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Thelema
Was ist Thelema?
Konditionierung - Dekonditionierung
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Konditionierung - Dekonditionierung
Konditionierung - Dekonditionierung
Oben kam kurz der Begriff "Konditionierung" zur Sprache, ich möchte ihn hier noch einmal aufgreifen und kurz erläutern. Man unter scheidet hierbei zwischen der klassischen Konditionierung als einem Prozess, in dessen Verlauf zwischen einer reflexiven Verhaltensweise und einem neuen Reiz eine Assoziation, also Verknüpfung, hergestellt wird. Andererseits gibt es die operande Konditionierung, bei der die Verhaltenshäufigkeit eines operanden Verhaltens (Wirkverhalten) wird durch die nachfolgende Konsequenz bestimmt wird. Anders formuliert - eine Konditionierung ist eine während des Handelns nichtbewusste Handlungsanleitung, die unter bestimmten Voraussetzungen ein bestimmtes Handeln nach bestimmten Konditionen erlaubt bzw. erzwingt. Konditionierungen sind (im Gegensatz zu Instinkten und Reflexen) immer gesetzt, entweder durch Erziehung oder durch eigenes Lernen. Die meisten Konditionierungen sind durchaus nützlich. Es wäre z.B. nicht nur aus ästhetischen Gründen weniger schön, wenn man seine Stoffwechselendprodukte einfach auf dem Sofa applizieren würde, wenn einen das entsprechende Bedürfnis überkommt, anstatt die dafür bestimmte Lokalität zu frequentieren. Ernster formuliert: ohne Konditionierung wäre der Mensch nicht handlungsfähig. In jeder Handlungssituation müßte eine bewusste Entscheidung über den Handlungsweg getroffen werden. Wie schneide ich das Brötchen auf? Mit dem Löffel? Ist der Kamm dazu geeignet (das funktioniert sogar *gg*), oder die Zahnbürste? Was schmiere ich drauf, das Fahradkettenfett oder die Marmelade? All das muß nicht unbedingt per Willensfindung geregelt werden. Hinzu käme, dass wir keinen der Gegenstände benennen könnten und dessen Funktionalität mit jeder Handlung aufs Neue empirisch, also per try and error, erkunden müßten.
Es ist also wenig sinnvoll, von Dekonditionierung per se zu sprechen, sondern von uns in unseren Möglichkeiten im Handeln begrenzenden Konditionierungen. Hier setzen die Dekonditionierung im Kontext sozialen Handelns und die Dekonditionierung der Wahrnehmung an. Als erstes Ziel wäre zu formulieren, dass Mensch sich seiner Konditionierungen bewusst werden sollte und sich im zweiten Schritt von jenen befreit, die ihn in seinem Menschsein bzw. seiner Menschwerdung behindern. Ich denke da an Konditionierungen im kommunikativen, sozialen, sexuellen usw. Verhalten, also in allen Bereichen, die den Menschen am konstruktiven und selbstverantwortlichen Interagieren in sozialen Zusammenhängen hindern. Ein kurzes Beispiel, das jeder auf diese oder jene Weise kennt: Ob Eifersucht genetisch prädisponiert ist, ist zwar nicht erwiesen, aber es wird vermutet und es gibt handfeste Indizien dafür. Tatsache ist, dass sie an den Essentials menschlichen Seins wirkt, nämlich physiologisch gesehen im limbischen Bereich des Gehirns, mithin sehr tief an den Fundamenten unserer Psyche. So gesehen ist es eigentlich unmöglich, sie zu überwinden. Aber mit hoher Wahrscheinlichkeit ist es so, dass die Art und Weise und die Möglichkeiten menschliches Reagieren auf eine Aktivierung dieses limbischen Bereichs zu guten Teilen konditioniert ist. Zu bedenken sind dabei zwei Sachverhalte. Der eine ist der, dass seit langer Zeit diverse, soziale Bewegungen versucht haben, den limbischen Impuls quasi wegzutrainieren - allesamt erfolglos. Der andere, zu bedenkende Sachverhalt ist der, dass Eifersucht nicht unbedingt als Pein empfunden werden muss, sondern dass es eine signifikante Zahl von Menschen gibt, die imstande sind, den sexuell stimulierenden Impuls der Eifersucht zu leben und explizit als Lustgewinn zu erleben. Was im Kontext meiner Darstellung nur bedeutet, dass Mensch nicht zwangsläufig in den oben genannten Konditionierung reagieren muss. Worauf ich hinaus will ist der Fakt, dass es auch hier zu dekonditionieren gilt. Der limbische Reiz Eifersucht ist wohl nicht zu entfernen, muss und sollte er auch gar nicht. Zu entfernen ist eine beispielsweise aus einer Erziehung, die Eifersucht über Liebesentzug als erzieherische Waffe einsetzt, resultierende Konditionierung und selbige ist durch eine Willensentscheidung zu ersetzen. Dann ist es möglich, sexuelle Aktivitäten jenseits der Partnerschaft in der Partnerschaft zu kommunizieren, ohne dass einer der Partner den anderen quasi unterbuttert, ihm sein Belieben aufzwingt oder gar, wie es oftmals ausgeht, dessen psychische und physische Unversehrtheit gefährdet.



