Thelema
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Die 11 thelemitischen Thesen
Die 11 thelemitischen Thesen

... dies ist das Gesetz der Starken: dies ist unser Gesetz und die Freude der Welt. (Liber CCXX 2/21)
I Thelema
1) Thelema ist die Freiheit des Willens, der Liebe und des Lebens.
Jeder Thelemit hat das Recht, seinen Willen zu tun, zu lieben, wie er will und sein Leben zu gestalten wie er will. Dieses Recht darf ihm nicht genommen werden.
2) Thelema ist die Freiheit der Liebe, der Religion, der Kunst, des Denkens und der Rede.
Kein Mensch darf wegen der Art, wie er liebt, glaubt, erschafft, denkt oder redet benachteiligt werden, sofern er nicht den Willen eines anderen Menschen einschränkt oder unterdrückt. Der Thelemit achtet die Meinung und den Glauben des Anderen.
3) Thelema ist Freiheit und Verantwortung im Handeln.
Die Freiheit des einen ist auch die Freiheit des anderen. Der Thelemit, der seinem Willen folgt, weiß, daß er ein Stern unter Sternen ist, und er weiß, daß seine Mitmenschen Sterne unter Sternen sind. Er handelt verantwortungsbewußt und steht für sein Tun ein.
4) Thelema ist die Freiheit der Arbeit, des Handels und der Produktivität.
Niemand hat das Recht, einem anderen vorzuschreiben, wie und wo er arbeitet, wie und was er handelt, wie und was er herstellt. Wirtschaft muß allein durch Angebot und Nachfrage geregelt werden.
5) Thelema ist die Freiheit des Eigentums.
Jeder Thelemit kann Güter anhäufen nach Art und Umfang, wie es seinem Willen entspricht, so er nicht den Willen eines anderen dadurch einschränkt oder unterdrückt. Niemand hat das Recht, dem Thelemiten sein Eigentum gegen seinen Willen wegzunehmen.
6) Thelema ist die Freiheit des Mitgefühls.
Der Thelemit ist frei von der Last des Mitleids, er erkennt die Eigenverantwortung des Individuums. Der Thelemit ist jedoch nicht ohne Mitgefühl für seine Mitmenschen, denn er ist ein liebendes Wesen.
7) Thelema ist die Freiheit in der Wahl der Mittel.
Der Thelemit hat das Recht, ihm widerfahrendes Unrecht mit dem Mittel seiner Wahl zu vergelten. Er darf sich gegen die Einschränkung oder Unterdrückung seines Willens mit jedem Mittel verteidigen. Der Thelemit hat die Pflicht, dabei das Gesetz von Thelema zu beachten und er trägt die Konsequenzen seines Handelns vollumfänglich.
8) Thelema ist undogmatisch, flexibel und individuell.
Thelema ist kein religiöser Codex. Thelema verlangt und bietet keine religiösen Rechtfertigungsmuster, keine endgültigen Definitionen und keine absoluten Wahrheiten. Jeder Mensch als Stern unter Sternen ist einzigartig, deshalb ist der Wille jedes Menschen absolut individuell, wie sein Fingerabdruck. Und so sollte Thelema auch verstanden sein: als "geistiger Fingerabdruck". Jeder Mensch hat sein eigenes, persönliches Thelema.
9) Thelema ist aus jeder Lage heraus realisierbar.
Es gibt keine Grundvoraussetzungen, Bedingungen oder Mindestanforderungen, um Thelema realisieren zu können. Der einfachste Geist und der komplexeste Intellekt sind gleichermaßen in der Lage, Thelema zu realisieren.
10) Thelema vereint Glauben und Erkenntnis.
Thelema bietet Raum für alle Religionen, Philosophien, Weltanschauungen und Denkmuster. Alle diese sind gleichberechtigt, so sie sich nicht selbst bzw. gegenseitig ad absurdum führen. Für den Thelemiten sind religiöse oder philosophische Schulen lediglich Kleider, die sein Wille anlegt, um sich nach außen zu verwirklichen.
11) Thelema ist die Ekstase und Freude des Lebens, über den Tod hinaus.
Der reine Wille zur Existenz ermöglicht es dem Thelemiten, sich in seiner Ganzheit vollständig wahrzunehmen. Das ermöglicht es dem Thelemiten, ein Bewußtsein zu entwickeln, das fähig ist, über den Tod des Körpers hinaus in der Zeit zu existieren. Ein Thelemit kann nach dem physischen Tod vergehen, er muß es aber nicht.


