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Thelema
Was ist Thelema?
Sklaven sollen dienen!
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Sklaven sollen dienen!
Sklaven sollen dienen!
Yea! deem not of change: ye shall be as ye are, & not other. Therefore the kings of the earth shall be Kings for ever: the slaves shall serve. [II/58]
(Ja! denkt nicht an Veränderung: ihr sollt sein, wie ihr seid, & nicht anders. Darum sollen die Könige der Erde Könige sein für immer: die Sklaven sollen dienen.) Möglicherweise gibt es keinen anderen Vers im Liber L. vel Legis, der so missverstanden oder auch bewusst missinterpretiert wird wie dieser, und zwar kurioserweise von Befürwortern und Gegnern in derselben Art und Weise, die eigentlich nur den Schluss zulässt, dass auch der übermäßige Konsum von Sandalenfilmen der Gesundheit abträglich sein kann. Grundsätzlich - Ein Thelemit kann keine Dienste eines "Sklaven" annehmen, weil es für ihn, dem Gesetz Thelema folgend, nur Sterne gibt. Ein Sklave ist per Definition und per historischer Praxis Eigentum eines anderen Menschen und ein Stern kann keinen anderen Stern "besitzen". Zum Verständnis sei zunächst ein wenig Liber-L.-Exegese gestattet. Das LavL besteht aus drei Teilen, in denen drei universelle, im Menschen und außerhalb seiner Physis wirkende Prinzipien in poetisch-metaphorischer Form dargestellt und drei Gottheiten zugeordnet werden. Als erstes Prinzip wird durch Nuit, die Himmelsgöttin, die mit ihren Füßen und Händen den Boden berührt, das Prinzip der Liebe und die Betrachtung des Universums dargestellt. Das dritte Prinzip schließlich verweist mit Ra-Hoor-Khuit als dem Gott des Neuen Äons und von Thelema, der identisch mit Horus, dem Sohn von Isis und Osiris, ist. Er steht für das Prinzip der Tat und stellt die sichtbare Welt dar und die Möglichkeiten, in ihr zu bestehen, dar, er ist damit der aktive Part in diesem Trio, der die Möglichkeiten, der ersten beiden Prinzipien umsetzt. Als zweites. Prinzip stellt durch Hadit das Komplement von Nuit das Wissen und den Willen dar, was sich in der strengeren Sprache seines Kapitels äußert. Hadit führt sich in I/6 mit den Worten ein: I am the flame that burns in every heart of man, and in the core of every star. I am Life, and the giver of Life, yet therefore is the knowledge of me the knowledge of death. (Ich bin die Flamme, die im Herzen jedes Menschen brennt, und im Kern jedes Sterns. Ich bin das Leben, und der Geber des Lebens, gleichwohl ist dieses Wissen von mir das Wissen vom Tod.) Mit dieser Metapher wird das Wirken Hadits in den Kern jeden Sterns verwiesen, in den Bereich des rationalen und emotionalen Verstehens und eben nicht in den Bereich sozialer Interaktion, was aber erforderlich wäre, wenn man die Metapher vom Sklaven in II/58 so wörtlich nimmt, als hätte man gerade eine Schmonzette a la "Quo vadis" geguckt. Aleister Crowley hat sich dazu im Liber II - Die Botschaft des Meisters Therion im Kapitel 1 - Über die Freiheit – geäußert. Er beginnt mit der oben schon zitierten Aufforderung Ich bitte euch, erforscht euch aufs Genaueste und analysiert eure innersten Gedanken. und fährt fort: Danach suchet das Minimum der täglichen Zeit, welche wirklich als Ruhe für euer natürliches Leben notwendig ist. Die übrige Zeit sollt ihr den wahren Mitteln eurer Vollendung widmen ... Ihr werdet sehr bald zu der Einsicht kommen, dass ein solches Leben wahre Freiheit ist. Ablenkungen von eurem Willen werdet ihr als das empfinden, was sie sind. Nicht länger werden sie angenehm und anziehend erscheinen, sondern als Fesseln, als Schande. Und wenn ihr diesen Punkt erreicht habt, so wisset, dass ihr das mittlere Tor dieses Weges durchschritten habt. Denn ihr werdet euren Willen zur Einheit gebracht haben ... Zuerst ist es schwierig, sich an Aufmerksamkeit zu gewöhnen. Wenn du ausharrst, wirst du periodisch krampfhafte Ablenkungen haben. Der Verstand selbst wird dich angreifen und sagen: Wie kann eine so starke Bindung der Pfad der Freiheit sein? Harre aus. Bisher hast du die Freiheit noch nicht gekannt. Sind die Versuchungen überwunden, die Stimme des Verstandes zum Schweigen gebracht, dann wird deine Seele ungehindert vorwärts stürmen auf ihrer erwählten Bahn, und zum erstenmale wirst du das unbändige Entzücken erfahren, Herr deines Selbstes zu sein und damit des Universums. Ist dies ganz erreicht, sitzest du sicher im Sattel, dann kannst du auch jene Zerstreuungen genießen, die dich zuerst ergötzten und dann verdrossen. Von nun an werden sie nichts derartiges mehr tun; denn sie sind deine Sklaven und Spielzeuge. Sowohl der Sklave als auch der König sind selbstbezüglich beschreibende Aspekte eines Menschen als Individuum, sprich eines Sterns, und Mensch kann Sklave seiner Süchte, Konditionierungen, seines Beliebens und seiner Begierden sein – kurz Sklave all dessen, was seinen Willen ut libera beeinträchtigt. Ein lebensnahes Beispiel: Ein Mensch ist Alkoholiker und Raucher. In all den Jahren, in denen er Alkohol konsumiert hat, war er Sklave, und zwar ausschließlich der seiner Sucht. Sie hat ihn "besessen", er hat ihr gehorcht und de facto für sie gelebt. Als er es vor, sagen wir mal 10 Jahren schaffte, sich aus diesem Abhängigkeitsverhältnis nachhaltig und dauerhaft zu befreien, wurde er König. Jetzt ist er zwar immer noch Alkoholiker, aber die Sucht besitzt ihn nicht mehr, sondern er kontrolliert sie, er "besitzt" sie de facto und in praxi. Als Raucher ist er nach wie vor Sklave seiner Sucht und der entsprechenden Konditionierungen. Er dient seiner Sucht, wenn er sich eine Kippe anzündet. Aber das ist seine Sucht und damit sein selbstinduziertes Sklavensein, weil es sich nur und ausschließlich auf ihn und seine Sucht bezieht und weil es nur und ausschließlich in seiner Hand liegt, das zu beenden. Für jeden anderen Stern ist das vollkommen irrelevant und es leiten sich keinerlei Konditionen für ihre Interaktion daraus ab, sofern seine Eigenschaft als Suchtsklave den anderen nicht in seinem Sternsein tangiert, er ihm also z.B. nicht gegen seinen Willen die Bude vollqualmt. Ich habe mitunter den Eindruck, dass denjenigen, die meinen, die Metapher vom Sklaven in II/58 wörtlich nehmen zu müssen, die Interpretation über das selbstinduzierte Sklavensein zu unspektakulär und zu trivial ist. Für die sogenannten Weltanschauungsbeauftragten mag das angehen, eine Schlagzeile in der Art "Gemein! Brutal! Thelema ist gegen Sucht und Konditionierung!" ist in der Tat nicht wirklich aufregend, da macht die angebliche Versklavung von Menschen natürlich mehr her, zumal es den Herrschaften in erster Linie auch um die Rechtfertigung ihrer Arbeitsplätze, sofern man das so nennen kann, geht. Allen anderen sei gesagt, dass es nicht gerade von Lebenserfahrung, aber umso mehr von Ignoranz und Dummheit zeugt, den Kampf gegen die eigenen Süchte, Konditionierungen und Begierden für trivial zu halten.
(Ja! denkt nicht an Veränderung: ihr sollt sein, wie ihr seid, & nicht anders. Darum sollen die Könige der Erde Könige sein für immer: die Sklaven sollen dienen.) Möglicherweise gibt es keinen anderen Vers im Liber L. vel Legis, der so missverstanden oder auch bewusst missinterpretiert wird wie dieser, und zwar kurioserweise von Befürwortern und Gegnern in derselben Art und Weise, die eigentlich nur den Schluss zulässt, dass auch der übermäßige Konsum von Sandalenfilmen der Gesundheit abträglich sein kann. Grundsätzlich - Ein Thelemit kann keine Dienste eines "Sklaven" annehmen, weil es für ihn, dem Gesetz Thelema folgend, nur Sterne gibt. Ein Sklave ist per Definition und per historischer Praxis Eigentum eines anderen Menschen und ein Stern kann keinen anderen Stern "besitzen". Zum Verständnis sei zunächst ein wenig Liber-L.-Exegese gestattet. Das LavL besteht aus drei Teilen, in denen drei universelle, im Menschen und außerhalb seiner Physis wirkende Prinzipien in poetisch-metaphorischer Form dargestellt und drei Gottheiten zugeordnet werden. Als erstes Prinzip wird durch Nuit, die Himmelsgöttin, die mit ihren Füßen und Händen den Boden berührt, das Prinzip der Liebe und die Betrachtung des Universums dargestellt. Das dritte Prinzip schließlich verweist mit Ra-Hoor-Khuit als dem Gott des Neuen Äons und von Thelema, der identisch mit Horus, dem Sohn von Isis und Osiris, ist. Er steht für das Prinzip der Tat und stellt die sichtbare Welt dar und die Möglichkeiten, in ihr zu bestehen, dar, er ist damit der aktive Part in diesem Trio, der die Möglichkeiten, der ersten beiden Prinzipien umsetzt. Als zweites. Prinzip stellt durch Hadit das Komplement von Nuit das Wissen und den Willen dar, was sich in der strengeren Sprache seines Kapitels äußert. Hadit führt sich in I/6 mit den Worten ein: I am the flame that burns in every heart of man, and in the core of every star. I am Life, and the giver of Life, yet therefore is the knowledge of me the knowledge of death. (Ich bin die Flamme, die im Herzen jedes Menschen brennt, und im Kern jedes Sterns. Ich bin das Leben, und der Geber des Lebens, gleichwohl ist dieses Wissen von mir das Wissen vom Tod.) Mit dieser Metapher wird das Wirken Hadits in den Kern jeden Sterns verwiesen, in den Bereich des rationalen und emotionalen Verstehens und eben nicht in den Bereich sozialer Interaktion, was aber erforderlich wäre, wenn man die Metapher vom Sklaven in II/58 so wörtlich nimmt, als hätte man gerade eine Schmonzette a la "Quo vadis" geguckt. Aleister Crowley hat sich dazu im Liber II - Die Botschaft des Meisters Therion im Kapitel 1 - Über die Freiheit – geäußert. Er beginnt mit der oben schon zitierten Aufforderung Ich bitte euch, erforscht euch aufs Genaueste und analysiert eure innersten Gedanken. und fährt fort: Danach suchet das Minimum der täglichen Zeit, welche wirklich als Ruhe für euer natürliches Leben notwendig ist. Die übrige Zeit sollt ihr den wahren Mitteln eurer Vollendung widmen ... Ihr werdet sehr bald zu der Einsicht kommen, dass ein solches Leben wahre Freiheit ist. Ablenkungen von eurem Willen werdet ihr als das empfinden, was sie sind. Nicht länger werden sie angenehm und anziehend erscheinen, sondern als Fesseln, als Schande. Und wenn ihr diesen Punkt erreicht habt, so wisset, dass ihr das mittlere Tor dieses Weges durchschritten habt. Denn ihr werdet euren Willen zur Einheit gebracht haben ... Zuerst ist es schwierig, sich an Aufmerksamkeit zu gewöhnen. Wenn du ausharrst, wirst du periodisch krampfhafte Ablenkungen haben. Der Verstand selbst wird dich angreifen und sagen: Wie kann eine so starke Bindung der Pfad der Freiheit sein? Harre aus. Bisher hast du die Freiheit noch nicht gekannt. Sind die Versuchungen überwunden, die Stimme des Verstandes zum Schweigen gebracht, dann wird deine Seele ungehindert vorwärts stürmen auf ihrer erwählten Bahn, und zum erstenmale wirst du das unbändige Entzücken erfahren, Herr deines Selbstes zu sein und damit des Universums. Ist dies ganz erreicht, sitzest du sicher im Sattel, dann kannst du auch jene Zerstreuungen genießen, die dich zuerst ergötzten und dann verdrossen. Von nun an werden sie nichts derartiges mehr tun; denn sie sind deine Sklaven und Spielzeuge. Sowohl der Sklave als auch der König sind selbstbezüglich beschreibende Aspekte eines Menschen als Individuum, sprich eines Sterns, und Mensch kann Sklave seiner Süchte, Konditionierungen, seines Beliebens und seiner Begierden sein – kurz Sklave all dessen, was seinen Willen ut libera beeinträchtigt. Ein lebensnahes Beispiel: Ein Mensch ist Alkoholiker und Raucher. In all den Jahren, in denen er Alkohol konsumiert hat, war er Sklave, und zwar ausschließlich der seiner Sucht. Sie hat ihn "besessen", er hat ihr gehorcht und de facto für sie gelebt. Als er es vor, sagen wir mal 10 Jahren schaffte, sich aus diesem Abhängigkeitsverhältnis nachhaltig und dauerhaft zu befreien, wurde er König. Jetzt ist er zwar immer noch Alkoholiker, aber die Sucht besitzt ihn nicht mehr, sondern er kontrolliert sie, er "besitzt" sie de facto und in praxi. Als Raucher ist er nach wie vor Sklave seiner Sucht und der entsprechenden Konditionierungen. Er dient seiner Sucht, wenn er sich eine Kippe anzündet. Aber das ist seine Sucht und damit sein selbstinduziertes Sklavensein, weil es sich nur und ausschließlich auf ihn und seine Sucht bezieht und weil es nur und ausschließlich in seiner Hand liegt, das zu beenden. Für jeden anderen Stern ist das vollkommen irrelevant und es leiten sich keinerlei Konditionen für ihre Interaktion daraus ab, sofern seine Eigenschaft als Suchtsklave den anderen nicht in seinem Sternsein tangiert, er ihm also z.B. nicht gegen seinen Willen die Bude vollqualmt. Ich habe mitunter den Eindruck, dass denjenigen, die meinen, die Metapher vom Sklaven in II/58 wörtlich nehmen zu müssen, die Interpretation über das selbstinduzierte Sklavensein zu unspektakulär und zu trivial ist. Für die sogenannten Weltanschauungsbeauftragten mag das angehen, eine Schlagzeile in der Art "Gemein! Brutal! Thelema ist gegen Sucht und Konditionierung!" ist in der Tat nicht wirklich aufregend, da macht die angebliche Versklavung von Menschen natürlich mehr her, zumal es den Herrschaften in erster Linie auch um die Rechtfertigung ihrer Arbeitsplätze, sofern man das so nennen kann, geht. Allen anderen sei gesagt, dass es nicht gerade von Lebenserfahrung, aber umso mehr von Ignoranz und Dummheit zeugt, den Kampf gegen die eigenen Süchte, Konditionierungen und Begierden für trivial zu halten.



