Tarot & Kabbalah
Thoth Tarot
Der Saturn im Thoth Tarot
Der Saturn im Thoth Tarot


Sein ist das geheime Feuer, die merkurische Kraft der Weiterentwicklung durch Generationenbildung, er trägt unter seinem Mantel das wahre Geheimnis der Unsterblichkeit verborgen.
Mit seiner Laterne leuchtet er den folgenden Generationen den Weg und führt uns durch das Feld ans Licht, wo uns das orphische Ei erwartet.
Er ist ein zurückgezogener, stiller Typus, der jedoch über enormes Wissen verfügt. Er besticht nicht durch sein Äußeres oder resolutes, heldenhaftes Auftreten, sondern durch Beharrlichkeit und Kompetenz. Er ist einer, der in unentdecktes Land vorausgeht, der dunkle Wege beschreitet und sie für andere gangbar macht. Der Eremit ist ein weiser, gebildeter Mensch, der neuen Thesen und Theorien stets aufgeschlossen gegenübertritt. Er durchschaut jede List und Tücke umgehend und ist in der Lage, sein erarbeitetes Wissen auch zu vermitteln. Oft wendet er sich ab vom sog. Mainstream, und geht einen individuellen Weg.
Die Karte ist generell dem Thema "Fruchtbarkeit" gewidmet, der zugehörige Buchstabe des hebräischen Alphabets Jod stellt eine samenzelle dar. Inmitten eines voll-ährigen Weizenfeldes steht der Eremit, sein Körper bildet die Form des Jod (IVD), dessen leckende Flammenzunge der grafische Ursprung des hebräischen Alphabethes ist, aus dem Jod werden alle anderen Buchstaben gebildet. Das Jod, der verborgene Phallus, erwächst im Schoß von Binah zu voller Größe, darum trägt der Eremit einen Mantel in der Farbe Binahs. In der Linken hält der Einsiedler eine Laterne, in der die Sonne strahlt und den Weg leuchtet. Im Gegensatz zum Rest der Figur ist die Hand deutlich zu erkennen, was mit dem Buchstaben Jod ("geschlossene Hand") korrespondiert. Vor ihm teilen sich die Garben des Getreides und geben den Blick frei auf das sog. Orphische Ei (hier in der Farbe des Eremiten: grün-gelblich), das uns schon in den Atu I (geflügeltes Ei, die Schlange ist um die Fesseln des Magiers gewunden) und Atu VI (mit sich erhebender Schlange) begegnet ist. Der Eremit scheint dem Ei zuzustreben. Das Licht in seiner Hand leuchtet nicht zum Ei hin, sondern beleuchtet den Weg derer, die ihm nachfolgen. Sein Stab hat die Form eines Spermiums, und der Alte wird begleitet vom Höllenhund Zerberus, was den Jungfrau/Erde/Hades Komplex andeutet (siehe weiter unten, Auszug aus dem Buch Thoth). 7 Lichtstrahlen [2] kreuzen sich im Licht der Sonne, ein achter (im oberen Bereich der Karte) ist lediglich eine Reflektion, siehe hierzu die Metapher zum "achten Kopf" in Liber 418, 25.Aethyr -VTI-.
Liber 333, Kap. 10: Garnwindenstroh
"Der Abyss der Halluzinationen hat Gesetz und Vernunft; doch in Wahrheit gibt es kein Band zwischen den Spielzeugen der Götter. Diese Vernunft und dieses Gesetz sind das Band der Großen Lüge. Wahrheit! Wahrheit! Wahrheit! schreit der Herr des Abyss der Halluzinationen. Es gibt kein Schweigen in diesem Abyss: denn alles, was Menschen Schweigen nennen, ist seine Rede. Dieser Abyss wird auch 'Hölle' oder 'Die Vielen' genannt. Sein Name unter den Menschen ist 'Bewußtsein' und 'Das Universum'. Doch DAS, was weder schweigt noch spricht, erfreut sich daran."
In seinem Kommentar schreibt Crowley: "Jod ist der verborgene Phallus im Gegensatz zum Thau, dem erigierten Phallus. Dieses Kapitel sollte im Lichte dessen studiert werden, was in 'Aha' und im 'Temple of Solomon the King' über den Verstand gesagt wird. Das Universum ist wahnsinnig, das Gesetz von Ursache und Wirkung ist eine Illusion, jedenfalls scheint es so im Abyss, welcher so mit dem Bewußtsein, dem vielem und beidem, identifiziert wird; aber darin ist eine geheime Einheit, welche sich erfreut; diese Einheit steht weit über jeder Vorstellung."

Der Tod (Atu XII) - Zunächst muß gesagt werden, daß Atu XII -ungeachtet seiner zodiakalen Zuordnung zum Skorpion, in dem Mars herrscht, eine gewisses saturnisches Flair besitzt. Gezeigt wird hier der Schnitter, der unbemäntelte Sensenmann, der als eine Ikone dem Saturn zuzuordnen ist. Die Härte und Unerbittlichkeit des Hüters der Schwelle ist eine Eigenschaft, die dem Wirken des Atu XIII ebenfalls innewohnt. Auf der Karte sehen wir als bestimmendes Objekt den Gevatter Tod, welcher im Tanz des Werden und Vergehens die Sense schwingt. Man sollte nun nicht darangehen, das Wirkungsspektrum dieser Karte auf den rein physischen Vorgang des Sterbens zu reduzieren, denn dieser Wandel erstreckt sich auf alle Ebenen des Seins.
"Im Tod ist Leben - Jetzt und immer war es so."
-Liber Pennae Praenumbra-
Der Tod im Atu XIII trägt eine Götterkrone, die Krone des zerteilten und wiederauferstandenen Gottes Osiris, welcher den Tod überwand. Mit seiner Sense wirbelt er die Wasser des Lebens auf, und wirkt damit aktiv der Stagnation entgegen, indem er neue Möglichkeiten schafft. Aus den Wirbeln enstehen neue, nebulöse Gestalten, die den Kreislauf des Lebens von neuem beginnen.
Als weitere Bildelemente sehen wir den Fisch, der zum einen über den Buchstaben NVN mit der Karte korrespondiert und zum anderen auf Kulte hindeutet, die mit dem Reinkarnationsgedanken arbeiten. Ebenso die Schlange, welche auch das männliche Prinzip symbolisiert.
In der Legung Ist Atu XIII eine Karte der Wandlung.

Das Universum (AWtu XXI) Wir sehen in Atu XXI-Das Universum eine Karte, die aus ihrem Mittelpunkt heraus in alle Richtungen emaniert. Sie ist vorwiegend in erdigen Farbtönen gehalten. Im Zentrum finden wir ein schemenhaftes Gebilde, das an eine bool´sche Figur erinnert und die lebendigen Trinitäten i.S.e. Triskelis symbolisiert. Außerdem sind in diesem inneren Bereich Symbole wie Kreis und Quadrat angedeutet. Darum herum ist ein Sternenkreis gezeigt, dessen maelstromartige Gitterzeichnung auf ein rotierendes System verweist, z.B. eine Galaxie.
Im Zentrum-Vordergrund der Karte sehen wir eine junge Frau, die im wilden Tanz ihrer Lust den Kopf der großen Schlange niedertritt. Auch das Auge des Shiva aus Atu XVI-Der Turm taucht hier wieder auf. Aus dem Hauptstrahl des Lichtes, welches das Auge verströmt, wird die Typhonschlange geboren, welche vom Scharlachweib unterworfen wird. Die Frau zeigt mit ihrem Finger in Richtung auf das Auge als Zeichen, daß sie es erkannt hat als das, was es ist: die gewaltige kosmische Schöpfungskraft von Kether, deren Pole wir mit Schöpfung und Zerstörung benennen. In der anderen hält sie einen mondförmigen Gegenstand, bei des es sich offensichtlich um die Klinge einer Sense bze. Sichel handelt, welche ebenfalls aus dem Auge kommt und als Zeichen saturnischer Kraft interpretiert werden darf.
Diese Elemente liegen in einer Ellipse, die in ihrer Form und Ausführung an eine Vagina erinnert. Gebildet wird diese Ellipse lt. Crowley aus der Überschneidung von 72 Kreisen, welche die Fünfheiten des Zodiak und das Shemhamphorash symbolisieren. Mehr zum Thema Shemhamphorash im Glossarium.
In den Vier Ecken der Karte sehen wir dann die Cherubim, die Repräsentaten der vier Elemente, diese stoßen ihren Atem in insgesamt 10 Strahlen aus. Sie sind ebenso angebracht wie in Atu V-Hierophant, nun jedoch sind sie in Aktion, nicht (wie im Hierophanten) in Ruhe, was bedeutet, daß hier aktive elementare Schöpfungsakte laufen.
Die phallische Zuordnung zu Atu XXI kommt vom Buchstaben Thau/ThV, der dieser Karte zugeordnet ist und einen Phallus/das mystische Kreuz symbolisiert. Die Buchstaben Vau ("Nagel" / Atu V) und Thau ("Kreuz" / Atu XXI) ergänzen sich im Hebräischen zu ThV -"Ein Kreuz". Crowley merkt im Buch Thoth (S.126) an: "Der Buchstabe Tau bedeutet 'Das Zeichen des Kreuzes', d.h., der Ausdehnung; und diese Erweiterung wird als vierfältig symbolisiert, weil sie für den Aufbau des sich drehenden Tetragrammaton-Symbols geeignet ist." (siehe hierzu Glossarium: Tetragrammaton)
In der Legung ist Atu XXI eine Karte der Vollendung und des Durchhaltevermögens.
Atu XXI - Universum ist der Schluß der Kette der Ereignisse des alten Buches, welches Tahuti im Liber Legis erwähnte: Das Thoth Tarot Deck in seiner ursprünglichen Form. Hier endet die spirituelle Reise des Narren, und sogleich beginnt sie im nächsten Level aufs Neue. Die Buchstaben A (Aleph/Narr) und Th (Thau/Universum) bilden das hebräische Wort ATh, was Essenz/Sein bedeutet.
Mit Erreichen dieser Karte sind alle Landmarken abgeschritten, die Schatten der Vergangenheit wurden aufgelöst, Konditionierungen aufgebrochen, getrennte Seelenteile wurden vereint. Das alte und heilige Alphabeth der Hebräer geleitet uns auf dem Pfad zur Weisheit und eröffnet uns die Mysterien des verborgenen, unberührten Wissens.
Atu XXI ist sowohl Saturn als auch der Erde zugeordnet, er repräsentiert die Verdichtung in der Materie. Das Buch Sohar sagt: "Und das Sinken geschieht um des Steigens willen". Der Abstieg in die Materie ist also nötig, um den nächsten Zyklus in Gang zu setzen. Sowohl dem Saturn als auch der Erde werden folgende Eigenschaften zugewiesen: Schwere, Kälte, Trockenheit, Unbeweglichkeit, Trägheit, Starre. Diese Eigenschaften sind es, welche die Karte mit der Qualität des Durchhaltens trotz Widrigkeiten anreichern.
Im Buch Thoth (S.127) schreibt Crowley: "Da das Ende den Anfang gebären muß, kann man aus gutem Grunde im Sinne einer Analogie folgern, daß die Symbolik nachfolgen wird; deshalb wird die Schwärze, entsprechend einer gewissen lang verborgenen Tradition, auch der Sonne zugeordnet. Einer der schocks für die Bewerber um die 'Mysterien' war die Offenbarung: 'Osiris ist ein schwarzer Gott'. Saturn ist somit maskulin; er ist der alte Gott, der Gott der Fruchtbarkeit, die Sonne im Süden; gleichermaßen jedoch die große See, die große Mutter; und der Buchstabe Tau im Lebensbaum erscheint als eine Ausströmung des Mondes von Yesod, das Fundament des Baumes und Repräsentant der reproduktiven Prozesse und des Gleichgewichts zwischen Wandel und Beständigkeit, oder besser ihrer Gleichartigkeit. Die Influenz des Pfades steigt auf die Erde herab, Malkuth, die Tochter. Hier taucht wiederum die Lehre auf, 'die Tochter auf den Thron der Mutter zu setzen'."

Die Karte steht auch mit dem Einfluß des Saturn im Zeichen Schütze in Beziehung. Hier besteht die größte Antipathie. Schütze ist spirituell, schnell, leicht, ausweichend und leuchtend; Saturn ist materiell, langsam, schwer, eigensinnig und dunkel. [...] Die gesamte Karte deutet auf Unterdrückung und Einschränkung hin. Es handelt sich um eine dumme und halsstarrige Grausamkeit, von der es kein Entkommen gibt.
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Binah, die große Mutter, herrscht hier über den Bereich der Luft. [...] Binah ist hier nicht die wohltätige Mutter, welche die Dreiheit mit Kether vervollständigt. Sie repräsentiert die Dunkelheit der großen See. Dies wird durch die himmlische Herrschaft des Saturn im Zeichen Waagte hervorgehoben.Diese Karte ist dunkel und schwer, sie stellt sozusagen den Schoß des Chaos dar. [...] Heimlichkeit, Geheimnis und Perversion ist hier wirksam.
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