Tarot & Kabbalah
Thoth Tarot
Thoth Tarot Atu 21 Das Universum
Thoth Tarot Atu 21 Das Universum
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XXI - DAS UNIVERSUM
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![]() Das goldene KREUZ, die Rose darin, Der erschlagene Gott ist ein Beginn. |
Vollendung, Ausdauer, Geduld Farbe: Indigo, Schwarz, Blau-Schwarz, Schwarz gestreift mit Blau Kurzbeschreibung: Diese Karte können wir als eine perfekte Glyphe des vollendeten Großen Werkes betrachten. Trotz der Widrigkeiten, die durch den Saturn-Einfluß zutagetreten, erreichen wir unser Ziel und kreieren unsere eigene, vom freien Willen bestimmte Welt. Die Zeiten der Prüfungen sind nun an einem Ende und unsere selbstgeschaffene Welt beginnt, sich zu materialisieren. Geduld, Durchhaltevermögen und Weitsicht zahlen sich jetzt aus, und materielle Ergebnisse zeichnen sich ab. Geistige Reife, magisches Wissen und ein tiefgehendes spirituelles Verständnis, erwachsen aus einem reichhaltigen Erfahrungsschatz, treten an die Stelle von Hoffnung, Halluzination und Einbildung. |
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Interpretation der Karte Wir sehen in Atu XXI-Das Universum eine Karte, die aus ihrem Mittelpunkt heraus in alle Richtungen emaniert. Sie ist vorwiegend in erdigen Farbtönen gehalten. Im Zentrum finden wir ein schemenhaftes Gebilde, das an eine bool´sche Figur erinnert und die lebendigen Trinitäten i.S.e. Triskelis symbolisiert. Außerdem sind in diesem inneren Bereich Symbole wie Kreis und Quadrat angedeutet. Darum herum ist ein Sternenkreis gezeigt, dessen maelstromartige Gitterzeichnung auf ein rotierendes System verweist, z.B. eine Galaxie. Im Zentrum-Vordergrund der Karte sehen wir eine junge Frau, die im wilden Tanz ihrer Lust den Kopf der großen Schlange niedertritt. Auch das Auge des Shiva aus Atu XVI-Der Turm taucht hier wieder auf. Aus dem Hauptstrahl des Lichtes, welches das Auge verströmt, wird die Typhonschlange geboren, welche vom Scharlachweib unterworfen wird. Die Frau zeigt mit ihrem Finger in Richtung auf das Auge als Zeichen, daß sie es erkannt hat als das, was es ist: die gewaltige kosmische Schöpfungskraft von Kether, deren Pole wir mit Schöpfung und Zerstörung benennen. In der anderen hält sie einen mondförmigen Gegenstand, bei des es sich offensichtlich um die Klinge einer Sense bze. Sichel handelt, welche ebenfalls aus dem Auge kommt und als Zeichen saturnischer Kraft interpretiert werden darf. Diese Elemente liegen in einer Ellipse, die in ihrer Form und Ausführung an eine Vagina erinnert. Gebildet wird diese Ellipse lt. Crowley aus der Überschneidung von 72 Kreisen, welche die Fünfheiten des Zodiak und das Shemhamphorash [1] symbolisieren. Mehr zum Thema Shemhamphorash im Glossarium. In den Vier Ecken der Karte sehen wir dann die Cherubim, die Repräsentaten der vier Elemente, diese stoßen ihren Atem in insgesamt 10 Strahlen aus. Sie sind ebenso angebracht wie in Atu V-Hierophant, nun jedoch sind sie in Aktion, nicht (wie im Hierophanten) in Ruhe, was bedeutet, daß hier aktive elementare Schöpfungsakte laufen. Die phallische Zuordnung zu Atu XXI kommt vom Buchstaben Thau/ThV, der dieser Karte zugeordnet ist und einen Phallus/das mystische Kreuz symbolisiert. Die Buchstaben Vau ("Nagel" / Atu V) und Thau ("Kreuz" / Atu XXI) ergänzen sich im Hebräischen zu ThV -"Ein Kreuz". Crowley merkt im Buch Thoth (S.126) an: "Der Buchstabe Tau bedeutet 'Das Zeichen des Kreuzes', d.h., der Ausdehnung; und diese Erweiterung wird als vierfältig symbolisiert, weil sie für den Aufbau des sich drehenden Tetragrammaton-Symbols geeignet ist." (siehe hierzu Glossarium: Tetragrammaton) In der Legung ist Atu XXI eine Karte der Vollendung und des Durchhaltevermögens. Im Ego-Bezug treffen wir hier auf einen Menschen, der weltoffen, kosmopolitisch und gebildet ist und welcher Herr über seine Entscheidungen und Kräfte ist. Als Ereignis ist es hier die Frage an sich, die sich in den Mittelpunkt der Deutung rückt. Was hat zur Fragestellung geführt, wozu wird das Deck befragt? Eine Sache wird nun endlich zuendegebracht, wenn auch nicht unbedingt innerhalb des vorgesehenen Zeitplanes. XXI - Das Universum weist darauf hin, daß es u.U. äußerst nützlich sein kann, sich in prekären Situationen eines Dickschädels zu bedienen, und quasi mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, da sich die Hindernisse und Widrigkeiten hier im höchsten Grad der Manifestation befinden. Hier hat es keinen Zweck, Aus- und Umwege zu suchen, hier muß man durch. Der Erfolg muß gezwungen werden. Als Ergebniskarte ist XXI ausgesprochen positiv in der Legung. In der Partnerschaft sehen wir hier einen selbstbestimmten und absolut zuverlässigen Partner, den Fels in der Brandung einer Partnerschaft. Dieser Partner ist der Ankerpunkt und ruhende Pol der Beziehung, er ist bereit, für den Bestand der Partnerschaft zu kämpfen, wenn es nötig ist. Gleichwohl eigensinnig und schwer zu verwandeln/manipulieren, beweist der XXI-Partner zu den ausdauerndsten und durchhaltefähigsten Beziehungspartnern. Seine Geduld mit dem Spirenzchen des/der Geliebten ist übernatürlich groß. Die Sexualität mit diesem Partner dürfte ausdauernd und glücklich sein, da er stets um das Wohl des anderen bemüht ist, um den Akt zur Vollendung zu bringen. Gesundheitlich weist Atu XXI hauptsächlich auf das Verdauungs- und Ausscheidungssystem hin. In ungünstiger Aspektierung kann es hier auf Problematiken hinweisen (Nieren / Darm). Aus den kabbalistischen Korrespondenzen ergibt sich weiterhin ein Bezug zur Arteriosklerose, was bedeutet, daß in der Positionierung "Gesundheit" bei einer Legung auch hierauf ein Augenmerk zu richten ist. Hierbei sind gesundheitliche Risikofaktoren (Rauchen / Alkohol / fettes Essen) ein zentrales Thema. Finanzen: Hier zeigt sich ein dickköpfiger Charakter. Finanzielle Schwierigkeiten werden durch Beharrlichkeit und hartnäckiges am-Ball-bleiben überbrückt und letztlich aufgelöst. Hierbei kann es zwar stets zu Verzögerungen kommen, diese jedoch sind keine unüberwindlichen Hindernisse. Ein klares Finanzkonzept mit fest definiertem Aktionsrahmen bringt hier langfristig den gewünschten Erfolg. Der Kreis der 22 Atu ist nun geschlossen. In diesem Ring liegt die gesamte spirituelle Wucht des gesamten Tarot verborgen. In diesem Sinne sind die Hof- und Zahlkarten als eine sinnvolle divinatorische Ergänzung des ursprünglichen Tarot anzusehen. Das erste Buch mit 22 Siegeln ist der analytische Teil, welcher extrem in die Person geht, während das zweite Buch mit den 56 Siegeln von eher allgemeiner Natur ist. Aus diesem Grund werden die 22 Atu als die großen Arkana bezeichnet. In dieser Karte ist das Neue Äon, das des Horus, schlußendlich manifestiert. Im Ring der Äonen ist dies der Scheidepunkt, der Wechsel zum nächsten Äon. Bezogen auf unsere Welt markiert diese Karte den Zeitraum um ca. 4000 n. Chr., wenn das Horusäon vollzogen ist und der Wechsel in das Äon der Ma´at ansteht. Wenn -wie es geschrieben steht- das Gesetz von Thelema ("Tue was Du willst") für alle realisiert ist, dann ist die Welt bereit, sich aus der Schöpfungskraft ihrer selbst heraus stets neu zu erschaffen. "Betrachte die Zeit und alle Gegebenheiten von Ereignissen als Diener Deines Willens, dazu bestimmt, Dir das Universum i Form Deines Planes vorzustellen" Der Narr hat sein Ziel erreicht und seine Kräfte zu voller Entfaltung gebracht. Nun ist er in Kenntnis seines wahren Wesens und beschreitet den Weg der Götter als Schöpfer seines eigenen Universums. Sein Geist ist erwacht und sein Wille ist sein Führer geworden. Er verrichtet seine Tätigkeiten in Liebe und mit festem Ziel vor Augen und er ist bereit, sich selbst als Teil eines großen Ganzen zu begreifen. So verläßt er nun die menschliche Ebene und schickt sich an, ein Gott unter Göttern zu werden, ein Stern unter Sternen. "Der Blinde Webster [2] |
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![]() Nichts wird zu Allem und verwirklicht so seine Spann´ des Nichts, O vollkommenes Universum des Pan. |
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Pfad: 32 v. YSVD n. MALKVTh
Göttername: Adonai Ha-Aretz Körperbezug: Ausscheidungssystem |
Gematrisch korrespondente Begriffe: 400: niederdrücken, Zauberin, Zauberer, Zauberei, unfruchtbar, verständig, Frauen, Ernte, Zweig, Jahre, zwei, vergießen, wegschütten, Sack, Schenkel 406: kommen, bringen, Ateh("Du"), Schenkel, Bein, Keule(b.Tieren), Straße Pfad des Sepher Yetzirah: "Administrative Intelligenz" Der Buchstabe Thau ist auch ein Synonym für den erigierten Phallus. |
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"Der Narr stellt die aus dem Negativen hervortretende Manifestation dar; diese Manifestation ist das Universum, sein vollendet Ziel, bereit, zum Anfang zurückzukehren. Die zwischen diesen zwei Karten befindlichen zwanzig Karten offenbaren das große Werk und seine wirkenden Kräfte (Mittel) in verschiedenen Stufen. In diesem Sinne entspricht das Abbild des Universums dem eines jungfräulichen Mädchens, dem letzten Buchstaben der Tetragrammaton-Formel."
Atu XXI - Universum ist der Schluß der Kette der Ereignisse des alten Buches, welches Tahuti im Liber Legis erwähnte: Das Thoth Tarot Deck in seiner ursprünglichen Form. Hier endet die spirituelle Reise des Narren, und sogleich beginnt sie im nächsten Level aufs Neue. Die Buchstaben A (Aleph/Narr) und Th (Thau/Universum) bilden das hebräische Wort ATh, was Essenz/Sein bedeutet. Mit Erreichen dieser Karte sind alle Landmarken abgeschritten, die Schatten der Vergangenheit wurden aufgelöst, Konditionierungen aufgebrochen, getrennte Seelenteile wurden vereint. Das alte und heilige Alphabeth der Hebräer geleitet uns auf dem Pfad zur Weisheit und eröffnet uns die Mysterien des verborgenen, unberührten Wissens.
Kether liegt hier am oberen Punkt der Vesica, während Malkuth den unteren Punkt einnimmt. Vom Pfad 11 (Aleph-Der Narr) aus strömt das Licht aus dem Auge Shivas direkt nach Da´ath hinab, was die Zerstörungskraft dieses Lichtes auf Choronzon, den großen Lügner und Verführer richtet. Der Finger der linken Hand der Frau zeigt auf Kether. Das Auge Shivas berührt sowohl Kether als auch Chockmah, was auf einen kontrollierten schöpferischen Akt hindeutet. Chockmah und Binah berühren zwei der vier Cherubim, und zwar Chockmah/Mensch und Binah/Adler. Die beiden anderen Cherubim haben in dieser Projektion keine Verbindung zum Lebensbaum. Durch ihre Stellung und Funktionals die vier Elemente begrenzen und stabilisieren sie das materielle Gefüge des Kosmos. Chesed, Geburah, Netzach und Hod berühren den Sternenkranz, wobei sie mehr im Innern liegen. Chockmah und Binah berühren diesen Ring auch, jedoch von außen. Ein ähnliches Bild ergibt sich in Atu XIV, XIX und XX. Tiphareth berührt hier wieder einmal dem Schoß der Hauptperson im Bild, über den sich hier die Schlange windet. Diese Schlange, entstanden in Da´ath, windet sich entlang der mittleren Säule herab bis nach Yesod. Hier trifft der Fuß der ekstatisch tanzenden Jungfrau auf den Kopf der Schlange. Diese Geste der Unterwerfung zeigt, daß die Frau, das Scharlachweib und End-He des Tetragrammaton, die Schlangenkraft beherrscht und zu lenken vermag. Dies ist BABALON im Moment ihrer größten Kraftentfaltung.
Weitere Hinweise auf Korrespondenzen zum Lebensbaum finden sich in Crowleys Beschreibung des Atu XXI im Buch Thoth (S.128/129), wo der Lebensbaum etwas diffus als vom Zentrum ausgehend beschrieben wird: Eine korrekte Zuordnung der Sephiroth des Baumes zu den Bildelementen ist nur schwer zu bestimmen, jedoch i.S.d. oben Zitierten sei dieser Versuch -frei assoziiert- wie folgt unternommen, wobei die Zuordnungen hier anhand von Form-, Farb- und Zahlenkorrespondenzen, sowie Begriffsassoziationen bestimmt wurden: 1 = Die Triskelis (Kether als Beherrscher der Trinitäten); 2 = Der Sternenring (Fixsterne); 3 = Blauer Hintergrund der Vesica (nach Crowley); Abyssos = Auge / Übergang des Lichtes in die Schlange (die "Sprengkraft"); 4 = Die 4 Cherubim (korrespondiert über Chesed=4); 5 = Die Schlange (Die manifestierte Zerstzörungskraft aus dem Abyssos); 6 = Die Frau (zentrale Position, goldene Farbe); 7 = Die rechte Begrenzung der Vesica; 8 = Die linke Begrenzung der Vesica; 9 = Die Sichel; 10 = Grüner Kreis (nach Crowley). 2) Saturn/Erde: Atu XXI ist sowohl Saturn als auch der Erde zugeordnet, er repräsentiert die Verdichtung in der Materie. Das Buch Sohar sagt: "Und das Sinken geschieht um des Steigens willen". Der Abstieg in die Materie ist also nötig, um den nächsten Zyklus in Gang zu setzen. Sowohl dem Saturn als auch der Erde werden folgende Eigenschaften zugewiesen: Schwere, Kälte, Trockenheit, Unbeweglichkeit, Trägheit, Starre. Diese Eigenschaften sind es, welche die Karte mit der Qualität des Durchhaltens trotz Widrigkeiten anreichern. Im Buch Thoth (S.127) schreibt Crowley: "Da das Ende den Anfang gebären muß, kann man aus gutem Grunde im Sinne einer Analogie folgern, daß die Symbolik nachfolgen wird; deshalb wird die Schwärze, entsprechend einer gewissen lang verborgenen Tradition, auch der Sonne zugeordnet. Einer der schocks für die Bewerber um die 'Mysterien' war die Offenbarung: 'Osiris ist ein schwarzer Gott'. Saturn ist somit maskulin; er ist der alte Gott, der Gott der Fruchtbarkeit, die Sonne im Süden; gleichermaßen jedoch die große See, die große Mutter; und der Buchstabe Tau im Lebensbaum erscheint als eine Ausströmung des Mondes von Yesod, das Fundament des Baumes und Repräsentant der reproduktiven Prozesse und des Gleichgewichts zwischen Wandel und Beständigkeit, oder besser ihrer Gleichartigkeit. Die Influenz des Pfades steigt auf die Erde herab, Malkuth, die Tochter. Hier taucht wiederum die Lehre auf, 'die Tochter auf den Thron der Mutter zu setzen'."
3) Das Auge Shivas: In Atu XXI finden wir, wie bereits in Atu XVI-Der Turm, die Symbolik des Auges wieder. Während im Atu XVI die zerstörerische Gewalt in sechsundzwanzig Strahlen unkontrolliert freigesetzt wird, erlebt diese Kraft in Atu XXI eine Transformation, sie ist in zehn Strahlen zu sehen. Hier wird die Kraft des Auges zur Typhon-Schlange. Diese Kräfte, die in Pfad 11, dem ersten Pfad materieller Manifestation, ensthehen, zielen direkt auf die Position Da´ath (Sephrira 11). Dort ist der Wohnsitz von Choronzon, den ewigen Zweifler, der die Fundamente der Welt erzittern läßt und in den Grundfesten erschüttert. Er stellt die Konzepte in Frage, erschafft Hindernisse, Widrigkeiten und Hemmnisse. In Da´ath verwandelt er den Lichtstrahl aus dem Auge Shivas in die Typhon-Schlange, welche ihm zum Werkzeug der Destruktion gereichen soll. Ziel dieser Angriffe ist das Endergebnis der Schöpfung, die materielle Welt. Die Schlange jedoch kann ihr zerstörerisches Werk nicht verrichten, da sie von der Frau im spielerischen Tanz überwunden und niedergeworfen wird. "O Licht! Komm du, der du mit mir vereint bist, um den Kopf des Drachen zu zertreten."
Regardie meint zu der Frau, die auch im Golden Dawn Deck vorkommt: "Sie ist die Braut der Apokalypse; im Sinne der Kabbala ist sie die Königin der Lobgesänge, sie ist die Isis der Ägypter, sie ist aber auch der große weibliche cherubinische Engel Sandalphon zur Linken des Gnadensitzes der Arche." (I.Regardie; "Das magische system des Golden Dawn" Bd.1 Verlag Hermann Bauer, Fr.i.Br. 1987) |
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Anmerkungen
[2] Im kommentar zum Buch der Lügen(Liber333) lesen wir zu diesem Kapitel:
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Zahl: 400, 406
Buchstabe: Thau (Th, ThW)
1) Der Lebensbaum: Interessant ist hier, daß trotz des vom Zentrum der Karte aus emanierenden Bildaufbaus der Lebensbaum sich auch vertikal als Glyphe auf das Bild anwenden läßt.
Unten auf der Karte in Malkuth sehen wir die Andeutung eines Gebäudes, die Crowley im Buch Thoth (S. 128) wie folgt erläutert: "Im Zentrum des unteren Teils der Karte ist der Grundentwurf zur Errichtung des Hauses der Materie dargestellt. Es zeigt die zweiundneunzig bekannten chemischen Elemente, ihrem Rang in der Hierarchie entsprechend angeordnet." Dieses Periodensystem ist heute nicht mehr gültig, da es z.T. erheblich erweitert wurde. Das Ornament mag somit als generelles, nicht als spezifisches Symbol gedeutet werden. 1940 wurden die Ordnungszahlen >93(Neptunium) eingeführt. Es scheint, als habe Crowley vor Erscheinen des Thoth Tarot Decks dieses Detail nicht weiter überprüft. [3]
"Im Zentrum leitet ein Rad die Form des Lebensbaumes ein, es zeigt die zehn hauptsächlichen Körper des Sonnensystems. Dieser Baum ist nicht sichtbar, außer für jene, die vollkommen reinen Herzens sind.
4) Die Frau und die Schlange: In Atu XXI finden wir das BABALON-Motiv aus Atu XI wieder, jedoch in einer jungfräulicheren Form. Hier repräsentiert sie das End-He des Tetragrammaton, die Tochter, die auf den Thron der Mutter erhoben wird, um den Alten neu zu beleben, sprich: einen neuen Zyklus in Gang zu bringen. Hier begegnet uns wieder das Bild der befriedigten, mit der Macht Thelemas erfüllten Frau des neuen Äons. In ihrer jugendlichen Ausprägung ist sie willens und fähig, am Schöpfungsakte des nächsten Zyklus teilzuhaben (Vergl. hierzu: Atu V,VIII,XI,XIV,XVII). Mit spielerischer Leichtigkeit erhebt sie sich zur Herrscherin über die Elemente und unterwirft sogar die Typhonschlange, deren Kopf sie zu Boden tritt. Mit einer unglaublichen Leichtigkeit fängt sie die schwingende Saturnsichel ab. Einmal mehr tritt hier das weibliche magische Prinzip als aktives Schöpfungsprinzip in den Vordergrund, was eine Neuerung gegenüber dem vergangenen Äon bedeutet. Im Liber 418 beschreibt Crowley diese Frau enthusiastisch in einer Vision (9.Aethyr -ZIP): "[...] Und dieser Palast ist nichts als der Leib einer Frau, stolz und zart und jenseits aller Vorstellungskraft schön. Ein Kind von zwölf Jahren ist sie. Sie hat sehr tiefe Augenlider und lange Wimpern.Ihre Augen sind geschlossen, oder jedenfalls beinahe geschlossen. Es ist ganz unmöglich, irgendetwas über sie zu sagen. Sie ist nackt; ihr ganzer Körper ist mit feinen Härchen aus Gold bedeckt, die elektrische Flammen sind, die die Speere von mächtigen und schrecklichen Engeln sind, deren Brustharnische wiederum die Schuppen ihrer Haut sind. Und ihr Kopfhaar, das hinunter zu ihren Füßen fließt
[vergl. hierzu: Atu XI-Lust], ist das wahrhaftige Licht von Gott selbst. [...] Und der Ring des Horizonts um sie herum ist eine Schar glorreicher Erzengel, die sich stehend an den Händen halten und singen: Dies ist die Tochter von BABALON der Schönen, die sie dem Vater von allen geboren hat. Und für alle hat sie sie geboren. Dies ist des Königs Tochter. Dies ist die Unschuld der Ewigkeit. Dies ist sie, die der Heilige dem Riesen Zeit entrungen hat, und der Preis für sie, die den Raum überwunden haben. Dies ist sie, die auf den Thron des Verständnisses gesetzt ist. Heilig, Heilig, Heilig ist ihr Name, der nicht ausgesprochen werden darf unter den Menschen. [...]"
[1] Shemhamphorash oder der 72fältige Name Gottes: Schreibt man drei Verse des Exodus 14 gegenläufig untereinander, so erhält man senkrecht gelesen 72 Engelnamen, das sog. Shemhamphorash oder den großen Namen Gottes. Dieser Name ist heilig und darf nicht ausgesprochen werden (Weiter hierzu: Siehe Glossarium). Die Idee, die 72 als Zahl zu manifestieren geht möglicherweise auf das Golden Dawn Deck zurück. Hier trug der letzte Trumpf ebenfalls die Nummer 21 und den Namen Universum (Waite übernahm diese Bezeichnung nicht, er verwendete die Bezeichnung Welt für seinen Atu XXI). Auf der von Mathers gestalteten Karte sehen wir 12 Kreise (Zodiak), welche auf ein Kette mit 72 Perlen aufgezogen sind.
[3] Das Periodensystem, auf welches sich Crowley in dieser Aussage beruft, ist ähnlich dem von Max Pettenkofer (1818-1901). John Alexander Newlands (1838-1898) und Alexandre Chancourtois (1820-1866) hatten solche Ordnungssysteme ebenfalls entwickelt; wir können sie als Vorläufer der modernen Periodensysteme ansehen. Das von Crowley genannte Buch The Bases Of Modern Science wurde 1928 erstmals in London verlegt (Benn Ltd.). In der Chemiegeschichte aber gibt man weltweit dem Russen Dimitri Mendelejew (1834-1907) die Ehre, das erste Periodensystem der Elemente aufgestellt zu haben. Die Ehre kommt ihm deshalb zu, weil er sich mutig über allerlei Ungereimtheiten hinwegsetzte und noch mutiger forderte, es müsse noch unentdeckte Elemente (Germanium, Gallium und Scandium) geben, weil er in seinem System Lücken ausmachte und er könne auch ungefähr sagen, welche Eigenschaften die elementaren Stoffe und welche Formeln entsprechender Verbindungen dieser Elemente haben würden. Als tatsächlich Stoffe hergestellt wurden, die ziemlich genau auf seine Voraussagen von 1869 passten, war der Ruhm für Mendelejew natürlich gesichert. Es war der Däne Nils Bohr (1885-1962), der als erster mit seiner Theorie des Atombaus zugleich die von Mendelejew im Prinzip schon gefundenen Struktur des Periodensystems deuten konnte. Seitdem stellt das Periodensystem der Elemente nicht nur das gängige Ordnungssystem für die Fülle der Stoffe dar, sondern darüber hinaus auch das Bildungsgesetz für die einzelnen Atomsorten. Mittlerweile umfasst das Periodensystem 118 Elemente, in der erweiterten Fassung reichen die Ordnungszahlen bis 220 (dies ist ebenfalls die Anzahl der Verse des Liber Legis).

