der Legung fällt, sollten sämtliche Risikofaktoren (Streß, Rauchen, Koffein u.a.) drastisch reduziert bzw. abgestellt werden. Finanzen: In pekuniäre Dinge ist Atu XVII nicht stark involviert. Sie steht zwar für steten Zufluß von finanziellen Mitteln, dieser erreicht jedoch keine ungeahnten Höhen. Was hereinkommt, wird gleich wieder ausgegeben, Reserven werden nicht gebildet. Dennoch steht Atu XVII für das Ergreifen der sich bietenden Chancen. Eine ideale Karte für Menschen, die im spirituellen Sektor ihr Einkommen erwirtschaften. Nuit taucht in Atu XX - Aeon wieder auf, doch dort nicht in personifizierter Form wie hier, sondern als der das Horuskind umgebende Himmelsraum, als explizit philosophisches Konzept und Gegenstück zu Hadit, welcher der Kern des Seins ist. Diese beiden - in der ägyptischen Mythologie dargestellt als Nut und Geb - sind die Erzeuger der Welt, und aus der Spannung zwischen ihnen zieht die materielle Welt ihre Dynamik. Wir begegnen der nackten Nuit wieder in Atu XXI-Universum als die Scharlachfrau, die den Kopf der schlange niedertritt. "Aber dies ist sie, die das Wasser des Lebens über ihrem Haupt ausgießt, von wo es herabfließt, um die Erde zu befruchten." Den interessierten Leser sei hier angeraten, den 28. Aethyr -BAG im Liber 418 ausführlich zu studieren; Crowley bezeichnet diesen in den Cefalu-Kommentaren ausdrücklich als "allgemein dem Atu XVII zugeordnet". Der darin sprechende Engel ist die Seele von Binah, welche sich in Atu XVII in manifestierter Form zeigt. |
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![]() Nuit, unsere Herrin der Sterne! Das Geschehen der Welt ist all dein Spiel, erhabenes Experiment! |
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Pfad: 15 v. ChKMH n. TIPhARTh
Götterbilder: Isis, Menthu, Athena, Shiva, Mars, Minerva, Körperbezug: Kopf und Gesicht |
Gematrisch korrespondente Begriffe: 5: Wolke(n), Dunst, Nebel, Wolkendecke, ja, Beute, Augenbraue, Erhöhung 10: langsames Vorgehen, allein, isoliert, hochgewachsen, Höhe, Hoheit, Hochmut, erhöhen, Majestät, fliegen, schweben, Fenster, Wolf, Busen Pfad des Sepher Yetzirah: "Konstitutive Intelligenz" In Atu XVII finden wir die Vereinigung von BABALON und NUIT |
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Die beiden unteren Triaden (Chesed / Geburah / Tiphareth und Netzach / Hod / Yesod) liegen auf dem Planeten Venus, der die Karte beherrscht. Tiphareth (die Sonne) liegt im Zentrum der Venus und berührt mit dem Rand den Schoß Nuits. Die Sephira Yesod (Fundament) berührt den Boden des silbernen Kelches, dessen Ausströmungswinkel Pfad 26 (Atu XV-Der Teufel) entspricht. Dieser Kelch bringt die Wasser des Lebens in die Welt. Malkuth schließlich liegt auf der Erde, die hinter den kristallinen Strukturen der Wolken verborgen liegt. Die Arme Nuits deuten eine rotierende Swastika an und umspannen in ihrem Radius den gesamten Lebensbaum mit Ausnahme von Malkuth. 2) Die Sterne: Auffällig ist hier die Beschreibung des Atu XVII im Liber 418 - The Vision and the Voice, dort scheint Crowley die Karte in Teilen anders zu sehen, als sie später abgebildet wird. Dies betrifft insbesondere den zentralen Stern.
Die Beschreibung des siebzehnten Schlüssels (s.Abb. oben) durch Regardie ist Atu XVII von Crowley sehr ähnlich: "Der große Stern inmitten des Himmels hat sieben Haupt- und vierzehn Nebenstrahlen, womit die mit der Triade multiplizierte Heptade versinnbildlicht wird. Insgesamt bilden sie die Zahl einundzwanzig — die Zahl des Gottesnamens Eheieh, der, wie Sie bereits wissen, Kether zugeordnet ist. Es ist Sirius, der Hundsstern, der Stern der Isis- Sothis der alten Ägypter. Um den großen Stern scharen sich die Sterne der sieben Planeten, ein jeder davon mit seiner siebenfachen, wechselwirkenden Kraft. Die nackte Frauengestalt mit dem Heptagrammstern auf der Stirn versinnbildlicht die Synthese der Isis, der Nephthys und der Hathor. Sie symbolisiert auch den Planeten Venus, durch dessen Sphäre Cheseds Einfluß herniedergeht. Sie ist Aima, Binah, Tebunah, die Große Himmlische Mutter Aima Elohirn, die auf Erden die Wasser der Schöpfung dahinströmen läßt, die Wasser, die zusammenströmen und zu ihren Füßen einen Fluß bilden, der vom erhabenen Eden ausgeht, der immerdar dahinströmt und nimmer versiegt. Man beachte, daß die Frauengestalt in diesem Schlüssel völlig entkleidet ist, wohingegen die Frau im einundzwanzigsten Schlüssel nur zum Teil entblößt ist. Die beiden Urnen enthalten den Einfluß von Chokmah und Binah. Auf der rechten Seite entspringt der Baum des Lebens, auf der linken Seite der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse, auf dem der Vogel des Hermes landet. Deshalb symbolisiert dieser Schlüssel die nach der Gestaltlosigkeit, Leere und Finsternis wiedererneuerte Welt, den Neuen Adam, das Angesicht des Menschen, das zum Tierkreiszeichen des Wassermanns gehört. Deswegen symbolisiert das Sternengekräusel auf diesem Zeichen gleichsam Wasserwellen — die kleinen Wellen dieses Flusses, die sich von Eden aus weiter ausbreiten —, wobei es jedoch zutreffend der Luft zugeordnet ist und nicht dem Wasser, da es das Firmament ist, das die Wasser teilt und einfaßt. Das magische Motto dieses Schlüssels ist Tochter des Firmaments, Zwischen den Wassern Wohnende."
3) He-Der Stern-Wassermann: Atu XVII-Der Stern ist eine Schlüsselkarte des Thoth Decks, welche eine bahnbrechende Neuerung brachte. War der Austausch der Karten VIII-Ausgleichung und XI-Lust mittels der Logik des Möbius-Bandes (siehe Atu IV-Der Kaiser) bereits im Golden Dawn Orden Usus, so entstand dadurch doch ein gewisses Ungleichgewicht im Zodiak. Erst, als Crowley das Liber Legis empfing, tauchte darin eine Anweisung auf, die der G.°.D.°. Praktik ein entsprechendes Dependant entgegenstellte: "All diese alten Buchstaben meines Buches sind richtig, jedoch Tzaddi ist nicht der Stern." Ein interessanter Aspekt der Vertauschung von Atu IV und Atu XVII findet sich in einer phonetisch-mystischen Korrespondenz des ägyptischen Wortes BA. Crowley, der durch Aiwass im Liber Legis angewiesen wurde, Tzaddi / Widder (vormals zu Atu XVII-Der Stern zugehörig) auszutauschen, wechselte ihn gegen He / Wassermann (vormals zu Atu IV-Der Kaiser zugehörig) aus. Daß diese Vertauschung nicht ganz sinn- und bezugslos erfolgte, sehen wir hier:
Betrachten wir also nun Aiwass, den Übermittler des Liber Legis, als "höheres Selbst" von Crowley, so könnte es sich bei der Inspiration zum Austausch um eine Nachricht aus dem tiefsten Unterbewußten von Crowley gehandelt haben mit dem Hinweis, die Karte XVII zum Gegengewicht der bis dato geläufigen Vertauschung zu machen. Die Niederschrift im Buch des Gesetzes könnte also eine Manifestation dieser Inspiration bedeuten. Das würde bedeuten, daß Crowley sich möglicherweise schon längere Zeit mit der Vertauschungsproblematik befasst hatte, und daß Vers I/57 ihm dann die erforderliche Initialzündung/Idee gab, das Problem zu lösen. Diese These kratzt zwar etwas an der göttlichen Herkunft des Liber Legis, untermauert jedoch durchaus Crowleys kabbalistische Genialität, die er zweifelsohne besaß. Mit dem Hinweis auf Atu XVII und den Komplex Stern/Ba/Widder/Tzaddi war es ihm möglich, den Möbius-Effekt zu verdoppeln und das zodiakale Gleichgewicht der Zuordnungen wiederherzustellen.
4) NUIT - BABALON: "Had! The manifestation of Nuit." - Als Aleister Crowley das Liber Legis von Aiwass diktiert bekam, begann am 08. April 1904 um 12 Uhr mittags ein neues Zeitalter in der Geschichte der Menschheit. An diesem und den beiden darauf folgenden Tagen wurden die drei Kapitel des Liber Legis niedergeschrieben, von denen das erste der Himmelgöttin Nuit zugeordnet ist, die hierin ihre Thesen und Gesetze für das Horus Aeon verkündet. Auf einige der Verse wollen wir hier in Bezug auf Atu XVII-Der Stern näher eingehen. "Jeder Mann und jede Frau ist ein Stern" NUIT/BABALON ist die Personifizierung der ekstatischen Hingabe. Gleich zu Beginn des Liber Legis wird der Leser mit der Tatsache der Gleichheit aller wesen konfrontiert, denn in jedem Menschen ist dieselbe spirituelle Kraftquelle wirksam, die sich in ihrer Intensität tatsächlich mit Sternen vergleichen läßt. Zwar gibt es auch hier weiße Zwerge, rote Riesen und dunkle Pulsare, aber alle miteinander strahlen und erfüllen den unendlichen Raum mit Energie. Die Botschaft lautet: Die Menschen sind so verschieden, wie die unendlichen Zahlen und die unendliche Menge von Sternen am Nachthimmel. Jeder dieser Sterne ist etwas Besonderes, auch Du. Sterne sind etwas wunderschönes. Und auch Du bist etwas Wunderschönes, Du mußt Dich einmal selbst sehen! Du bist genauso wunderbar, wie einer der vielen Sterne am Himmel. Dein Herz leuchtet und ist voller Wärme und Kraft. So wie die Herzen aller Menschen, egal, wer oder was sie sind. "Kommt heraus, o Kinder, unter die Sterne und nehmt euch eure Erfüllung der Liebe. Ich bin erhaben über euch und in euch. Meine Ekstase ist in eurer. Meine Freude ist es, eure Freude zu sehen." Nuit mahnt uns, die Ekstase des Seins nicht zu unterdrücken, sondern voll auszuleben. Sie sagt Dir: Du sollst dich nirgends verstecken. Du sollst stolz sein auf das, was Du bist. Und die Sachen, die Dir wirklich am Herzen liegen, sollst du lieben, egal, was andere dazu sagen. Du bist ein ganz besonderer Mensch, und das, was durch mich in Dir ist, ist etwas Wundervolles und Schönes. Und es gehört Dir allein, niemand kann es Dir wegnehmen. "Nun, darum bin ich dir bekannt unter meinem Namen Nuit und ihm unter einem geheimen Namen, den ich ihm geben werde, wenn er mich erkennt. Da ich die Unendlichkeit des Raums bin und die Unendlichkeit der Sterne darin, tut ihr es auch auf diese Weise. Bindet nichts! Laßt da keinen Unterschied sein zwischen irgendeinem Ding + irgendeinem anderen Ding: dadurch kommt Schmerz." Nuit läßt hier durchblicken, daß sie auch eine andere Seite hat (geheimer Name), nämlich die der BABALON, der heiligen Hure, welche sich um der Ekstase willen hingibt. Als BABALON ist sie interessiert daran, ihre Lust zu steigern, ohne einen qualitativen Unterschied zu machen. Das Ziel ist für sie die Auflösung der Materie in spiritueller Verzückung. BABALON als Avatar Binahs liegt über dem Abyssos, dort, wo völlige bewertungs- und unterschiedslosigkeit herrscht. Die reine Freude in der Berührung des göttlichen, weltfernen All-Eins ist ihr einziges Ziel. Und sie regt uns an, sich durch diese Verzückung anstecken zu lassen. Sich an der Existenz des anderen rein und vorurteilslos zu erfreuen, das ist das Höchste der Gefühle, nicht vergleichbar mit jedem materiellen Ding oder Besitz. "Aber mich zu lieben ist besser als alle Dinge: wenn du unter den Sternen der Nacht in der Wüste darbietend meinen Weihrauch vor mir verbrennst, mich mit reinem Herzen anrufend, und die Schlange strahlt darin, sollst du ein wenig in meinem Schoß liegen. Für einen Kuß wirst du dann willens sein, alles zu geben aber wer nur ein Fünkchen Staub gibt, soll in dieser Stunde alles verlieren. Ihr könnt Güter sammeln und eine Fülle an Frauen und Gewürzen; ihr werdet kostbare Juwelen tragen; ihr werdet die Länder der Erde übertreffen in Pracht und Stolz; aber immer unter meiner Liebe, und so sollt ihr kommen zu meiner Freude. Ich fordere ernsthaft von euch, vor mich hinzutreten in einem einzelnen Gewand und bedeckt mit reichem Kopfschmuck. Ich liebe euch! Es verlangt mich nach euch! Blaß oder Purpurn, verhüllt oder üppig, ich, die ich alles Vergnügen und Purpur bin und die Trunkenheit der innersten Empfindung, verlange nach euch. Legt die Schwingen an und erweckt die gewundene Herrlichkeit in euch: kommet zu mir!"
In der lustvollen, sexuell-ekstatischen Vereinigung erleben wir einen kleinen Vorgeschmack auf eine Bewußtseinsform, die wir zu erreichen in der Lage sind, wenn es uns gelingt, unser magisches Sternenlicht in unserem Wesen zu entzünden, wenn die Flamme Hadits in uns lodert. Dieses Bewußtsein, das erwachte Selbst, ist der ewige Teil in uns, das, was den Tod des Fleisches überdauert und uns letztlich unsterblich werden läßt. Nuit/Babalon läßt uns wissen, daß aller Besitz vergänglich ist, daß die Bindung an Materie zur Verhaftung in derselben führt und den Weg zum endgültigen Tod bedeutet, während die Konzentration auf das Wesentliche, das SEIN um des Seins Willen, uns den Weg in immerwährende Freude an der Existenz ebnet. Dies ist gewissermaßen der Weg zurück ins Paradies. Wenn die Schlange im Herzen strahlt -Hadit entflammt- und wir unsere Selbstwahrnehmung an die Kundalini-Kraft gekoppelt haben, können wir dem Rad des Karma, der Bindung zur Materie, entfliehen und eine höhere Ebene des Seins erreichen, die erfüllt ist von Freude. Die Antwort auf die Frage: Warum bin ich? ist irrelevant geworden, wir fragen uns lediglich: Wozu bin ich? Dies erfordert jedoch die intensive Erfahrung, daß jegliche materielle Anhaftung an unser Bewußtsein uns an die Erde -Malkuth von Assiah- bindet und uns den Aufstieg schwer bis unmöglich macht. Wir müssen frei von allem sein, ählich wie im Orgasmus, nur das eine Ziel fokussierend, die Überwindung der Welt, um zu dem Stern zu werden, als dessen Existenz unser Wesen eigentlich gedacht ist. Dies ist die größte und schwerste Aufgabe, welche wir als menschliche Wesen zu bewältigen haben, und die Möglichkeiten, auf diesem Weg zu straucheln, sind unzählig. "... wer nur ein Fünkchen Staub gibt, soll in dieser Stunde alles verlieren." |
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Anmerkungen [1] Im Buch Thoth (S.117 und 118) wird Nuit mit th am Ende geschrieben. Diese Schreibweise ist im thelemitischen sowie ägyptologischen Kontext eher ungewöhnlich, zumal sie im Liber Legis nur mit t geschrieben wird. Möglicherweise handelt es sich um einen Lektorats- oder Druckfehler. In diesem Zusammenhang sei noch auf einen weiteren Druckfehler hingewiesen, der sinnentstellend wirkt. Auf Seite 118, 3. Abschnitt, steht: "Denn Babalon ist noch eine weitere Verkörperung der ursprünglichen Idee von Nuith; sie ist das Scharlachweiß, die heilige Hure [...]" Das ist natürlich Unsinn, denn Scharlachweiß gibt es nicht. Richtig müßte es an der Stelle heißen: Scharlachweib. Dies gilt für alle den Autoren vorliegenden Exemplare (6. und 10. Auflage 1989 und 2001) [2] Nicht ganz klar ist, warum im Buch Thoth (S. 118) an dieser Stelle die Wasser Binahs als maskulin bezeichnet werden: "Dieses Wasser ist das Wasser des Großen Sees von Binah [...] Denn der Große See [...]". Üblicherweise wird Binah in der kabbalistischen Beschreibung als "die Große See" bezeichnet i.S.v.: Meer, Ozean. Unter Umständen könnte es sich dabei um einen simplen Übersetzungsfehler handeln. [3] Crowleys Kommentare zum 6.Aethyr: [4] Möglicherweise finden wir hier ein weiteres Indiz für die Gründe des heftigen Streits, der zwischen Crowley und Waite entflammte, und in dem Crowley des Plagiats bezichtigt wurde. Die Darstellung der Sterne im Thoth Deck jedenfalls lehnen Crowley und Harris dann später am G.°.D.°. Deck an. Da Waite sicherlich schon vor 1909 an seinen Entwürfen gearbeitet hat, liegt der Schluß nahe, daß diese seinem Ordensbruder Crowley bekannt gewesen sein dürften, als er in die algerische Wüste aufbrach, um seine Visionen zu empfangen. Möglicherweise führte er sogar ein Waite Deck mit sich (wir haben dies schon an anderer Stelle vermutet). Aus dem späteren Streit mag dann der Umstand resultieren, daß Crowley wieder zum Siebenstern zurückkehrte, allerdings wird auch die Verbindung Nuit-Babalon hier hineinspielen, welche vielleicht erst nach 1909 deutlicher hervortrat, denn zu etwa diesem Zeitpunkt tauchte auch das Liber Legis wieder auf, das einige Zeit in der Versenkung verschwunden war. Diese Spekulationen werfen natürlich ein Licht auf das Liber 418, welches geeignet ist, diese kabbalistische Schrift ein wenig zu entmystifizieren. |
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Zahl: 5, 10
Buchstabe: He (H, HH)
1) Der Lebensbaum: Zwischen Kether und Chockmah liegt der Pfad Alef, über den sich die Wasser (von Crowley als Milch, Oel und Blut bezeichnet -Buch Thoth-) nach unten ergießen. Beide Sephiroth berühren den Rand des Kelches. Er ist golden, also männlicher Natur, während der andere Kelch silbern und weiblicher Natur ist. Die Wasser im goldenen Kelch sind verwirbelt und bewegen sich spiralförmig. Die des silbernen Kelches hingegen sind geradliniger in der Bewegung. Der Weg, den das Wasser nimmt und die Blickrichtung Nuits sind exakt am Winkel von Pfad 15 -He- ausgerichtet.
Über Binah schwebt der Stern von Babalon in der Weite des Alls. Dieser Stern ist auch das Ordenssiegel des Argenteum Astrum, welchen Crowley als die Große Weiße Bruderschaft bezeichnete. Die Errichtung und Stärkung dieser Bruderschaft war für Crowley eine seiner Lebensaufgaben. Er inkorporierte sämtliche Vereinigungen, denen er vorstand, in den A.°.A.°., um einen spirituellen Verbund von großer ätherischer Stärke zu manifestieren.
Crowley schreibt im Liber 418 [3], 6.Aethyr-MAZ [a]: "[...] und über mir erscheint der sternenbesäte Himmel [b] der Nacht, und ein Stern darin ist größer als all die anderen Sterne. Es ist ein achtstrahliger Stern. Ich erkenne ihn als den Stern im siebzehnten Schlüssel des Tarot, als den Stern von Merkur. Und das Licht davon kommt aus dem Pfad Aleph. Und der Buchstabe Cheth ist ebenfalls in die Interpretation dieses Sterns miteinbezogen, und die Pfade von He und Vau sind die Scheiden, die dieser Stern vereint [c]. Und im Herzen des Sterns befindet sich ein überwältigender Glanz - ein auf dem Monde stehender Gott, strahlend jenseits aller Vorstellungskraft [d]. Es ist wie die Vision des universalen Quecksilbers. Aber dies ist der verfestigte Quecksilber, und He und Vau sind das vervollkommneteSchwefel und Salz. Nun aber bin ich in das Zentrum der Wirrnis gelangt, ein wirbelnder Staub aus Sternen und großen vergessenen Göttern. Die wirbelnde Swastika ist es, die all diese Dinge auswirft, denn die Swastika ist in ihrer Form und Zahl nach Aleph [e], durch die Haltung der Arme des Magiers ist sie Beth [f], und sie ist auch Gimel [g] wegen des Zeichens der trauernden Isis, und somit wird die Krone von diesen drei Donnerkeilen verteidigt. Ist nicht drei mal Siebzehn Einundfünzig, das heißt Fehlschlag und Schmerz? Nun bin ich von dieser schwarzen Swastika mit einer Krone aus Feuer um sie herum ausgeschlossen [...]"
Ba als Begriff (durch den menschenköpfigen Ba-Vogel symbolisiert) steht jedoch auch für die Seele. Die Ägypter benannten drei unterschiedliche Seelenteile: BA (Die göttliche Seele) KA (die menschliche Schöpfungskraft) und ACH (der geistige, jenseitige Teil). Ein sehr alter ägyptischer Volksglaube sagt, dass die Sterne am Leibe der Nut die "Ba´s der Toten" sind. Auch die Vorstellung, das die Toten am Busen der Nut genährt werden, ist geläufig. Tatsächlich haben die Ägypter bereits in sehr früher Zeit die Phonetische Gleichheit so benutzt, das auch der Widder die Rolle eines Ba einnehmen konnte. So wurde der Widder von Mendes als Ba des Osiris oder Ba des Ptah verehrt. 
Nun wird BABALON schon etwas konkreter. In ihrem Namen vereinigen sich Nuit als prinzipielle Form höchster Ekstase und das Scharlachweib, die heilige Hure, als Manifestation der Begierde.

